Ratgeber Service Steuerkette oder Zahnriemen?

24.10.2006

Der Zahnriemen gilt als leiser Nachfolger der rasselnden, schweren Steuerkette. Während Mercedes-Benz und BMW nach wie vor auf die teuren Steuerketten aus Stahl setzen, bevorzugen die meisten anderen Hersteller mittlerweile einen Nockenwellenantrieb per Zahnriemen. Das kommt vor allem den Autokäufern zu Gute, lautet die Begründung der vermeintlich moderneren Lösung.

Billige Produktion, teure Wartung

Denn zu den Vorteilen des Riementriebs zählen auch die niedrigeren Produktionskosten. Allerdings summieren sich im Lauf der Zeit die Werkstattkosten, denn bei der Dauerhaltbarkeit hat das Endlosgummi noch Defizite: Während Ketten in der Regel ein Motorenleben lang halten, müssen Zahnriemen alle 60 000, 90000 oder 120000 Kilometer getauscht werden. Wer die Wechselintervalle nicht ernst nimmt, geht ein großes Risiko ein. Denn reißt der Riemen, ist meist ein kapitaler Motorschaden die Folge. Die ADAC-Pannenstatistik nennt klare Zahlen: Während beim 3er-BMW mit Kettensteuerung in den letzten fünf Jahren kein einziges Auto einen Motorschaden durch Kettenriss erlitt, mussten im gleichen Zeitraum 83 Golf TDI mit gerissenem Zahnriemen geborgen werden. Der ADAC-Sachverständige Dieter Schmaler weiß: Über 90 Prozent der dabei zerstörten Motoren hätten durch einen rechtzeitigen Riementausch gerettet werden können.

ABC des Wechsels

Doch immer wieder kommen auch Schäden durch falsche Montage oder Vorschäden (also Knickstellen) am Zahnriemen vor. Deshalb gilt: Der Riemenwechsel sollte unbedingt einer Fachwerkstatt überlassen werden. Und wenn es um die Ersatzteilbeschaffung geht, dürfen nur Original- beziehungsweise Markenteile in Frage kommen. Wichtig: Beim Austausch des empfindlichen Gummis unbedingt Und wenn es um die Ersatzteilbeschaffung geht, dürfen nur Original- beziehungsweise Markenteile in Frage kommen. Wichtig: Beim Austausch des empfindlichen Gummis unbedingt auch Rollen und Spannwerk mit erneuern. Denn ebenso häufig wie ein Gummiriss treten Ausfälle von Kugellagern und blockierenden oder brechenden Rollen auf. Die Zusatzkosten (maximal 150 Euro) durch eine rechtzeitige Erneuerung dieser Verschleißteile stehen in keinem Verhältnis zu einem Motorschaden.

Taktlos

Wenn die Zähne des rund 30 Euro teuren Riemens den Gleichtakt zwischen Kurbel- und Nockenwelle nicht mehr halten, treffen die nach oben schießenden Kolben mit voller Wucht auf die geöffneten Ventile und verbiegen diese. Was dann vom Zylinderkopf übrig bleibt, ist oft nur noch als Schrott zu gebrauchen. Das Fatale: Der Zahnriemen reißt ohne Vorwarnung. Eine Steuerkette aus Stahl dagegen verschleißt, indem sie sich langsam längt – und gelängte Ketten rasseln. Bevor etwas passiert, kann der Fahrer also, wenn er nicht zu lange wartet, noch sicher die nächste Werkstatt erreichen. Frank Berger, Chefentwickler von ContiTech gibt sich aber zuversichtlich: „Mit der nächsten Generation von Zahnriemen lassen sich 200 000 bis 250 000 Kilometer zurücklegen, ehe sie getauscht werden müssen.“ Doch bis es soweit ist, gilt weiterhin: Eine Steuerkette ist die problemlosere und für den Autofahrer günstigere Lösung. Es sei denn, er verhandelt beim Neuwagenkauf so hartnäckig, dass er dem Händler eine Zusage für einen späteren kostenlosen Wechsel des Riementriebs abringen kann.

Riemen-Service

Während Ketten nur die Kraft von der Kurbel- auf die Nockenwellen übertragen, übernehmen Zahnriemen zusätzliche Aufgaben: Sie treiben zum Beispiel auch die
Wasserpumpe und andere Nebenaggregate an – so ist auch die Rückseite des Riemens stark belastet. Neue Werkstoffe, wie alterungsbeständigere Kunststoffe, hochwertige Glasfaserverstärkungen, Teflonbeschichtungen außen und an den Flanken sowie ein verschleißfestes Armierungsgewebe, mit dem die Gummizähne geschützt und verstärkt werden, sorgen für Langlebigkeit. Allerdings ist eine regelmäßige Sichtprüfung im Rahmen der Service-Termine notwendig. Die Wechselintervalle dürfen keinesfalls überschritten werden. Wird der Zahnriemen gewechselt, sollten Riemenrollen und Spannwerk vorsichtshalber mit erneuert werden. Hier gilt: Qualitätsprodukten von Markenanbietern unbedingt den Vorzug geben. Die kleine Preisdifferenz entscheidet mitunter über das Motorleben. Ein Komplettset kostet 40 bis 300 Euro.

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