Erben Generation
Vergleich sportliche Kompakte
Aus POWERCAR 5 / 2007
Starker Spanier: Seat Leon Cupra mit 240 PS
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Seit 30 Jahren rüttelt die Konkurrenz in der Kompaktwagenklasse am Thron des VW Golf GTI. Wie gut schlägt er sich im Vergleich zu den ebenfalls starken Volvo C30 und Seat Cupra?
Die Revolution, so sagt man, frisst ihre Kinder. Freilich nicht alle. Dem VW Golf GTI blieb dieses Schicksal erspart. Vor 30 Jahren krempelte der erste GTI mit seinem 110 PS starken 1,6-Liter die Sportlerszene um. Plötzlich musste man nicht mehr unbedingt einen BMW oder Alfa fahren, ein simpler Golf mit Einspritzmotor reichte, um bürgerliche Mittelklasse-Chauffeure das Fürchten zu lehren. Nachdem die Konkurrenz ihre Tränen getrocknet hatte, schickte sie Legionen kräftig motorisierter Kompaktwagen ins Rennen. Kadett GT/E und GSi, 205 GTI oder Escort XR3i, allesamt vergessen. Nur den GTI, den gibt es immer noch. Zugegeben, zu Zeiten der Golf-Baureihen II und III hatte er die eine oder andere schwächere Phase, aber spätestens mit dem aktuellen Modell ist der GTI dort, wo er 1976 bereits war: auf der Poleposition in der Klasse der sportlichen Kompaktwagen.
Wie es sich gehört, spendierte Volkswagen dem GTI zum Geburtstag ein passendes Sondermodell. Es hört auf den Namen Edition 30, und es unterscheidet sich vom normalen GTI vor allem durch eines: den leistungsgesteigerten Motor. Statt der üblichen 200 leistet der Zweiliter-Turbo-FSI im Jubiläumsmodell 230 PS. War auch fällig, denn die Konkurrenz lockt längst mit Leistungsangeboten jenseits der 200er-Grenze. Der Seat Leon Cupra zum Beispiel. Er basiert nicht nur auf derselben Bodengruppe wie der GTI, sondern wird auch noch von einem prinzipiell baugleichen Triebwerk befeuert. Allerdings mit 240 PS. Etwas weniger Leistung steht im Volvo C30 T5 zur Verfügung. Der 2,5-Liter-Turbo-Fünfzylinder, bestens bekannt aus diversen Ford- und Volvo-Modellen, leistet im sportlichen Kompakt-Schweden stramme 220 PS.
Karosserie
Doch nicht nur die Leistungsdaten in der sportlichen Kompaktklasse haben sich im Lauf der letzten 30 Jahre verdoppelt. Das gilt ebenso für das Gewicht: Bei allen drei Testkandidaten zeigt die Waage Werte knapp unter 1,5 Tonnen an. Mit 1451 und 1452 Kilogramm liegen Cupra und GTI praktisch gleichauf, der Volvo ist fast einen Zentner gewichtiger: 1491 Kilogramm. Was die Zuladung auf bescheidene 369 Kilogramm schrumpfen lässt. Jedoch ist das im Fall des C30 nicht wirklich schlimm. Denn der modische, nur dreitürig lieferbare Kompaktwagen taugt ohnehin eher als großzügiges 2+2-Coupé denn als vollwertiger Viersitzer.
Immerhin haben Autos dieses Zuschnitts bei Volvo eine Tradition. Der legendäre Schneewittchensarg P 1800 ES ist eine Ikone der Volvo-Historie, und der ungeliebte 480 ES transportierte die Shooting Brake-Idee durch die 80er in die 90er-Jahre. Diesem Gedanken, dem zweitürigen Sportkombi, fühlt sich auch der C30 verpflichtet. Leider verließ die Designer beim Gestalten der Frontpartie etwas die Phantasie. Zu seinem wohlgeformten Heck trägt der C30 ein Volvo-Gesicht von der Stange. Und die hübsche Form hat auch den einen oder anderen Nachteil. Der Kofferraum des C30 ist nur über die zwar wohl gestaltete, aber sehr kleine Luke zugänglich und bietet bei nicht vorgeklappten Rücklehnen nur bescheidene 251 Liter Ladevolumen. Zudem ist das Entern des Fonds eine Übung, die man über 30-Jährigen eher nicht zumuten will. Das ist zwar bei einem sportlichen Automobil nicht unbedingt entscheidend, kostet aber im Karosseriekapitel eines Vergleichstests dennoch Punkte. Der Volvo liegt am Ende der Karosseriewertung nur knapp hinter dem Golf GTI. Auch weil das Raumangebot auf den vorderen Plätzen ausgesprochen gut ist.
Viel enger geht es im Seat zu. Das niedrige Dach und die massiven Säulen lassen im Cupra eine fast höhlenartige Atmosphäre aufkommen. Weitere Punkte verliert der Cupra durch die bescheidene Übersichtlichkeit der Karosserie. Auch Materialwahl und Qualitätsanmutung des Seat erreichen nicht ganz das Niveau des Volvo und vor allem des VW.
Der GTI leistet sich kaum Schwächen in diesem Kapitel. Er verfügt über das größte Raumangebot sowie die umfangreichste Sicherheitsausstattung und ist am besten verarbeitet. Vom normalen GTI unterscheidet sich der Edition 30 optisch übrigens durch Schwellerverbreiterungen in Wagenfarbe und rote Ziernähte im Interieur sowie einem Schalthebelknauf im Golfball-Design. Auffälligstes Merkmal sind freilich die schwarz lackierten 18-Zoll-Räder. Wem das zu sehr nach Tuning aussieht, der kann aufpreisfrei andere 18-Zöller ordern.
| karosserie | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Max. Punkte | VW Golf GTI 30 | Seat Leon Cupra | |||||||
| Raumangebot vorn | 100 | 67 | 58 | ||||||
| Raumangebot hinten | 10 | 6 | 4 | ||||||
| Übersichtlichkeit | 25 | 13 | 12 | ||||||
| Bedienung/ Funktion | 80 | 72 | 68 | ||||||
| Kofferraumvolumen | 25 | 25 | 25 | ||||||
| Sicherheit | 100 | 71 | 65 | ||||||
| Qualität/ Verarbeitung | 160 | 145 | 132 | ||||||
| Kapitelbewertung | 500 | 399 | 364 | ||||||
Autos im Test
VW Golf GTI 30
Seat Leon Cupra
Volvo C30 T5
























































