Ratgeber: Ersatzteile fürs Auto – Gebrauchtteile und Nachbauteile Günstige Alternativen

09.08.2012

Ärgerlich: In den letzten Jahren sind Ersatzteile bis zu 54 Prozent teurer geworden. Wir verraten, wie Sie trotzdem sparen können

Es scheint, als würden die Werkstätten bald den Tankstellen Konkurrenz machen: So sind die Kosten für sechs beispielhaft ausgewählte Ersatzteile eines BMW 320d seit 2002 um 54,4 Prozent gestiegen – für einen Liter Super mussten wir in diesem Zeitraum 57,6 Prozent mehr bezahlen. Allein der Preis für einen neuen Stoßfänger hat sich von 202 auf 318 Euro verteuert.

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Dabei ist der BMW kein Einzelfall: Auch die Besitzer eines VW Golf 1.6 müssen bei einem Defekt tiefer in die Tasche greifen. Hier stiegen die Preise für die sechs Ersatzteile um 23,3 Prozent. Zum Vergleich: Die Teuerungsrate im Einzelhandel betrug in den letzten zehn Jahren moderate 10,4 Prozent. Kein Wunder, dass jeder Autobesitzer pro Fahrzeug und Jahr 173 Euro für Reparaturen ausgibt.

Wer einen sechs Jahre alten Gebrauchten besitzt, muss im Schnitt sogar mit 241 Euro rechnen. Doch mit Ersatzteilen ist es wie mit Markenkleidung: Klebt ein bestimmtes Etikett auf dem Produkt, ist es gleich viel teurer. So kostet die Lichtmaschine eines Golf mit VW-Logo 598 Euro, mit Zulieferer-Signet dagegen nur 190 Euro.

Qualitative Unterschiede gibt es kaum, beide Teile kommen aus der gleichen Fabrik. Weiterer Vorteil: Autobesitzer müssen nicht mehr umständlich alle Teilehändler abklappern oder auf Schrottplätzen stöbern – neue und gebrauchte Ersatzteile gibt es heute bequem im Internet.

Zusammen mit dem Online-Marktplatz www.daparto.de haben wir die Preise von 240 Ersatzteilen für zehn beliebte Autos miteinander verglichen. Das Ergebnis: Bis zu 752 Euro Ersparnis sind bei einzelnen Komponenten für die sechs Jahre alten Gebrauchten möglich. Dabei reicht das Spektrum vom Ident- bis zum Gebrauchtteil. Erstere sind bis auf das Markenlogo mit den Originalteilen des Autoherstellers identisch.

Statt Audi, Opel oder Renault findet sich das Signet des Zulieferers wie Continental, Bosch oder Hella auf dem Ersatzteil. Identteile werden auf den gleichen Produktionsanlagen wie die Komponenten für Neuwagen hergestellt. Die Produzenten von Nachbauteilen gehören dagegen nicht zu den Zulieferern des Autoherstellers.

Dennoch sind ihre Produkte bau- und funktionsgleich mit den Teilen, die von den Autobauern verwendet werden. Zudem muss der Hersteller sicherstellen, dass die Qualität seiner Nachbauteile jener der Originale entspricht. Gebrauchtteile haben bereits einen Einsatz hinter sich. Sie stammen aus Alt- oder Unfallwagen. Für diese Komponenten gibt es keine verbindlichen Qualitätsstandards.

Unter den gebrauchten Produkten finden sich auch viele Austauschteile. Bei komplexen Komponenten reicht es oft aus, die verschlissenen Elemente zu ersetzen. Dann kann das Bauteil – etwa eine Kupplung oder eine Lichtmaschine – wieder eingebaut werden. Solche aufgearbeiteten Teile sind qualitativ mit neuen Produkten vergleichbar. Übrigens: Auf Gebrauchtteile bekommen Sie mindestens ein, auf Neuteile sogar zwei Jahre Gewährleistung.
Markus Bach

AUTO ZEITUNG

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