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Service Intervalle 2012 Vergleich Top Flop Rangliste

Wenig Vertrauen

Glauben die Japaner nicht an ihre Autos? Sie haben die kürzesten Service-Intervalle aller Hersteller. Wir zeigen die Tops und Flops aller Klassen

Richard Zimmer kann es nicht fassen: Sein neuer Mazda 3 MPS muss schon nach vier Monaten und 5000 Kilometern in die Werkstatt – zum ersten Ölwechsel. Zimmer sollte sich schon mal an den Kaffee seines Händlers gewöhnen: Nach dem ersten Ölwechsel braucht sein Neuwagen alle 15.000 Kilometer oder jedes Jahr eine Wartung.

Service-Intervalle im Vergleich: Die Tops und Flops aller Klassen

So wie Richard Zimmer geht es vielen Besitzern japanischer Autos. Die Marken, die einst für ihre Zuverlässigkeit gelobt wurden, rufen ihre Modelle in sehr kurzen Abständen in die Werkstatt. Das zeigt die exklusive Übersicht der AUTO ZEITUNG. Die finanziellen Folgen trägt der Autofahrer: Im Durchschnitt zahlen wir 255 Euro pro Jahr für Wartungsarbeiten. Dazu kommt der Zeitaufwand. Es gilt, einen Termin in der Werkstatt zu machen, das Auto dort abzugeben und abzuholen. Am Tag der Inspektion steht der Kunde vor einem weiteren Dilemma: Entweder nimmt er sich beim Händler einen kostenpflichtigen Mietwagen oder er verzichtet aufs Auto.

Haben diese frühen Wartungsintervalle wenigstens technische Gründe? Nein, verrät ein Insider aus einem Automobilclub: "Mit den Inspektionen wollen die Hersteller ihren Vertragswerkstätten etwas Gutes tun. Der Kunde besucht dann regelmäßig den Markenhändler." Für die Werkstätten ein lohnendes Geschäft: Liegt der Bruttoertrag beim Neuwagenverkauf lediglich bei 9,3 Prozent, beträgt er im Service satte 61,2 Prozent. Während die Anzahl der Verschleißreparaturen in den letzten Jahren zurückging, nehmen die Kosten für Wartungsarbeiten zu: Allein seit dem Jahr 2000 sind sie um 19 Prozent gestiegen.

Dass sich die Länge der Wartungsintervalle nicht nach technischen, sondern eher nach geschäftlichen Vorgaben richtet, zeigt auch das Beispiel Peugeot: Die Franzosen stellen zum ersten Juli von einem zweijährigen auf ein jährliches Wartungsintervall um. Die Änderung betrifft alle Modelle. Hält sich der Kunde an die halbierten Intervalle, wird er mit einer neuen Mobilitätsgarantie belohnt, die sich automatisch von Wartung zu Wartung verlängert.

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Auch finden sich in unserer Übersicht immer wieder technisch eng verwandte Modelle mit sehr verschiedenen Wartungsintervallen: So muss der neue Toyota GT86 bereits nach 15.000 km zur Inspektion, der fast baugleiche Subaru BRZ legt die doppelte Entfernung bis zur Werkstatt zurück.

Neuwagenkunden wie Richard Zimmer sollten sich jedoch an die kurzen Inspektionsintervalle halten: Werden diese ausgelassen, kann der Hersteller bei einem technischen Defekt die Reparatur auf Garantie verweigern.
Markus Bach

In unserer Übersicht finden Sie die Modelle mit den längsten und kürzesten Wartungsintervallen in zehn Klassen. Dabei führen wir immer den ersten Servicebesuch auf, egal ob einfacher Ölwechsel oder Inspektion. Zuerst zählen die Kilometer, dann die Monate. Bei gleichen Intervallen sind die Modelle alphabetisch sortiert.

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