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Ganzjahresreifentest 205/55 R 16 H: Sechs Profile im Test

Allwetter-Haft

Jetzt ist es an der Zeit, auf Sommerreifen zu wechseln oder einen der sechs Ganzjahresreifen aus diesem Testfeld zu montieren. Aber welchen?

Ein Ganzjahresreifen soll bei klirrendem Frost ebenso gut und sicher funktionieren wie bei brütender Hitze oder nasskaltem Schmuddelwetter. Ob das wirklich der Fall ist, haben wir mit sechs brandaktuellen Allseason-Pneus untersucht, die sich einem wahren Testmarathon stellen mussten.

Dabei haben wir die Neukonstruktionen Barum Quartaris, Goodyear Vector 4Seasons und Vredestein Quatrac 3 gegen die frisch überarbeiteten Wettbewerber Kumho Solus Vier und Pirelli P2500 Euro sowie den 2008 eingeführten Hankook Optimo 4S antretenlassen. Begonnen hat der lange Leidensweg der Pneus mit Messfahrten und Testprozeduren im hochsommerlichen Texas bei gut 30 Grad Außentemperatur. Danach haben wir die Testkandidaten ins winterlich-feuchte Rom geschickt.

Mehr Reifentests: Sommerreifen & Winterrreifen im Test

Hier zeigte das Thermometer in der Regel rund zehn Grad plus. Von dort aus ging’s in den tiefverschneiten hohen Norden. Auf einem abgesperrten Testareal nahe des finnischen Inari-Sees haben wir die Profile auf ihre Schneegriffigkeit hin geprüft – bei zehn Grad minus. Abschließend zogen wir im März zu ergänzenden Fahrversuchen ins Contidrom nahe Hannover; wiederum bei etwa fünf bis zehn Grad plus. Nur so konnten wir die Reifen tatsächlich bei sommerlichen wie winterlichen Bedingungen in allen Details beurteilen. Alle Fakten und Messwerte zu diesem aufwendigen Testvergleich haben wir für Sie in einer Tabelle auf den Seiten 86 und 87 zusammengestellt.

Um die Ergebnisse in die richtige Relation setzen zu können, haben wir neben den sechs Prüflingen noch jeweils einen klassischen Sommer- und Winterreifen eines renommierten Herstellers mitlaufen lassen – allerdings außer Konkurrenz. Nach Auswertung aller Daten hat dieser Test erneut bewiesen, dass die maximale Sicherheit und Leistungsfähigkeit nur mit dem Wechsel von Sommer- und Winterspezialisten gewährleistet ist. Die Bremspower eines guten Sommerreifens auf griffiger Straße erreicht keiner der Allwetterrreifen. Dazu sind die meisten Gummis zu sehr auf Wintertauglichkeit getrimmt .

Während sich ein Sommerreifen über relativ große und formstabile Profilblöcke abstützt, weisen die Ganzjahresreifen kleinere, lamellierte Profilblöcke auf. Das bringt Grip auf Schnee, aber auf trockenem Asphalt kippen die Profilblöcke bei harscher Fahrweise oder während einer Vollbremsung stärker ab. Darunter leiden Spurstabilität und Lenkpräzision ebenso wie der Bremsweg. Ein konventioneller Winterreifen ist aber noch schlechter.

Andererseits ist ein Sommer-Pneu bei winterlichen Bedingungen fast unfahrbar. Er baut lediglich einen Bruchteil der Traktion auf und benötigt einen vielfach längeren Bremsweg. Während die Allseason-Profile bei einer Vollbremsung aus 50 km/h auf Schnee nach rund 28 Metern zum Stillstand kommen, stoppt der Sommerreifen erst nach 70 Metern. Dies entspricht einer Restgeschwindigkeit von fast 40 km/h. Hinzu kommt ein beinahe kriminelles Fahrverhalten des Sommer-Profils auf Schnee und Eis. Zitat aus dem Testprotokoll: „Bremse arbeitet rudimentär, Vortrieb marginal, Seitenführung annähernd null.“