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Ruf RGT

Dritte Kraft

Porsche-Spezialist Ruf erhöht die Drehzahl – und präsentiert mit dem RGT die dritte Baureihe auf Basis des 911 Typ 997

Eckdaten
PS-kW445 PS (327 kW)
AntriebHinterrad, 6 Gang manuell
0-100 km/h4.20 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit315 km/h
Preis179.800,00 €

Mit 650 PS aus einem 3,8-Liter-Biturbo-Motor sorgt der Rt 12 für überragende Fahrleistungen, er ist der unangefochtene Platzhirsch. Der Ruf R Kompressor 3.8 wiederum ist mit 435 PS und einem Drehmoment von 470 Newtonmetern der Alltagssportler des Allgäuer Sportwagen-Herstellers. Der neue RGT ist extremer: Mit dem tief nach unten gezogenen Frontspoiler gleicht er auf den ersten Blick zwar seinen Brüdern, doch er ist deutlich breiter geraten. Und das stilecht, denn die auf die Kotflügel geschraubten Verbreiterungen sind denen des legendären 993 GT2 nachempfunden. Da Ruf die Fahrzeuge von der Rohkarosserie aus aufbaut, gibt dies den Entwicklern die Chance, die Radausschnitte so zu bearbeiten, dass großes Schuhwerk problemlos passt. Im Zuge des eigenständigen Fahrzeugaufbaus zieht eine weitere Ruf-Spezialität in die Karosserie des RGT ein: der integrierte Überrollbügel. Er sorgt, bis auf die Querstrebe hinter den Sitzen unsichtbar unter dem Dachhimmel und den Säulenverkleidungen versteckt, für mehr Sicherheit und eine deutlich erhöhte Steifigkeit. Da der RGT nicht nur auf der Straße, sondern auch auf der Rundstrecke zeigen soll, was in ihm steckt, gibt es neben einem einstellbaren Gewindefahrwerk noch weitere Spezialitäten: etwa eine Differenzialsperre, extrem leichte 19-Zöller, eine Schaltwegeverkürzung, Sitzschalen im Stile des GT3, optionale Keramik-Bremsen und ein Heckleitwerk, das für deutlich mehr Abtrieb sorgt. Der exklusive Ruf RGT zielt somit direkt auf den Porsche GT3, wenn nicht gar den GT3 RS, den er mit 179800 Euro im Preis um rund 50000 Euro übertrifft. Es war eben schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben. Während einer ersten Ausfahrt rund um den Pfaffenhausener Firmensitz kann der RGT sein Potenzial nur ansatzweise zeigen, doch schon auf den ersten Metern beweist er trotz kaltem Triebwerk Alltagstauglichkeit, er beschleunigt ruckfrei aus dem Drehzahlkeller. Die Schaltung agiert auf kurzen Wegen, verlangt aber nach kraftvollem Zupacken. Auch die verstärkte Kupplung lässt sich längst nicht so leicht wie vom Serien-Elfer gewohnt niedertreten. Nebensächlichkeiten, denn das Triebwerk reagiert bissig auf jeden Millimeter Gaspedalweg und schreit seine Drehfreude dabei durch die armdicken Auspuff-Endrohre – zorniger und tiefer als das heisere Kreischen eines 3,6-Liter-GT3-Motors. Das 3,8-Liter-Aggregat begeistert allerdings nicht nur mit einer möglichen Maximaldrehzahl von über 8000 Touren, sondern vor allem mit dem sehr breiten nutzbaren Drehzahlband von über 5000 Umdrehungen. Souveräne Leistungsabgabe ist aber nicht alles: Messerscharf reagiert der extrem steif gebaute RGT auf Einlenkbefehle und vermittelt dabei genau das richtige Maß an Rückmeldung. Schon nach kurzer Zeit findet der Fahrer Vertrauen zum RGT und genießt das extrem hohe Grip-Niveau. Selbst bei sehr hohem Kurventempo bleibt der RGT neutral und auch bei druckvollem Herausbeschleunigen aus der Kurve spurtreu. Die Traktion sichern das bereits erwähnte Sperrdifferenzial sowie die fette Bereifung mit 325/30er Walzen (GT3 RS: 305/30er) auf 12,5 Zoll breiten Hinterrädern. Dass die Konstrukteure bei aller Konzentration auf Grip, Einlenkpräzision, Rückmeldung und Leistungsbereitschaft des Triebwerks den Fahrkomfort nicht gänzlich außer Acht ließen, überrascht beinahe. Fahrbahnunebenheiten und Querfugen meistert der RGT recht gut. Mit diesem Elfer im Rennsport-Trimm über abgelegene Landstraßen zu pfeilen, macht unglaublichen Spaß, da der passable Restkomfort dafür sorgt, dass der RGT das starke Anbremsen vor Kurven mit guten Manieren erledigt. Da kommt Vorfreude auf, den RGT demnächst auch auf der Rennstrecke zu erleben.

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Ruf RGT

PS/KW 445/327

0-100 km/h in 4.20s

Hinterrad, 6 Gang manuell

Spitze 315 km/h

Preis 179.800,00 €