Premium-Kompaktklasse Kurz und knapp

28.05.2008
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Mit dem CLC reaktiviert Mercedes das Sportcoupé auf Basis der alten C-Klasse. Ob diese Neuauflage gegen die Konkurrenz im Segment der Premium-Kompakten bestehen kann, zeigt ein Vergleich des CLC 180 Kompressor mit dem Audi A3 1.8 TFSI und dem BMW 118i

Seien wir doch mal ehrlich: Wie oft fährt man schneller als Tempo 200 auf der Autobahn? Und kaum jemand ist wohl ständig an der Belastungsgrenze seines Autos unterwegs. Kavalierstarts in der Stadt, das Ausdrehen jedes Gangs auf der Landstraße und Kurvenjagden im Grenzbereich – das sind heutzutage absolute Ausnahmen. Im Normalfall wird selbst ein lustvoll-engagierter Fahrer das Auto gelassen und vorausschauend vorantreiben, knackiges Einlenkverhalten, muntere Beweglichkeit, perlende Drehfreude und satte Funktionalität genießen. Das reicht weit diesseits der 160 PS völlig aus, um aus Fahrspaß und Besitzerstolz eine emotional wie rational tragfähige Mischung zu schmieden. Auch insofern ist der 143 PS starke Basisbenziner des Mercedes CLC 180 Kompressor der ideale Motor, um der Substanz des jüngsten Neuzugangs in die Mercedes-Modellpalette auf den Zahn zu fühlen. Der Motor muss sich in dieser Klasse dem gleich starken Vierzylinder des BMW 118i sowie dem 160-PS-Turbo des Audi A3 1.8 TFSI stellen.

 

Karosserie

Die weitgehend unverändert vom alten Sportcoupé übernommene Karosserie des CLC ist im Vergleich zu denen der Konkurrenz etwas zu eng geschnitten, um Punkte gutzumachen. Ebenso verliert der CLC in Sachen Übersicht und Funktionalität: Die Heckscheibe gleicht einer Schießscharte, die manuelle Sitzbedienung sorgt durch das zwischen Sitz und Mitteltunnel eingezwängte Rad der Lehneneinstellung für Verdruss.Obendrein fällt das alte Comand-System trotz aufgefrischter Systemoberfläche durch eine umständliche Bedienbarkeit auf: Tief angeordnet und mit Mehrtasten-Funktion fällt es hinter die Navigationssysteme mit schnellen Dreh-Drück-Stellern von Audi und BMW zurück. Ansonsten sind die Schnelligkeit des Prozessors und die Kartendarstellung immer noch gut. Dennoch: Wenigstens hier hätte man sich bei Mercedes im Regal der neuen C-Klasse bedienen sollen.

Positiv fällt das verbesserte iDrive des BMW 1er mit seinen frei belegbaren Funktionstasten und dem wenig ablenkenden, hoch angeordneten Monitor auf. Schwach sind dagegen die ungenügende Anzahl und die Größe der Ablagen.
In der Dreitürer-Klasse vielleicht nicht gerade der Top-Kritikpunkt, aber immer wieder auffallend: Die 1er-Karosserie ist besonders im Gepäckfach einen – im Ernstfall unangenehmen – Hauch zu knapp geschnitten. Nur der gleich ganz als Dreitürer ausgelegte CLC tut sich mit sperrigem Transportgut wie Klapp-Kinderwagen noch schwerer. Die bloßen Ladekapazitäten in nackten Literzahlen können solche Alltags-Beschwernisse auch nur schlecht wiedergeben.

Besser macht es der Audi A3: Insgesamt überzeugt er durch gute Funktionalität. Sein ganzer Schnitt ist um den entscheidenden Wohlfühl-Faktor lässiger geraten.

KarosserieMax. PunkteBMW 118 iAudi A3 1.8 TFSIMercedes CLC 180 Kompressor
Raumangebot vorn100586460
Raumangebot hinten100484845
Übersichtlichkeit70424240
Bedienung/ Funktion100868882
Kofferraumvolumen100262723
Variabilität100282328
Zuladung/ Anhängelast80253523
Sicherheit150897983
Qualität/ Verarbeitung200183185180
Kapitelbewertung1000585591564

 

Fahrkomfort

Es sind relativ kleine Autos, und trotzdem sitzt man auch in dieser Klasse schon wirklich angenehm. Alle drei Probanden können auch durch praktische Einstiegshilfen in den Fond überzeugen. Lediglich der Mercedes wirkt etwas beengter, vorn haben Großgewachsene durch die hoch positionierten Sitze ein Problem mit der Kopffreiheit. Auch die Ergonomie des Stuttgarters liegt nicht ganz auf dem Niveau des Audi, der in diesem Kapitel besonders mit einer niedrigen Ladekante und perfekt angeordneten Bedienelementen überzeugt.

Der BMW wird serienmäßig mit einer Zweimann-Sitzbank im Fond ausgeliefert, auf Wunsch gibt es aber ohne Aufpreis auch eine Dreimann-Bank. Pluspunkte gibt es für den 1er, sobald es um den besten Geräuschkomfort geht: Der angenehm klingende Direkteinspritzer-Vierzylinder läuft im Vergleich am leisesten. Besonders still wird es im 118i übrigens an Ampeln – hier schaltet sich der Motor automatisch gleich ganz ab. Aber auch Wind- und Fahrgeräusche sind beim Münchner am geringsten ausgeprägt, und ganz entgegen des sportlichen BMW-Images rollt er gleichzeitig straff und doch komfortabel ab. Erst in beladenem Zustand kann der härter abgestimmte Audi am BMW vorbeiziehen.

König des Federungskomforts ist aber der Mercedes CLC – und das trotz des im Testwagen verbauten optionalen Sportpakets. Für den gelungenen Spagat zwischen sportlichem Fahrverhalten und geschmeidigem Abrollen geht ein dickes Kompliment ins Schwabenländle.

FahrkomfortMax. PunkteBMW 118 iAudi A3 1.8 TFSIMercedes CLC 180 Kompressor
Sitzkomfort vorn150118120110
Sitzkomfort hinten100525045
Ergonomie150120128110
Innengeräusche50342831
Geräuscheindruck100706568
Klimatisierung50252424
Federung leer200134128140
Federung beladen200136135140
Kapitelbewertung1000689678668

 

Motor und Getriebe

Zugegeben: Gegen den spritzig und mit saftigem Punch anschiebenden Direkteinspritzer-Turbomotor des 160 PS starken Audi A3 1.8 TFSI sehen die mit 143 PS notierten Wettbewerber aus München und Stuttgart tatsächlich richtig angestrengt aus. Besonders der Saugmotor im BMW wirkt in diesem Trio reichlich unter Druck. Allerdings kann der hochmoderne Direkteinspritzer des 118i in einer anderen Hinsicht überzeugen: Er verbraucht durch die ausgedehnte Magerverbrennung und Tricks wie den automatischen Ampel-Motorstopp sowie zahlreiche entkoppelte Nebenverbraucher knapp drei Liter weniger Superbenzin als der A3 und kann auch den gleich starken Mercedes CLC 180 Kompressor um immerhin 1,7 Liter schlagen.

Angesichts dieser Relationen lohnt es sich durchaus, einen Blick auf den 143-PS-BMW zu werfen. Ohne den heißen Atem aus Ingolstadt im Nacken und ausgeprägte Vollgas-Ambitionen ist der 118i nämlich ein spritzig zu bewegendes Auto. Der fast konventionelle Motor im CLC 180 weist eine typische Kompressor-Charakteristik auf: wenig Engagement in der Gasannahme, aber kräftiger Durchzug. Bis zu mittleren Tempi wirkt das Triebwerk beinahe wie ein hubraumstarker Saugmotor, das Beharrungsvermögen des Mercedes an langen Autobahnsteigungen mit höheren Geschwindigkeiten ist spürbar besser als das des BMW 118i. Getriebeseitig erlaubt sich keiner der Konkurrenten eine echte Schwäche, nur der Stuttgarter schaltet sich nicht ganz so knackig wie das sportliche Duo aus Audi und BMW.

Motor und GetriebeMax. PunkteBMW 118 iAudi A3 1.8 TFSIMercedes CLC 180 Kompressor
Beschleunigung150136154132
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit150809090
Getriebeabstufung100868782
Kraftentfaltung50303835
Laufkultur100707872
Verbrauch325189158173
Reichweite2512812
Kapitelbewertung1000603613596

 

Fahrdynamik

Da ist das Staunen groß: Der Mercedes CLC mit seinem optionalen Sportpaket zieht seinen beiden betont fahraktiven Konkurrenten die Ohren lang. Mit einer – bis auf die immer noch etwas diffuse Mittellage – präzise arbeitenden Lenkung, hervorragenden Bremsen, guter Traktion und souveräner Fahrsicherheit holt er unauffällig Punkt um Punkt. Besonderes Merkmal des Schwaben ist seine ausgeprägte Gutmütigkeit, ohne dass er jedoch ins Fade oder Träge abrutschen würde. Der CLC fühlt sich hellwach an, bleibt aber immer auf der coolen Seite. Genau hier übertreibt es der BMW 118i. Zwar ist über seine hochpräzise Lenkung und das mit hervorragendem Feedback arbeitende Fahrwerk ein wahres Feuerwerk an gefühlter Grenzbereichsdynamik abzurufen – tatsächlich geht es aber überhaupt nicht anders als mit viel Drama.

Das Schöne an diesem Charakter ist, dass der BMW seine Handlichkeit auch in den Alltag transportieren kann. Wo der 118i stets quirlig und flink auftritt, wirkt der hochneutrale Audi genau so – neutral. Auf dem Handling-Parcours und in der Slalomgasse kann der A3 1.8 TFSI aber genau diese Neutralität in beeindruckende Zeiten umsetzen: Trotz eines leichten Traktionsnachteils gegenüber den hinterradgetriebenen Konkurrenten fegt er wie ein Wirbelwind und jederzeit hervorragend kontrollierbar um den Kurs, sein spurtstarker Motor inhaliert die Zwischengeraden mit aller Lässigkeit. Und in der Slalomgasse gibt sich der A3 eben um ein Vielfaches souveräner – ergo ist er leichter zu fahren und schneller als sein übereifriger Hauptkonkurrent mit dem weiß-blauen Propeller im Markenlogo.
Die Chance, an dieser reifen Vorstellung des Ingolstädters dranzubleiben, ergibt sich für den BMW 118i nur durch seine unter Belastung standfesteren Bremsen.

FahrdynamikMax. PunkteBMW 118 iAudi A3 1.8 TFSIMercedes CLC 180 Kompressor
Handling150707570
Slalom100696562
Lenkung100828178
Geradeauslauf50404040
Bremsdosierung30201918
Bremsweg kalt150908990
Bremsweg warm150958595
Traktion100423945
Fahrsicherheit150125128128
Wendekreis20171017
Kapitelbewertung1000650631643

 

Umwelt und Kosten

Der Mercedes ist deutlich teurer als der Audi und der BMW, immerhin bietet er für diesen Mehrpreis aber so Mercedes-typische Komfort-Features wie Klimaanlage und Tempomat serienmäßig. Um aber fahrdynamisch auf den Stand der Konkurrenz zu kommen, müssen Fans weitere 2200 Euro in das optionale Sportpaket investieren. Am preisgünstigsten ist der BMW 118i, er hat außerdem den geringsten Wertverlust. Und er kann mit den deutlich niedrigsten Kraftstoffkosten sowie den besten Emissionswerten weitere Punkte einfahren. Diesen Vorsprung verliert er auch nicht durch seine geringfügig höheren Werkstatt- und Versicherungskosten oder die schlechteren Garantiewerte.

Kosten/UmweltMax. PunkteBMW 118 iAudi A3 1.8 TFSIMercedes CLC 180 Kompressor
Bewerteter Preis675232226198
Wertverlust50262522
Ausstattung2522
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung50202827
Werkstattkosten20151613
Steuer10999
Versicherung40333433
Kraftstoff55393235
Emissionswerte25898284
Kapitelbewertung1000465452423

 

Fazit

Der Einstand des Mercedes CLC 180 Kompressor in die Premium-Kompaktklasse ist zwar gelungen. Gegen die moderne Technik der Konkurrenz aus Ingolstadt und München tut sich das Mercedes-Coupé auf Basis der letzten C-Klasse allerdings schwer. Nicht zuletzt aufgrund seines deutlich höheren Preises. Immerhin, mit Sportpaket (2200 Euro) wird der Mercedes zum Meister der Fahrdynamik. Der Audi A3 1.8 TFSI hat am Ende aber die Nase knapp vorn. Er zeigt keine gravierenden Schwächen und gewinnt nicht zuletzt dank seiner überlegenen Fahrleistungen das Motorenkapitel und zudem noch das Karosseriekapitel. Der BMW 118i dagegen glänzt mit einem hervorragenden Verbrauch und einer guten Sicherheitsausstattung. In Sachen Komfort fährt er mit dem Audi auf Augenhöhe. Am Schluss bedeutet das Platz zwei für den Münchner.

Gesamtbewertung

Max. PunkteBMW 118 iAudi A3 1.8 TFSIMercedes CLC 180 Kompressor
Summe5000299229652894
Platzierung123

Tags:
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