Ratgeber Technik – Seitenwind-Assistent im ersten Praxistest Sturm-Fest

05.01.2010

Mercedes erweitert das ABC-Fahrwerk um eine Seitenwindstabilisierung. Diese soll das Auto bei stürmischem Wetter sicher in der Spur halten

Herbstwinde lassen nicht nur Blätter tanzen und Drachen steigen. Manch kräftige Seiten-Böe kann Autofahrern auch einen tüchtigen Schreck einjagen. Denn meist kommt ein Windspiel dieser Art ganz plötzlich – was viele Fahrer überfordert.

Das rief die Mercedes-Forscher auf den Plan. Das Team um Dr. Magnus Rauh, Projektleiter Fahrdynamiksysteme, entwickelte eine Seitenwindstabilisierung, die das Fahrzeug auch bei einer unerwarteten Windkraft in der Spur halten soll.

„Statt auf einen Lenkeingriff per Lenkwinkelverstellung setzen wir auf Veränderung der Achslastkräfte“, erläutert Rauh die neue Technik. Das soll wesentlich feinfühliger funktionieren und für den Autofahrer angenehmer als eine fremdgesteuerte Drehbewegung am Lenkrad sein.

MIT AKTIVEM FAHRWERK
Voraussetzung für diese Seitenwindstabilisierung ist das ABC-Fahrwerk (Active Body Control), wie es zum Beispiel für die Mercedes S-Klasse angeboten wird. Per Dämpferverstellung wird hier die Fahrwerksabstimmung automatisch der jeweiligen Fahrsituation angepasst. Neu: Für den Seitenwindassistent werden mit der gleichen Technik zusätzlich die Radlasten gezielt beeinflusst.

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Dr. Rauh erklärt, wie das funktioniert: „Durch die Spureinstellung wirken an den Rädern jedes Autos bereits bei Geradeausfahrt Seitenkräfte. Wegen der symmetrischen Anordnung verursachen sie aber keine Lenkbewegung. Verändert man jedoch eine Radlast, dann entsteht ein Lenkmoment, und das Auto läuft aus der Spur.“

Und diese Technik nutzt die Seitenwindstabilisierung, um Windböen zu kompensieren. Anders ausgedrückt: So ähnlich wie ein Rennrodler durch Gewichtsverlagerung seinen Bob lenkt, korrigiert die Fahrwerksregelung die unerwünschte Lenkbewegung durch den Wind.

GEGENLENKEN IST UNNÖTIG
Wie das praktisch funktioniert, testen wir auf der Mercedes-eigenen Einfahrbahn in Untertürkheim. Mit Tempo 120, dann mit 140 fahren wir an einer Windmaschine vorbei. Mit abgeschaltetem Seitenwindassistent setzt der Mercedes S 600 unweigerlich zum Schlenker an und zwingt zum beherzten Gegenlenken.

Ganz anders mit aktivem Seitenwindassistent: Die forcierte Windböe zerrt kräftig und unüberhörbar am Fahrzeug, drückt es aber nur wenig aus der Spur – ein Nachlenken ist unnötig. Rauh begründet: „Ganz vom Fahrgeschehen wollen wir den Autofahrer natürlich nicht abkoppeln.“ Die neue Technik hält ihn aber sicher in der Spur. Holger Ippen

AUTO ZEITUNG

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