Reifen-Test - Sechs Winterreifen im Format 235/45 R 17 V Sport-Winterreifen bis 240 km/h im Test

02.09.2011

Kombiniert mit Sport-Winterreifen wird der Subaru Impreza zum Carving-Ski für die Straße. Sechs Lamellen-Profile im Test

Jetzt mal ehrlich: Jeder, der Benzin im Blut hat, driftet doch gerne mal ein bisschen auf leeren, tief verschneiten Straßen oder Parkplätzen und träumt davon, einmal mit einem heißen Allrad-Sportler wie dem Subaru Impreza WRX STi seine ganz persönliche Rallye-Sonderprüfung auszufahren. Wir haben uns diesen Wunsch erfüllt und testeten sechs sportlich ausgerichtete Winterreifen mit genau diesem Auto auf Herz und Nieren.

Doch dabei spielte der Fahrspaß nur eine untergeordnete Rolle. Denn diese Reifen passen auch auf weniger dynamische Fahrzeuge, wie den Ford Mondeo, den VW Passat oder ältere Audi A4-Typen. In unserem Reifentest steht stets die Sicherheit an erster Stelle – und zwar unter allen Straßenzuständen.

WINTERSPORT FÜR PROFIS
Folgerichtig bewerten wir die möglichen Rundenzeiten des Subaru weit niedriger als die Beherrschbarkeit des Auto-Reifen-Pakets im Grenzbereich oder das Bremsvermögen. Beim Nothalt auf Schnee bilden nämlich weder Fahrkönnen noch Fahrzeugkonzept, sondern allein die Reifen das entscheidende Kriterium. Am wirkungsvollsten verzögert in unserem Winterreifentest der Goodyear. Schlechtester Schneestopper ist der Pirelli, der rund eine Fahrzeuglänge mehr benötigt, um aus 50 km/h zum Stehen zu kommen.

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Bei der Traktion stellt der Rallye-Renner indes die Überlegenheit seines Konzepts klar. Permanenter Allradantrieb, zwei Sperrdifferenziale – der Subaru WRX STi wetzt selbst auf den weniger griffi gen Gummis los wie angestochen. Doch bei Autos mit nur einer angetriebenen Achse entscheidet hauptsächlich die Wahl des Reifens darüber, ob man die Steigung erklimmt oder nicht. Nokian, Dunlop und Goodyear helfen verlässlich bergauf, während der Anstieg mit dem Michelin und dem Uniroyal früher ein Ende findet.

Weiß glitzernde Passstrecken wecken schnell den Spieltrieb enthusiastischer Autofahrer – und möglicherweise auch deren Leichtsinn. Gefährlicher sind meist regennasse Straßen. Denn während man auf Schnee in der Regel unwillkürlich das Tempo drosselt und jederzeit mit einem Ausbrechen des Fahrzeugs rechnet, reduziert kaum jemand die Geschwindigkeit, nur weil es regnet. Die Reserven der Pneus werden häufig weiter ausgereizt, als sich der Fahrer bewusst ist.

Gut, wenn die Reifen dann über entsprechend viel Grip, Aquaplaning-Sicherheit und Fahrstabilität verfügen. Dank modernster Gummi-Mischungen mit Silika und Nano-Technologie leisten die getesteten Winterprofile bei Nässe wahrhaft Erstaunliches – zumal ihre Aufstandsfläche insgesamt nicht viel größer ist als ein DIN-A4-Blatt.

Besonders der Dunlop verhilft dem Impreza auf feuchtem Untergrund zu herausragenden Fahreigenschaften und Sicherheitsreserven. Spektakuläre Drifteinlagen setzt er mit derselben Präzision um wie spurstabiles Fahren im Grenzbereich. Außerdem bremst er am besten und steht aus 100 km/h bereits nach 54,5 Metern. Der günstigere Uniroyal benötigt 58 Meter – nach 54,5 Metern ist der Impreza dabei noch knapp 25 km/h schnell.

Da kann sich der Mehrpreis schnell bezahlt machen. Dass der teuerste jedoch nicht zwingend auch der beste Reifen ist, dokumentiert das Abschneiden des Michelin, der bei Nässe schlichtweg zu wenig Haftung aufbaut. Doch auch der Nokian enttäuscht hier mit einem wankelmütigen Fahrverhalten.

MIT 240 SACHEN IM WINTER
Die Stunde des langlebigen Michelin schlägt jedoch, sobald sich das Wetter bessert: Auf trockenem Asphalt fährt der Pilot Alpin 3 scheinbar in einer eigenen Liga. Das werden besonders die Besitzer von sportlichen Autos schätzen, die auch im Winter nicht auf maximale Fahrdynamik verzichten wollen und bei guten Witterungsverhältnissen entsprechend flott unterwegs sind. Auch der Nokian brilliert auf trockenen Straßen mit einem hohen Maß an Fahrsicherheit und Dynamik. Damit treffen beide Profile sicherlich bei vielen Kunden voll ins Schwarze. Schließlich handelt es sich bei den getesteten Reifen um Pneus, die 240 km/h schnell laufen dürfen – Winterreifen wohlgemerkt.

Weil wir bei der Punktevergabe weder die Wintereigenschaften noch die Fahrdynamik auf griffigen Belägen bevorzugen, gewinnt am Ende der ausgewogene Dunlop SP Winter Sport 3D. Er ist bei Schnee und Nässe erste Wahl und leistet sich im Trockenen keinen echten Patzer. Zweiter wird der Goodyear UltraGrip Performance 2, der lediglich beim Trockenbremsen einen Schwachpunkt offenbart, ansonsten aber durchweg mit guten Resultaten aufwartet.

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Beide Profile können jedoch nicht wirklich mit sportlichen Eigenschaften im Trockenen auftrumpfen. Hier profilieren sich vielmehr der Michelin Pilot Alpin 3 und der Nokian WR G2, die dafür deutliche Abstriche auf Schnee und Nässe verlangen. Somit verspielen diese zwei Kandidaten die Chance, von uns als „Sehr Empfehlenswert“ beurteilt zu werden – ihre Charakteristik fällt zu einseitig aus.

Der Pirelli Sottozero Serie II ist in vielen Punkten besser geworden als der Sottozero der ersten Generation. Seine Leistungen liegen jedoch stets im Mittelfeld – für mehr reicht es nicht. Allerdings reagiert sein Profil sehr sensibel auf das jeweilige Testfahrzeug. Gut möglich, dass der Reifen mit anderen Autos besser harmoniert. Auch den letzten Platz des Uniroyal MS plus 66 muss man relativieren: Billigreifen vom Discounter können meist deutlich weniger.
Martin Urbanke

GRÖSSE: 235/45 R 17 V - PASSEND FÜR
> AUDI A4 (B6, B7)
> FORD Mondeo
> MERCEDES E Coupé
> SAAB 9-3 / 9-5
> VOLVO C 70 / S 60
> VW Eos / Passat

AUTO ZEITUNG

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