Powercar Wild Thing
Shelby WCC Mustang
Shelby WCC Mustang
Aus POWERCAR 6 / 2005
Traditionstuner Carroll Shelby und West Coast Customs entwickelten auf Basis des Ford Mustang einen echten Supersportler. Wir fuhren das erste Exemplar
| Eckdaten | |
|---|---|
| PS-KW: | 549 PS (404 kW) |
| Antrieb: | Hinterrad, 5 Gang Automatik |
| 0-100 km/h: | 4.20 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit: | 280 km/h |
| Preis: | k. A. |
Was für ein Gerät. Tief geduckt steht der Über-Mustang mit seinen riesigen 22-Zöllern auf der Straße. Die mächtig gewölbte Motorhaube wirkt wie die stählerne Brust vom Terminator. Die riesige Spoiler-Stoßstange mit ihren gefräßigen Öffnungen scheint die Straße inhalieren zu wollen. Dumpf bollert der aufgeladene V8 im Leerlauf. Sechs Scheinwerfer schauen derart Respekt einflößend, dass es einem die Sprache verschlägt.
Carroll Shelby, legendärer US-Tuner und Vater der uramerikanischen Sportwagenlegende Cobra sowie der ersten Mustang GT 350 und 500, hat sich jetzt des neuen Mustangs angenommen. Sound und Optik des über 500 PS starken GT 500 KR von 1968 (das Kürzel stand vielsagend für King of the Road) haben sich für immer ins Bewusstsein Shelbys eingebrannt. Als Ford vor zwei Jahren den Mustang wieder auferstehen ließ, plante Shelby sofort die Wiederbelebung der alten Sportwagenherrlichkeit.
Gemeinsam mit den neuen Helden der US-Tuning-Szene, West Coast Customs, die für die Interieur- und die aufwändige Exterieur-Gestaltung zuständig sind, entstand dieser Überflieger – die Nummer eins von nur 25 Stück, die im Shelby-Werk in Los Angeles gebaut werden. Allein dies wird den Wert dieses Autos steigern. Auspuffspezialist Borla sorgt mit schalldämpferfreier Rohrführung (inklusive zweier Kats) für markerweichenden Sound, und der deutsche Fahrwerksspezialist Eibach, der in seinem US-Werk eine Entwicklungsabteilung betreibt, für sichere Straßenlage.
Die ist auch dringend nötig, denn der von einem Radialverdichter mit 0,6 bar aufgeladene V8 sorgt für mächtig Anschub. Bissig hängt der Motor am Gas und liefert über den ganzen Drehzahlbereich dermaßen viel Leistung ab, dass es einen nachhaltig in die Bicolor-Ledersitze presst. Untermalt wird das vom asthmatischen Sound des Kompressors.
Unharmonisch erscheint die riesige 22-Zoll-Bereifung, die wohl nur den ersten Prototypen schmücken wird. Wenn auch der Abrollkomfort der 255/30er-Walzen hölzern wirkt, so folgt der Shelby WCC Mustang dem Einlenkbefehl doch präzise. Die verstärkten Eibach-Stabis mindern die Seitenneigung spürbar. Und selbst schnell durchfahrene Wechselkurven bringen den Mustang nicht aus der Ruhe. Bei ausgeschalteter Traktionskontrolle und vollem Leistungseinsatz drängt das Heck nach außen – dieses Auto ist einfach herrlich unvernünftig. Deutlich vernünftiger ist schon die Bremsanlage, die Zulieferer Brembo beisteuert. Riesige innenbelüftete und gelochte Scheiben werden von Vierkolben-Sätteln umgriffen.
Fazit - Martin Hube
Ein amerikanisches Musclecar, das sich seinem historischen Vorbild entsprechend das Kürzel KR voll verdient hätte.
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Shelby WCC Mustang






















































