Regierungsprogramm für Elektroautos Förderplan E

24.05.2011

Die Regierung will Elektroautos fördern. Das Ziel: In neun Jahren sollen bis zu eine Million Autos elektrisch fahren

Berlin, 16. Mai 2011 – Deutschland soll im globalen Markt für Elektro-Fahrzeuge nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) künftig an der Spitze stehen. Ziel sei es, Deutschland zum Leitanbieter und zum Leitmarkt zu machen, sagte Merkel am Montag in Berlin nach Gesprächen mit Experten zur Förderung von Elektro-Autos.

Eine Milliarde Euro für die Forschung – Steueranreize für die Autofahrer
Die Politik werde dies neben einer weiteren Milliarde Euro bis 2013 für Forschung und Entwicklung auch mit Steueranreizen und Sonderrechten für E-Autos im Straßenverkehr unterstützen. Eine Kaufprämie sei dagegen nicht die richtige Antwort, sagte Merkel. Die Wirtschaft habe die staatlichen Anreize begrüßt.

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„Wir wissen, dass wir im globalen Wettbewerb stehen“, sagte die Kanzlerin. Es sei auch klar, dass es nicht einfach werde, dass Deutschland auf diesem Gebiet wieder internationale Spitze werde. Es gehe nicht nur um neue Produkte und Exporte, sondern auch um 30.000 zusätzliche Arbeitsplätze bis zum Jahr 2020 in Deutschland.

Öko-Autos als "kalkulierbare Erfolgsstory"
Der Vorsitzende des Expertengremiums Nationale Plattform Elektromobilität (NPE), der Physiker und Industriemanager Henning Kagermann, sagte: „Es ist allen klar: Elektromobilität wird sich durchsetzen.“ Der frühere SAP-Chef sprach von einer „kalkulierbaren Erfolgsstory“. Dazu seien aber Anreize nötig. Sonst werde das Ziel von einer Million Elektroautos bis zum Jahr 2020 nur zur Hälfte erreicht. Bis dahin werde ein sich selbst tragender Massenmarkt erwartet. Der Staat werde dann mehr Geld einnehmen als ausgeben.

Elektroautos: Modellüberblick und Zukunftspläne

Bisher gibt es bei rund 42 Millionen angemeldeten Fahrzeugen nur rund 2300 Elektroautos. Bis 2020 soll diese Zahl auf bis zu eine Million Fahrzeuge steigen.

Ein Überblick der geplanten Maßnahmen aus dem „Regierungsprogramm Elektromobilität“:

  • Die Forschung vor allem bei der Batterietechnik soll bis 2013 mit einer Milliarde Euro zusätzlich gefördert werden.
  • Verdopplung der Kfz-Steuerbefreiung für E-Autos von fünf auf zehn Jahre. Das soll für alle bis Ende 2015 zugelassenen Pkw, Nutzfahrzeuge und Leichtfahrzeuge gelten, die rein elektrisch angetrieben werden oder einen CO2-Ausstoß von unter 50 Gramm pro Kilometer haben.
  • Die Dienstwagenbesteuerung soll so geändert werden, dass E-Autos beim Kauf nicht weniger attraktiv sind als herkömmliche Wagen.
  • Derzeit wird die Privatnutzung eines Dienstwagens als geldwerter Vorteil dem zu versteuernden Einkommen zugerechnet, der
  • aus dem Bruttolistenpreis berechnet wird. Weil E-Autos im Schnitt bis zu 9000 Euro teurer sind, wäre dies ein großer Nachteil.
  • Die Bundesregierung will mit gutem Beispiel vorangehen: Zehn Prozent neu gekauften oder gemieteten Autos sollen E-Autos sein.
  • Sonderfahrspuren: Kommunen sollen die Mitbenutzung von Busspuren erlauben können. Auch Fahrspuren nur für E-Autos sollen möglich sein.
  • Besondere Parkflächen für E-Autos, die so eine "Parkplatz-Garantie" und möglicherweise kostenlose Parkzonen in Städten bekommen könnten.
  • Wechselkennzeichen: Wer ein E-Auto als Zweitwagen nutzt, soll mit einem Nummernschild auskommen können. Dann wäre nur für ein Fahrzeug die Versicherungsprämie fällig.
dpa

AUTO ZEITUNG

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