Ratgeber: Technik-Check Unters Blech geschaut

24.10.2006

Vertrauen ist gut, Kontrolle besser. Wer nicht die Katze im Sack kaufen will, sollte sich vor dem Kauf Zeit eines Gebrauchten Zeit nehmen und sich das Auto genau ansehen. Denn die Erfahrung lehrt: Wenn die Tinte unter dem Vertragstext erst einmal trocken ist, dann ist es mühsam, sein Recht einzuklagen. Deshalb sollten Sie vor dem Kauf auf einem Technik-Check und einer Probefahrt bestehen.

Versucht der Verkäufer dies zum Beispiel mit dem Hinweis auf eine bestandene Hauptuntersuchung (HU) zu verhindern, dann hat er offensichtlich etwas zu verbergen. Und: Eine HU sagt nichts über den wirklichen Zustand des Autos aus, denn bei dieser werden nur sicherheitsrelevante Baugruppen überprüft, es wird jedoch nicht der Zustand des Autos bewertet. Für die Besichtigung sollten Sie einen sachkundigen Begleiter mitnehmen. Nur auf einer gut beleuchteten Hebebühne lassen sich die entscheidenden Schwachstellen entdecken.

Gespitzte Ohren bei der Probefahrt und scharfe Augen für die Papiere

Bei einer anschließenden Probefahrt (auch über Kopfsteinpflaster!) sollten Sie besonders auf Geräusche achten: Knacken und leises Poltern aus dem Fahrwerksbereich und metallische Klänge beim Bremsen kündigen teure Reparaturen an. Ein Knarzen und Klappern der Karosserie weist auf Ermüdungen hin, die meist irreparabel sind. Werfen Sie auch einen Blick in die Fahrzeugpapiere: Gibt es viele Vorbesitzer, oder stimmen Verkäufer und Fahrzeughalter nicht überein, dann ist Vorsicht geboten. Die Fahrgestellnummer am Auto muss mit der im Brief übereinstimmen, und der Kilometerstand auf der Tachorolle darf nicht kleiner sein als die Eintragungen im Serviceheft. Wer doch lieber auf fachlichen Beistand vertrauen will, erhält ihn zum Beispiel durch die Prüfingenieure der GTÜ.

Die CHECKLISTE zum Gebrauchtwagenkauf:


    MOTORRAUM
    Die Batterie sollte einen sauberen, gepflegten Eindruck machen. Ein zu niedriger Pegel im Bremsflüssigkeitsbehälter deutet auf Mängel am Bremssystem hin (Verschleiß der Beläge oder Undichtigkeiten). Weisen Kühler und Schläuche weiße Spuren auf, dann besteht eventuell ein Kühlerleck.

SCHEINWERFER
Ein intakter Reflektor ist stets trocken, nicht ermattet und rostfrei. Die Gläser dürfen keine Risse aufweisen und nicht von innen beschlagen sein, die Streuscheibe darf keine Sprünge haben.

FÄLLIGKEIT HU UND AU
Wann ist die nächste Hauptuntersuchung, wann die nächste Abgasuntersuchung fällig? Für die Ummeldung des Autos müssen diese beiden Prüfbescheinigungen
vorliegen.

KUPPLUNG
Bei der Probefahrt sollte in den höheren Gängen beim starken Beschleunigen die
Drehzahl nicht ohne den Geschwindigkeitszuwachs steigen, sonst ist die Kupplung verschlissen.

UNDICHTIGKEITEN
Ölundichtigkeiten an Motor und Getriebe gehören zu den häufigsten Mängeln, besonders bei Autos mit hohen Laufleistungen. Weisen Beulen an der Ölwanne
Haarrisse auf, dann besteht die Gefahr schleichenden Ölverlusts.

UNTERSEITE
Rostschäden können auch an modernen Autos mit verzinkten Karosserien entstehen, wenn Unfallreparaturen schlampig ausgeführt wurden. Deshalb unbedingt kontrollieren

MANSCHETTEN
Die Achsmanschetten müssen trocken und rissfrei sein, sonst sind Gelenkschäden
programmiert. Das hat meist teure Folgen.

REIFENPROFIL
Die gesetzlich vorgeschriebene Mindesttiefe liegt bei 1,6 mm – empfehlenswert ist aber eine Resttiefe von 3,0 mm. Einseitige Abnutzung deutet auf eine nicht korrekte
Achseinstellung hin.

BREMSEN
Die Bremsscheiben sollten weder riefig noch rostig sein. Die Belagstärke lässt sich bei vielen Autos nur bei abgenommenem Rad richtig einschätzen. Die Bremsen der Vorderräder sind meist stärker verschlissen.

LENKUNG
Bei vollem Lenkeinschlag sollte die Servopumpe nicht übermäßig laut werden.

STOSSDÄMPFER
Wipp-Prüfung: Auto an allen vier Ecken kräftig einfedern und loslassen – es darf nicht nachwippen.

AUSPUFF
Bei lautem oder schepperndem Auspuff steht der fällige Austausch bevor. Doch um die Vorstufe davon – starken Rostbefall – diagnostizieren zu können, hilft nur ein Blick unters Auto.

FRONTSCHEIBE
Steinschläge im Sichtbereich können zu einem Stolperstein bei der nächsten Hauptuntersuchung werden – die Scheibe sollte also frei von Kratern und Rissen sein.

KAROSSERIE
Unfallschäden erkennt man am Lacknebel auf Dichtungsgummis sowie an Glanzunterschieden oder ungleichmäßigen Karosseriespalten.

TÜREN
Sie sollten sich im Scharnier nicht anheben lassen und von unten auf Durchrostungen geprüft werden – Hecktür nicht vergessen.

INNENRAUM
Die Sicherheitsgurte müssen leicht aus- und einrollen. Fußmatten anheben und prüfen, ob der Teppich trocken ist. Stark abgenutzte Pedalgummis bei gleichzeitig angeblich niedriger Laufleistung sollten misstrauisch machen. Eine Klimaanlage darf nach dem Einschalten keine auffälligen Geräusche verursachen.

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