SUV-Vergleich: Range Rover gegen Touareg Range Rover Sport 3.0 TDV6 gegen VW Touareg V6 TDI

19.09.2011
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Mit kultiviertem V6-Diesel und serienmäßiger Geländetechnik tritt der Range Rover Sport gegen den VW Touareg V6 TDI mit optionalem Offroad-Paket an

Die wenigsten Käufer von Geländewagen nutzen ihre Fahrzeuge tatsächlich für den groben Offroad-Einsatz. Da ist es nur konsequent, dass Volkswagen beim Der neue Touareg mit neuem V6-Turbodiesel darauf verzichtet, klassische Differenzialsperren oder eine Getriebereduktion serienmäßig zu montieren. Ganz anders der Range Rover Sport, der unter allen Bedingungen für sich reklamiert, das geländegängigste SUV seiner Klasse zu sein. Neben Reduktion und zentraler Differenzialsperre bildet sein Terrain-Response-System das notwendige technische Rüstzeug dazu. Doch gegen Aufpreis lässt sich auch der große Allrad-VW mit Gelände-Technik aufrüsten und schickt sich dann an, im Revier des arrivierten Offroad-Primus Range Rover Sport zu wildern.

 

Karosserie

Echte Geländewagen sind groß und schwer. Doch obwohl der Brite den Deutschen in Länge und Höhe um einige Zentimeter überragt, kann er ihm in Sachen Raumangebot nicht das Wasser reichen. Sowohl vorn als auch im Fond bietet der VW mehr Kopffreiheit und Innenbreite, zudem haben Hinterbänkler mehr Platz für die Beine. Nur die Übersichtlichkeit des Range Rover ist besser. Dank großer Fenster rundum, der nur leicht abfallenden Motorhaube und hoch montierter Sitze kann man beinahe jeden Winkel des Sport gut einsehen. Enttäuschend ist jedoch sein bei aufgestellten Fondlehnen kleines Ladevolumen (450 Liter) – ein Tribut an die schrägen D-Säulen. Der VW schluckt in dieser Einstellung 130 Liter mehr Gepäck und staubt so zehn zusätzliche Zähler ab – obwohl sein Maximalvolumen kleiner ausfällt als das des Range. Auch bei der Sicherheitsausstattung hält der Touareg seinen Rivalen auf Distanz. Zwar können beide auf Wunsch rundum mit Kameratechnik ausgestattet werden, und der Range verfügt ab Werk über zehn Airbags sowie Xenonlicht, doch der VW läuft ihm den Rang ab. Mit Extras wie Spurhalte- und Spurwechselassistent, Fahrerknieairbag, automatisch abblendenden Außenspiegeln, Gepäcktrennnetz, Notruffunktion und – im Ernstfall – aktiver Unfallvorbereitung (Gurtstraffung, Schließen der Fenster) macht er weiteren Boden gut. Außerdem sammelt der Wolfsburger Offroader mit rund 30 Kilo mehr Zuladung, der VW-typischen, intuitiven Bedienbarkeit und dem im Detail hochwertigeren und solideren Qualitätseindruck weitere Punkte, sodass er nach diesem Kapitel mit komfortablem Abstand in Führung liegt.

KarosserieMax. PunkteVW Touareg V6 TDI BlueMotion TechnologyRange Rover Sport 3.0 TDV6
Raumangebot vorn1009390
Raumangebot hinten1008885
Übersichtlichkeit705659
Bedienung/ Funktion1009085
Kofferraumvolumen1006151
Variabilität1004540
Zuladung/ Anhängelast806259
Sicherheit150114105
Qualität/ Verarbeitung200178170
Kapitelbewertung1000787744

 

Fahrkomfort

2.575 Euro kostet die Luftfederung mit Heckabsenkung per Knopfdruck (zum leichteren Beladen) sowie automatischer Niveau- und Dämpferregelung bei VW. Das ist im Range Rover Sport inklusive – und trotzdem findet er beim Federungskomfort im Touareg seinen Meister: Mit zwei Personen an Bord spricht das Fahrwerk auf Querfugen zwar sanft an, trotzdem ist vereinzelt ein Nachzittern in der Karosserie spürbar. Auf derben Buckelpisten trüben Klappergeräusche aus dem Bereich der Rückbank und des Kofferraums das Bild. Zudem neigen die großen Räder bei hohem Tempo auf groben Wellen zum Poltern. Auf holprigen Landstraßen schluckt die Luftfederung des Range Rover Sport dagegen jede Unebenheit souverän.

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Trotzdem ist der VW Touareg besser: In der Comfort-Stufe scheint das Fahrwerk auf ungepflegten Landstraßen und Buckelpisten beinahe entkoppelt von der Karosserie zu arbeiten. Das Überfahren von Querfugen und Rinnen regt jedoch auch die Karosserie des Touareg zu dezenten Zitterbewegungen an. Sind beide Geländegänger voll beladen (Range Rover: 555 kg, VW: 584 kg), ändert sich das Bild nur unwesentlich. Der Brite wirkt etwas geschmeidiger und weniger zittrig als im Leerzustand. Der Touareg hingegen kann sein Niveau nicht ganz halten. Besonders das Ansprechverhalten beim Überfahren von Fahrbahnkanten leidet ein wenig. Ungeachtet dessen verfügen beide Kandidaten jedoch über ausreichende Federwegreserven, um auch Offroad-Pisten in flotter Fahrt zu verkraften.

Über mangelnde Optionen bei der Sitzeinstellung kann man sich weder an Bord des Range Rover noch im VW beklagen. Allerdings ist die Bestuhlung des Touareg vorn und hinten besser konturiert, weshalb die Lederbezüge mehr Halt bieten. Auch in Sachen Ergonomie hat der Deutsche mit größeren Ablagemöglichkeiten sowie der deutlich niedrigeren Ladekante die besseren Karten.

Die gemessenen Phonwerte dokumentieren, dass der Brite dezent zu Werke geht. Jedoch klingt sein TDV6 präsenter als der V6 TDI des VW Touareg, weshalb der Deutsche im subjektiv beurteilten Geräuscheindruck noch eine Spur besser abschneidet. Einigkeit herrscht indes bei der Güte der vielfältig einstellbaren und wirksamen Klimatisierung.

FahrkomfortMax. PunkteVW Touareg V6 TDI BlueMotion TechnologyRange Rover Sport 3.0 TDV6
Sitzkomfort vorn150122118
Sitzkomfort hinten1008078
Ergonomie150122115
Innengeräusche503234
Geräuscheindruck1006057
Klimatisierung503333
Federung leer200144130
Federung beladen200140133
Kapitelbewertung1000733698

 

Motor und Getriebe

Der Range Rover Sport mag es gemütlich und strahlt das auch mit jeder Faser aus. 193 km/h Höchstgeschwindigkeit sind genug für ein kantiges SUV dieser Größe. Trotzdem kostet ihn der Abstand zum 216 km/h schnellen Touareg acht Zähler. Der moderner gezeichnete VW hat überdies auch beim Sprint die Nase vorn und knackt die Tempo-100-Marke eine ganze Sekunde früher als der Range.

Der Wolfsburger überzeugt ferner mit seiner sauber schaltenden Achtstufenautomatik, gleichmäßiger Kraftentfaltung und Drehfreude bis weit über 4.000 Touren. Der Antritt des Range Rover erfolgt im direkten Vergleich leicht verzögert. Drehzahlen über 3.500 Umdrehungen hat er selten nötig, da der TDV6 schon bei 2.000 Touren satte 600 Newtonmeter Drehmoment entwickelt.

Angesichts des hohen Leergewichts und der üppigen Leistung sind 11,2 Liter Diesel auf 100 Kilometern ein guter Wert – jedoch begnügt sich der VW im Test mit 0,7 Litern weniger. Zudem hat der Touareg mit dem „Terrain Tech“-Paket serienmäßig einen 100-Liter-Tank an Bord und hält somit deutlich länger ohne Tankstopp durch.

Motor und GetriebeMax. PunkteVW Touareg V6 TDI BlueMotion TechnologyRange Rover Sport 3.0 TDV6
Beschleunigung150119111
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit1506548
Getriebeabstufung1009088
Kraftentfaltung503432
Laufkultur1008078
Verbrauch325182169
Reichweite251914
Kapitelbewertung1000589540

 

Fahrdynamik

Was die Zeitnahme beim Überfahren der Ziellinie auf dem Rundkurs und nach dem Slalom ausweist, ist keine Überraschung. Auch mit ein paar Kilos mehr auf den Rippen verhält sich der Touareg schnell und sicher und ist beinahe leichtfüßig zu bewegen – am besten im Normal-Modus. In der Einstellung „Sport“ wird die Federung recht bockig, sodass die Hinterachse in schnellen Wechselkurven unharmonisch ums Eck stempelt. Mit seiner präzisen Lenkung, der stets neutralen Straßenlage und den gut dosierbaren Bremsen kann der Touareg weiter punkten. Der "Autobiography Black"-Sondermodell zum 40. Range-Rover-Jubiläum hingegen ist trotz adaptiven „Dynamic Response“- Fahrwerks (3.160 Euro) auf Geländefahrten geeicht. Dafür beeindruckt die Bremsleistung des schweren Allradlers: Mit 36,3 Metern kalt und 35,9 Metern warm hält er sogar den VW auf Distanz – von Fading keine Spur.

FahrdynamikMax. PunkteVW Touareg V6 TDI BlueMotion TechnologyRange Rover Sport 3.0 TDV6
Handling1506645
Slalom1004735
Lenkung1008575
Geradeauslauf504640
Bremsdosierung301817
Bremsweg kalt1508487
Bremsweg warm1508792
Traktion1008585
Fahrsicherheit150130120
Wendekreis2077
Kapitelbewertung1000655603

 

Umwelt und Kosten

Wer sich einen Range Rover Sport kauft, ist Überzeugungstäter und nimmt dafür höhere Kosten für Grundpreis, Unterhalt und Wertverlust in Kauf. Das ist bei Touareg-Käufern sicher anders, wobei die Serien-Ausstattung des VW nicht so reichhaltig ausfällt wie die des Briten. Range Rover gewährt aber lediglich sechs Jahre Garantie gegen Durchrostung und gibt nur drei Jahre Mobilitätsgarantie. Dafür sind die Versicherungseinstufungen des noblen Briten günstiger eingepreist als die Typklassen für den Wolfsburger.

Kosten/UmweltMax. PunkteVW Touareg V6 TDI BlueMotion TechnologyRange Rover Sport 3.0 TDV6
Bewerteter Preis67511190
Wertverlust50129
Ausstattung251717
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502822
Werkstattkosten201511
Steuer1065
Versicherung402223
Kraftstoff553129
Emissionswerte258573
Kapitelbewertung1000327279

 

Fazit

Der Test belegt, dass die beiden großen SUV außer ihrer Allradtechnik wenig gemeinsam haben. Die Charaktere der zwei Geländegänger sind völlig unterschiedlich. So ist der "Autobiography Black"-Sondermodell zum 40. Range-Rover-Jubiläum das richtige Auto für all jene, die entspannt gleiten wollen, ab und zu einen Abstecher in schweres Gelände mögen und denen der britische Charme des Range gefällt. Doch das praktischere Auto mit dem besseren Komfort, der effizienteren Antriebstechnik und dem dynamischeren Fahrwerk ist in diesem Vergleichstest der VW Touareg. Kein Wunder, dass der Wolfsburger etwa fünfmal so oft gekauft wird wie der Engländer – zumal er auch noch günstiger ist.

Gesamtbewertung

Max. PunkteVW Touareg V6 TDI BlueMotion TechnologyRange Rover Sport 3.0 TDV6
Summe500030912864
Platzierung12

Tags:
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