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Test-Jubiläum: 40 Jahre Reifentest

40 Jahre Reifentest

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Reifen, das heißt Sicherheit und Mobilität. Seit 1970 testet die AUTO ZEITUNG das wichtigste Zubehörteil des Autos. Rückblick eines gemeinsamen Weges

Die AUTO ZEITUNG und der Reifentest – sie schreiben gemeinsame eine spannende Geschichte. 1969 erschien die Erstausgabe, doch nur ein Jahr später, im November 1970, wurde bereits der erste Reifentest der AUTO ZEITUNG – ein Winterreifentest auf dem Stilfser Joch – veröffentlicht. Er trug den Titel „Sohlen ohne Nägel“ und befasste sich mit einer neuen Generation Spike-loser Gürtelreifen in der damals üblichen Mittelklasse-Dimension 175 HR 14. Versuchsträger war ein Ford Capri 2300, Sieger mit dem Prädikat „sehr wintertauglich“ war ein Michelin zX.

Beherzte Fahrweise war in den frühen 70er-Jahren sehr populär, und so lässt sich ein aus heutiger Sicht politisch unkorrekter Kommentar des Testers Werner Müller besser einordnen: „Wer sein Auto ausschließlich im Drift bewegt, wird am Metzeler-Reifen viel Freude haben.“ Fahrer wie er mussten über exzellentes Fahrtalent verfügen: So durfte beim Bremsen etwa nicht die Blockiergrenze überschritten werden (ABS wurde erst 1978 erfunden), da dies sofort zur Zerstörung der Lauffläche führte. Folge: Test vorerst beendet, Reifen wechseln.

Im April 1973 erreichten die besten Sommergummis übrigens Bremswerte, die heutzutage wohl zum Entzug der Verkehrszulassung führen würden: 51,2 Meter brauchte der Klassenbeste, der Uniroyal Rallye 180, die neun Konkurrenten kamen teils erst nach knapp 58 Metern zum Stehen. Zum Vergleich: Während heute z.B. bei einem Opel Insignia bremsstarke Reifen, ESP und ABS-Bremse eine sehr wirksame Stopp-Einheit bilden und der Opel absolut spurstabil nach rund 36 Metern zum Stehen kommt, rauscht der Opel Ascona A von damals mit über 50 km/h am Urenkel vorbei. Ein gewaltiger Unterschied.

Früher Top – heute Flop

In diesem ersten Testjahr 1970 waren Pkw-Reifen zwar schon sehr weit entwickelt, doch im Vergleich zu dem, was wir heute wie selbstverständlich von den schwarzen Runden gewohnt sind, meilenweit entfernt. Aus heutiger Sicht waren jene Reifen viel zu laut, zu schwammig, hatten zu wenig Grip, versagten schnell auf Nässe oder beim Bremsen, auf Schnee oder gar Eis. Auch bestanden sie den obligatorischen Schnelllauftest nicht immer ohne Mühen.

Die AUTO ZEITUNG nahm regelmäßig Wintergummis unter die Testräder, Sommerreifentests fanden kaum statt. Grund: Winterreifen waren damals wie heute Nachkaufreifen, es herrschte große Unklarheit unter den Autofahrern, welcher Pneu ihr Fahrzeug sicher durch die frostige Jahreszeit bringen sollte. Bei Sommerreifen war das viel einfacher: Sie waren ab Werk auf dem Auto montiert und vorher vom Fahrzeughersteller auf Herz und Nieren geprüft. Man kaufte also nicht die „Katze im Sack“. Erst ab Mitte der 90er testete die AUTO ZEITUNG regelmäßig auch Sommerreifen, da deren Einfluss auf Fahreigenschaften und Komfort des Autos immer dominanter wurde.