Range Rover Evoque: Land Rover Experience Tour 2013 Reportage: Auf der Seidenstraße

10.11.2013

Güter, Religionen und Kulturen gelangten einst auf der Seidenstraße von Ost nach West. Nun verfolgt die Land Rover Experience Tour die Spuren von Berlin bis Indien. Wir begleiteten sie ein Stück durch Zentralasien

Sonntag, 15. September, 4:00 Uhr morgens. Das Geräusch vom Reißverschluss am Zelteingang lässt einen aus dem Tiefschlaf hochschrecken. Wo? Was? Wie? Es ist stockfinster. Dann plötzlich eine Taschenlampe. Der Strahl schlägt wie ein Blitz direkt ins Gesicht. „Wach?“, ertönt eine kräftige Stimme. „Klar, wach,“ stammeln die eigenen Lippen wie ferngesteuert.

Das Land-Rover-Experience-Weckkommando. Kein liebevolles Flüstern. Kein „Guten Morgen, Frühstück ist fertig.“ Stattdessen bittere Kälte, ein klammer Schlafsack und totale Orientierungslosigkeit. Der erste Schritt aus dem Schlafsack ist der schwerste. Es folgt der nächste vor die Zelttür nach draußen. Dort offenbart sich ein überwältigender Sternenhimmel, unter dem so langsam die Erinnerung zurückkehrt. Wir sind in Kirgistan. Hier auf über 2000 Meter Höhe, mitten in der Steppe, hatten wir das Camp aufgeschlagen. Das ist gerade ein paar Stunden her. Frühes Aufstehen scheint wichtig auf so einer Expedition. Schlaf ist nebensächlich. Wenn man in 50 Tagen halb um die Erde fahren will, läuft die Zeit.

Die Grenzüberquerung von Usbekistan nach Kirgistan hat gestern schon genug davon gekostet. Sieben Stunden brauchte der Konvoi aus elf Range Rovers Evoques, um an den akribischen Beamten vorbeizukommen. Dabei waren wir früh am Morgen die ersten am Schlagbaum. Überhaupt sind wir immer zeitig gewesen. Auch tags zuvor, als wir das Millionengewusel von Taschkent im Morgengrauen verließen, um auf einem Marathonritt schnell in das dicht besiedelte Ferghana-Tal zu gelangen – dem kulturellen Zentrum Zentralasiens. Der Besuch einer Seidenfabrik in Margilan entschädigte für die Hatz. Vom Abwickeln des Fadens aus dem Kokon der Seidenraupe bis zum Weben der Tücher oder Knüpfen der Teppiche wird in Usbekistan auch heute noch alles per Hand erledigt. Verständlich, dass dieses komplizierte Handwerk seit Jahrtausenden auch Europäer fasziniert und dem weltweit größten und ältesten Netz von Handelsstraßen seinen Namen gab.

 

Der Aufstieg ins höchste Gebirge der Welt beginnt

Als der erste Wagen angelassen wird, um ein wenig Licht ins dunkle Camp zu bringen, sind die meisten schon aus ihren Nachtlagern gekrochen. Jetzt noch schnell die Zelte abbauen, einen Schluck bitteren Instantkaffee aus dem Thermonbecher nehmen und ab ins Auto. Nach der eisigen Nacht leuchtet der kompakte Range Rover wie eine rollende Oase. Kleine Lichter überall, bequeme Ledersessel und sogar Sitz- und Lenkradheizung sind in den Expeditionsfahrzeugen verbaut. Schnell ist der Evoque in dieser kargen Landschaft zu einem Heim geworden – einem Kokon, an dessen Fenstern die schroffe Landschaft Zentralasiens vorbeizieht. Heute wird der Tross das erste Mal auf dieser Tour klettern müssen. Denn nach den hauptsächlich flachen Etappen durch Osteuropa und Zentralasien stehen nun mehrere Pässe von weit über 3000 Metern auf dem Plan. Es sind die Vorboten für das, was noch kommt – zwischen Kirgistan und dem Endziel Mumbai in Indien bäumt sich das größte und höchste Gebirge der Welt auf: der Himalaya.

Schon seine westlichen Ausläufer, der Tian Shan und das Moldo-Too-Massiv, erreichen Höhen von mehr als 7000 Metern. Höchster Berg in Kirgistan ist mit 7439 Metern der Dschengisch Tschokusu ganz im Osten des Landes. Langsam setzen sich die elf grellen Lichtkegel in der Dunkelheit in Bewegung. Auf einem steinigen, unwegsamen Pfad schaukeln sie sich weiter die Berge hinauf gen Osten. Kilometer für Kilometer kraxeln sie durch tiefe Rinnen, ausgewaschene Löcher und kleine Bäche. Nur selten schalten die Neunstufen-Automaten der nagelneuen Evoque weiter als bis zum dritten Gang. Für heute stehen 115 Kilometer im Roadbook. Die meisten davon sind so unwegsam wie diese hier. Und so schraubt sich der Konvoi nur gemächlich in die Höhe. Als die Dämmerung einbricht, ist er längst vom ewigen Nebel des Moldo Too-Gebirges verschluckt.

 

Nomaden leben mit Yaks, Ziegen und Schafen im Hochland

Als sich der Dunst auf dem Pass etwas lichtet, ist die Schneefallgrenze schon durchbrochen. Die nasse Piste ist rutschig, die Wipfel rundum sind mit frischem, weißem Puder bedeckt. Weit kann man nicht in die tiefen Schluchten schauen – zum Glück. Auf Begegnungen mit Einheimischen braucht man hier oben nicht zu hoffen. In diesem verlassenen Gebiet Kirgistans leben gerade 270.000 Menschen – auf einer Fläche, die deutlich größer ist als Nordrhein-Westfalen. Nach ein paar Stunden ist der erste Aufstieg geschafft. Das Gelände wird flacher, und langsam verschwindet der Nebel ganz. Hinter der steilen Westflanke des Moldo Too eröffnet sich das  schier endlose, fruchtbare Hochplateau Song Kul mit dem gleichnamigen See in der Mitte.

Dies ist die Heimat vieler Nomaden. In friedlicher Gemeinschaft leben sie zusammen mit ihren Yaks, Schafen und Ziegen, ziehen über die Weiden und wohnen in Jurten. Gegen die Kälte helfen Felle und das Feuer aus dem Mist der Tiere. Technische Hilfsmittel, Autos oder gar Computer sind den Bewohnern fremd. Doch spätestens Ende Oktober wird es auch ihnen hier oben zu unwirtlich. Dann ziehen sie wieder talabwärts. Der Range Rover Konvoi dagegen setzt seinen Weg schon heute gen Osten fort. Wie eine Fata Morgana aus einer anderen Zeit zieht er an den Jurten vorbei. Die Szene hat etwas Surreales. In den malerischen Weiten versunken, holt einen die Stimme im Funkgerät plötzlich in die Realität zurück.

„Die Grenze nach China wird zugemacht“, knarzt es. Schweigen. Kurz darauf folgt ein „Übermorgen.“ Weitere Erklärungen braucht es nicht. Jedem ist klar, was das heißt. Eigentlich waren für die Strecke noch drei Tagesetappen eingeplant – inklusive des Besuchs der kirgisischen Hauptstadt Bishkek, wo Diesel, Wasser und Proviant aufgefüllt werden müssen. Allein bis dahin sind es noch gut 400 Kilometer. Die Entscheidung erfolgt bei Sonnenuntergang: Wir fahren durch. Auf einer löchrigen Teerstraße beginnt der Kampf gegen die Zeit. Der Tunnel am 3586 Meter hohen Töö Ashuu Pass ist kurz vor Mitternacht erreicht. Danach geht es nur noch bergab. Um zwei Uhr morgens rollt der Konvoi durch Bishkek – eine 22-Stunden-Etappe ist geschafft. Jetzt schnell noch etwas Schlaf, schließlich wird morgen früh aufgestanden.

Markus Schönfeld

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