Reifen-Test: Acht Geländereifen für starke Allradler im Test Starke Verbindung

07.03.2011

Selbst ein dynamisches SUV wie der BMW X5 ist nur so gut wie seine Reifen. Acht passende Pneus für starke SUV im Test

Bereits normale Sommerreifen müssen einen gewaltigen Spagat aus unterschiedlichsten Anforderungen erfüllen. Einer der klassischen Zielkonflikte in der Entwicklung ist etwa die Balance zwischen Nassbrems-Eigenschaften und Rollwiderstand. Diese Punkte sind so wichtig, dass sie ab 2012 auf einem Aufkleber in Qualitätsklassen angegeben werden müssen, um Autofahrern die Entscheidung zu erleichtern. Doch bei unserem Test der Reifen für schwere und schnelle SUV wie den BMW X5 spielen noch andere Kriterien eine Rolle. Zum Beispiel: Wie gut schlagen sich die Pneus, die trotz enormer Traglasten 270 bis 300 km/h schnell laufen dürfen, abseits befestigter Straßen?

CONTI STELLT REFERENZ
Die beiden Debütanten von Dunlop und Kumho treffen auf starke Gegner: Bridgestone, Hankook, Michelin, Nokian und Vredestein sowie der bisherige Referenz-Reifen von Continental bilden ein anspruchsvolles Testfeld. Jedes einzelne Profil wird von uns akribisch getestet. Beispiel Traktion: Allein um die Zugkraft der jeweiligen Profile zu ermitteln, sind aufwändige Testreihen mit etlichen Wiederholungen erforderlich. Im Schlammbecken etwa absolvieren wir 312 Einzelmessungen. Auf Sand fahren wir 560mal an. Ferner beschleunigen wir exakt 825mal auf der Schotterstrecke und zeichnen Daten auf, während die Prozedur auf nassem Gras sogar 880 einzelne Messungen verlangt.

Viel Aufwand, denn höchstens 40 von insgesamt 400 Punkten entfallen auf die Traktions-Disziplinen. Wichtiger ist uns das Thema Bremsen. Darum vergeben wir pro Bremstest (Schotter, Nässe, Trockenheit) ebenfalls bis zu 40 Punkte – basierend auf den Daten aus insgesamt 325 Versuchen.

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Hier legt der Conti den Grundstein für seinen erneuten Testsieg, denn er baut nicht nur eine ordentliche Zugkraft auf den verschiedenen Untergründen auf, sondern bremst unter allen Umständen am besten. Hinzu kommt ein gutmütiges, leicht kontrollierbares Fahrverhalten auf nasser sowie trockener Straße und auch abseits davon. Dass der CrossContactUHP im Rollwiderstand eher mäßige Resultate erzielt, fällt dagegen nicht sonderlich stark ins Gewicht. Schließlich entspricht das Spritsparpotenzial zwischen dem besten (Nokian) und dem schlechtesten Reifen (Kumho) im Rollwiderstandstest gerade mal einer Verbrauchsdifferenz von höchstens 0,2 Liter Diesel auf 100 km. Immerhin verbucht der neue Kumho einen respektablen Nassbremsweg. Doch das Maß der Dinge ist der Conti: Dort, wo der X5 auf CrossContactUHP bereits steht, registriert die Messelektronik für das mit Vredestein-Pneus bestückte Auto eine Restgeschwindigkeit von über 35 km/h.

Hankook, Michelin und Nokian erreichen ebenfalls nur mäßige Bremswege, rollen dafür aber zumindest leichter ab, während der Debütant von Dunlop weder im Rollwiderstand, noch im Nassbremstest den hohen Erwartungen genügt. Auf trockener Piste verzögert er hingegen recht ordentlich, während der Kumho als schlechtester Kandidat eine Restgeschwindigkeit von mehr als 30 km/h gegenüber dem Besten (Conti) verzeichnet.

NÄSSE-GRIP ENTSCHEIDET
Einen guten Eindruck hinterlässt dagegen das Fahrverhalten des Kumho auf regennasser Straße, zumal der Reifen sich bestens mit der Fahrdynamikregelung des BMW X5 ergänzt und sanfte, aber wirkungsvolle Regeleingriffe erlaubt. Dies gilt auch für den Hankook. Noch überzeugender agiert der Bridgestone bei Regenwetter, der zwar mit problemlosen Reaktionen brilliert, aber nur mäßig verzögert. Doch die Höchstwertung kassiert der Conti, der mit einem unerschütterlich spurstabilen Fahrverhalten glänzt und superb bremst.

Am Ende sichert sich somit der Conti den Sieg vor dem sportlichen und traktionsstarken Michelin sowie dem Bridgestone, der im Gelände ein wenig abfällt.

Auch der rollwiderstandsarme Nokian verdient sich unsere Empfehlung. Der Dunlop kann sich nicht von den etablierten Konkurrenten absetzen, der Hankook baut zu stark ab. Der Vredestein ist trotz seines kompromisslosen Designs wasserscheu, während sich der Kumho zu einseitig auf gute Eigenschaften bei nasser Fahrbahn konzentriert.
Martin Urbanke

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