Neuer Opel-Europachef: Reilly folgt auf Forster
Reilly wird neuer Opel-Chef
Detroit/Rüsselsheim. Der US-Autobauer General Motors (GM) greift bei seiner europäischen Tochter Opel durch: Der als harter Sanierer bekannte GM-Manager Nick Reilly (im Bild) soll den angeschlagenen Autobauer Opel aus der Krise führen. Der 59 Jahre alte Brite wurde mit sofortiger Wirkung für eine Übergangszeit zum Chef des GM-Europageschäfts ernannt, wie die Opel-Mutter am Dienstag in Detroit mitteilte.
Bei der Sanierung von Opel kann GM nur begrenzt auf Staatshilfen hoffen. Denn Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dämpfte die Hoffnung des US-Autobauers auf üppige Staatshilfen. GM müsse zunächst bis Ende November den deutschen Überbrückungskredit von insgesamt 1,5 Milliarden Euro zurückzahlen, forderte die Kanzlerin. Aktuell fehlen noch 600 Millionen Euro. Zuvor gab GM nach eigenen Angaben bereits 200 Millionen Euro zurück. Zudem stellen die abgewiesenen Opel-Investoren Magna und Sberbank, die durch die überraschende Kehrtwende von GM beim Opel-Verkauf ausgebootet wurden, Forderungen auf Schadenersatz.
Bund und Länder seien zwar grundsätzlich bereit, alles Notwendige für die vier deutschen Opel-Werke zu tun, sagte Merkel in ihrer Regierungserklärung. Die Kanzlerin, die von der geplatzten Opel- Übernahme durch Magna schwer enttäuscht ist, erklärte aber, eine Lösung könne nur gelingen, "wenn General Motors den Hauptanteil der Restrukturierung mit eigenen Mitteln trägt." Der Konzern müsse rasch ein verlässliches Konzept vorlegen. An den Managern des Detroiter Autoriesen ließ die Kanzlerin kein gutes Haar: "General Motors war über Monate hinweg nicht in der Lage, seiner Verantwortung als Mutterkonzern von Opel auch nur annähernd gerecht zu werden."
Inzwischen spricht die Bundesregierung wieder mit GM. Laut einer Sprecherin des Wirtschaftsministerium in Berlin habe GM-Vize Smith um ein Gespräch gebeten. Smit werde mit dem zuständigen Staatssekretär zusammenkommen. Treffen mit Wirtschaftsminister Brüderle ist nicht vorgesehen.
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