Ratgeber: Autounfall Unfall: Was tun?

08.07.2011

Über vier Millionen Unfälle ereignen sich jedes Jahr auf Deutschlands Straßen. Über seine Rechte und Pflichten sollte man hier Bescheid wissen ...

Über vier Millionen Unfälle ereignen sich jedes Jahr auf Deutschlands Straßen. Die meisten gehen glimpflich ab - mit mehr oder weniger großem Sachschaden. Bei jedem zehnten Autounfall jedoch werden Menschen verletzt. Mehr als 5.300 Verkehrstote und rund 433.000 Verletzte (2005) sind die erschreckende Folge des Geschehens auf unseren Straßen. Die wenigstens Autofahrer jedoch wissen über ihre Rechte und Pflichten gegenüber Unfallgegner und Autohaftpflichtversicherung so gut Bescheid, dass sie ihre Ansprüche lückenlos geltend machen können.

Es hat geknallt - was tun?
Man sollte vor allem Ruhe und Übersicht bewahren, um weiteren Schaden zu verhüten. Die am Autounfall Beteiligten sollten unverzüglich anhalten und die Unfallstelle absichern, Warnblinklicht einschalten und ggf. ein Warndreieck in ausreichender Entfernung vor den beteiligten Fahrzeugen aufstellen. Ein Entfernen vom Unfallort ist strafbar und kann entsprechende Konsequenzen nach sich ziehen! Bei geringem Sachschaden sollten die Fahrzeuge an den Straßenrand gefahren, bis zur Klärung der Schuldfrage aber keine Unfallspuren beseitigt werden. Markierungen der Unfallstelle und der Positionen der beteiligten Fahrzeuge mit Kreide, eine Unfallskizze sowie aussagekräftige Fotos von den Fahrzeugpositionen erleichtern die spätere Klärung der Schadens- und Schuldfrage. Eventuelle Verletzte sind zu bergen und zu versorgen, auch wenn der Erste Hilfe-Kurs einige Jahre oder Jahrzehnte zurückliegt. Unterlassene Hilfeleistung ist nämlich strafbar!

Bei schweren, vor allem bei inneren Verletzungen unbedingt einen Notarzt oder Krankenwagen alarmieren. Wenn Ersthelfer Verletzte nicht aus dem Fahrzeug bergen können, hilft die Feuerwehr. Sowohl für die Feuerwehr als auch für den Notarzt gilt die Notrufnummer 112, die vom Handy aus auch ohne Guthaben kostenlos gewählt werden kann. Entstand größerer Sachschaden, wurde eine Person verletzt, wird ein vorgetäuschter Unfall vermutet oder waren möglicherweise Drogen oder Alkohol im Spiel, ist es ratsam, die Polizei zur Unfallstelle zu rufen.

Das sollten Sie nicht tun
Die Positionen der Fahrzeuge sollten nicht verändert werden, um der Polizei Unfallaufnahme und Spurensicherung zu erleichtern. Für eine reibungslose und schnelle Schadenregulierung sollten die notwendigen Daten aufgenommen und ausgetauscht werden. Vollständige Angaben ersparen später Rückfragen. Auf keinen Fall sollte man dabei ein Schuldanerkenntnis abgeben. Die Schuldfrage klärt die Polizei (wenn auch nicht unbedingt vor Ort!) oder ggf. der Richter. Ein Vordruck des Europäischen Unfallberichtes hilft bei einer objektiven Darstellung des Sachverhaltes. Hüten sollte man sich vor so genannten Unfallhelfern, die einem an der Unfallstelle scheinbar kostenlos alle Sorgen um die Schadenregulierung und angeblichen Streit mit Versicherern oder Werkstatt abnehmen wollen. Diese Leute wollen alle nur eines: nämlich Geld! Auf keinen Fall sollte man voreilig irgendwelche Verträge oder Vollmachten unterschreiben, denn diese "Hilfe" ist nie gebührenfrei, in aller Regel muss man die Kosten dafür auch selber tragen.

Den Schaden der Versicherung melden
Nach einem Unfall kann der Geschädigte den Schadenersatz direkt von der Autohaftpflichtversicherung des Unfallverursachers verlangen. Er ist nicht darauf angewiesen zu warten, bis der Verursacher den Schaden meldet. Man sollte sich umgehend telefonisch oder schriftlich mit der örtlichen Niederlassung der gegnerischen Versicherung in Verbindung setzen - auch um der Versicherung die Möglichkeit zu geben, den Wagen schnellstmöglich von einem Kfz-Sachverständigen begutachten zu lassen. Die Kosten für dieses Gutachten trägt die gegnerische Versicherung. Wenn der Unfallgegner die Auskunft über seine Versicherung verweigert, kann man die notwendigen Daten über den Zentralruf der Autoversicherer (Telefon 0 18 02 / 50 26) abrufen. Außer der eigenen Anschrift ist das Kennzeichen des gegnerischen Fahrzeugs, Name und Anschrift des Halters sowie das Unfalldatum anzugeben. Über den Zentralruf der Autoversicherer gibt es auch Auskunft über im Ausland versicherte Kraftfahrzeuge (für alle EU-Mitgliedsstaaten sowie Island, Norwegen, Liechtenstein und die Schweiz) bzw. nennt man den in Deutschland ansässigen Beauftragten der ausländischen Versicherung. Weiterhelfen kann aber auch direkt das Deutsche Büro Grüne Karte,Postfach 10 14 02, 20009 Hamburg, Fax: (0 40) 33 44 04 00, www.gruene-karte.de.

Damit man die Reparaturkosten nicht beim Abholen des Fahrzeugs aus eigener Tasche vorstrecken muss, unterschreibt man der Werkstatt eine Reparaturkosten-Übernahme-Erklärung (hieß früher Abtretungserklärung), auf Grund derer die Werkstatt direkt mit der Versicherung den Schaden abrechnen kann. Wurde bei dem Unfall eine Person mehr als nur geringfügig verletzt oder gar getötet, dann sollten die Angehörigen einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung ihrer Interessen beauftragen. Die Kosten übernimmt die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers. Bei Schäden durch unversicherte Fahrzeuge, bei Fahrerflucht oder bei vorsätzlicher Handlung des Verursachers tritt keine Versicherung für den Schaden ein, sondern die Verkehrsopferhilfe e.V., Postfach 10 65 08, 20044 Hamburg, Telefon 0 40 / 3 01 80 - 0, Telefax 0 40 / 3 01 80 - 70 70.

Bei einem Autounfall mit Fahrerflucht gelten gewisse Einschränkungen. Grundsätzlich übernimmt die Verkehrsopferhilfe Schäden bis zur Höhe der gesetzlichen Mindestdeckungssummen (bis zu 2,5 Millionen Euro für Personenschäden, bis zu 7,5 Millionen Euro bei Verletzung oder Tötung von drei oder mehr Personen, bis zu 500.000 Euro für Sachschäden). Bei Unfällen mit Fahrerflucht werden Schäden am Fahrzeug nicht ersetzt. Von sonstigen Sachschäden (Kleidung, Ladung, Gepäck) nur, was über 500 Euro hinausgeht. Schmerzensgeld wird nur bei besonderer Schwere der Verletzung gezahlt. Auch wenn man sich am Unfallort nicht über die Schuldfrage einigen kann, sollte man seiner Versicherung den Zwischenfall melden. Dies gilt selbst dann, wenn man meint, der andere wäre allein Schuld. Die Versicherung regelt nämlich nicht nur berechtigte Ansprüche von Geschädigten, sondern wehrt auf ihre Kosten unberechtigte Ansprüche ab, ohne dass der Versicherungsnehmer seinen Schadenfreiheitsrabatt verliert. Nicht allein die Haftpflichtversicherung des Unfallschuldigen tritt für die Schäden ein. Auch gegen andere können Sie unter Umständen Ansprüche geltend machen.

Je nach Lage des Falles müssen informiert werden:


    - Kaskoversicherung
    - Insassenunfallversicherung
    - Rechtsschutzversicherung
    - Schutzbriefversicherung
    - Private Unfall- oder Lebensversicherung
    - Arbeitgeber
    - Gesetzliche oder private Krankenversicherung
    - Gesetzliche Renten- oder Unfallversicherung

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