Quads: Gerichtsurteil besagt erhöhte Betriebsgefahr Instabile Straßenlage

25.10.2013

Fahrer der kleinen Spaßmobile verursachen 85 Prozent aller Unfälle, in die sie verwickelt sind, selbst. In der Haftungsfrage sieht es für Quad-Piloten in Deutschland oftmals schlecht aus

Bei flotten Kurvenfahrten und harten Bremsmanövern können Quads leicht ins Schleudern geraten und umkippen - das ist der Bauart der motorradähnlichen, vierrädrigen Vehikel geschuldet. Daher geht von ihnen nach Ansicht des Oberlandesgerichts München eine viel höhere Betriebsgefahr aus als von Autos. Nach einem Zusammenstoß mit einem Pkw müssen Quad-Fahrer folglich damit rechnen, dass sie für den Crash haften, obwohl sich die Schuldfrage nicht klären lässt. Der entsprechende richterliche Beschluss (Az.: 10 U 2166/13), auf den der ADAC hinweist, ist noch nicht rechtskräftig.

 

Quad in Deutschland: Instabile Straßenlage

Nach einem Unfall zwischen Quad und Pkw mit ungeklärter Ursache stellte das Münchner Gericht entgegen der Auffassung des Quad-Fahrers fest, dass die Betriebsgefahr des Autos vollständig hinter der des Quads zurücktritt, und wies die Berufung zurück. Entscheidend dafür war unter anderem die generell recht instabile Straßenlage von Quads. In dem verhandelten Fall ging der Fahrer deshalb leer aus.

Eine aktuelle Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) zeigt, welche Gefahr von Quads ausgeht: Quad-Fahrer verursachen demnach gut 85 Prozent aller Unfälle, in die sie verwickelt sind, selbst. Die Unfallforscher führen dies auf «das störrische Fahrverhalten» von Quads «gepaart mit Übermut» vor allem junger Fahrer zurück. Zwei Drittel der Quad-Unfälle seien darauf zurückzuführen, dass der Fahrer von der Fahrbahn abkommt. Mit einem Quad sei das Risiko, bei einem Unfall schwer verletzt oder getötet zu werden, rund zehnmal höher als mit einem Pkw. Für die UDV-Studie wurden 640 Quad-Unfälle analysiert

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