Porsche Boxster Spyder 2015 im Test Spyder in Ekstase

Als gewichts- und leistungsoptimierte Spyder-Version erreicht der Porsche Boxster eine neue, schier ungeahnte Eskalationsstufe. Test des 375-PS-Sportlers.

Sportlichkeit, Effizienz, Exklusivität: Auf dem Papier verkörpert der neue Boxster Spyder die traditionellen Markentugenden wie kaum ein anderes aktuelles Modell der Zuffenhausener Hochleistungsschmiede. Doch wie sieht die Sache in der Praxis aus? Sechs Fäuste für ein Halleluja: Der aus dem 911 Carrera S entliehene 3,8-Liter-Boxer weiß sich nachhaltig in Szene zu setzen und entwickelt einen gnadenlosen Punch in nahezu jedem beliebigen Drehzahlbereich. In Zahlen ausgedrückt: Von null auf 100 km/h katapultiert er den Zweisitzer in nur 4,3 Sekunden. Die 200-km/h-Mauer fällt bereits nach sagenhaften 13,9 Sekunden.

 

Porsche Boxster Spyder: Kompromissloser Roadster im Test

Dabei schreit der 375 PS starke Sechszylinder seine Lebensfreude über die serienmäßige Sportabgasanlage zügellos ins Freie. Das puristische Gesamtkonzept des Spyder beinhaltet alternativlos ein Sechsgang-Schaltgetriebe. Zwar stemmt sich die dazugehörige Kupplung etwas wehrhaft gegen das linke Fahrerbein, der feinfühlige Schleifpunkt und die extrem kurzen Schaltwege machen die Schaltarbeit dennoch zum reinen Vergnügen. Der stete Vorwärtsdrang ist indes nur ein Teil der Faszination Boxster Spyder. Fast noch beeindruckender ist die gebotene Querdynamik. Die Kombination aus konsequentem Leichtbau und Fahrwerkskomponenten vom sportlichen Überflieger 911 GT3 verfehlt ihre Wirkung nicht.


Die Agilität und Exaktheit, mit der das 1315-Kilogramm-Leichtgewicht zu Werke geht, begeistern auf ganzer Linie. Der Boxster Spyder durcheilt Kurven nicht einfach, er  letiert sie förmlich. Mit der Präzision eines Skalpells setzt die überaus rückmeldungsfreudige Lenkung, die im Vergleich zu den Pendants der zahmeren Boxster-Varianten nochmals direkter ausgelegt ist, vom Fahrer eingeleitete Richtungswechsel um. Dank des enormen Grip-Niveaus baut der Zweisitzer fast schon absurd hohe Kurvengeschwindigkeiten auf. Dabei ist der Mittelmotorsportler gänzlich frei von Tücke. Kleinere Ausbruchsversuche des Hecks lassen sich auch bei deaktiviertem PSM (ESP) ohne Mühe parieren. Zur Kehrseite der Medaille: Mit einem Grundpreis von knapp 80.000 Euro ist der Spyder ein teures Vergnügen. Aber auch das steht bekanntlich in bester Tradition der Marke Porsche.

TECHNIK
 

Porsche Boxster Spyder
Motor 6-Zylinder-Boxer, 4-Vent., Direkteinspr.
Hubraum 3800 cm3
Leistung 276 kW/375 PS bei 6700 /min
Max. Drehmoment 420 Nm bei 4750 – 6000 /min
Getriebe 6-Gang, manuell, dynamische Getriebelager
Antrieb Hinterrad
L/B/H 4414/1801/1262 mm
Radstand 2475 mm
Reifen v.: 235/35 ZR 20,
h.: 265/35 ZR 20
Pirelli P Zero N1
Leergewicht 1315/335 kg
Kofferraum v./h. 150/130 l
Beschleunigung 0-100 km/h in 4,3 s
Höchstgeschwindigkeit1 290 km/h
Bremsweg 100 - 0 km/h kalt/warm 32,2/31,7 m
Verbrauch 11,1 l SP/100 km
EU-Verbrauch1 9,9 l SP/100 km
CO2-Ausstoß1 230 g/km
Grundpreis 79.945 Euro
1 Werksangabe

Unser Fazit

Roh, ungefiltert, ekstatisch – der Boxster Spyder begeistert auf ganzer Linie. Das betont puristische Gesamtkonzept in Kombination mit dem kraftstrotzenden 3,8-Liter-Boxer fasziniert sportliche Fahrernaturen nachhaltig. Deshalb ist der Spyder für sie derzeit der wohl beste offene Porsche. Ein Charakterdarsteller, der sich bald zum gesuchten Sammlerstück entwickeln dürfte – Wertzuwachs inklusive.

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