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Porsche Speedster

Noch geheim: der neue Porsche Speedster - und seine Vorfahren

Mit einem kleinen, extrem leichten Mittelmotor-Roadster könnte Porsche in vier Jahren an die aufregende Tradition des 356 Speedster anknüpfen. Mehr zum Geheimprojekt und seine berühmten Vorfahren

Krisen sind gar nicht so blöd, denn sie bringen auch neue Ideen. Nicht umsonst besteht im Chinesischen das Wort Krise aus den Schriftzeichen der Wörter Gefahr und Chance. Und wenn wir den Bogen jetzt nach Stuttgart schlagen: Als es früher mal wirtschaftlich richtig eng war, gab es bei Porsche die besten Einfälle.

So wie nun in den Zeiten der Finanz-, Wirtschafts- und Kohlendioxidkrise. Da trifft es sich doch wunderbar, dass der VW-Konzern, in dem Porsche-Chef Wendelin Wiedeking ja nun als Mehrheitseigner den Hut aufhat, der Welt unter dem Namen „Bluesport“ gerade ein neues Mittelmotorkonzept feinster Bauart präsentiert hat. Ein nur 3,99 Meter langes, 175 Meter breites und nur 1,26 Meter hohes Auto, das auf dem brandneuen Quermotorenbaukasten basiert und von seinen technischen Genen her ein Kurvenfeger sein dürfte. Achslastverteilung von 45 zu 55 (vorn/hinten), ideal zum herrlichen Hakenschlagen.

###PIC[277676]###Wenn wir eins und eins zusammenzählen, wäre das die ultimative Chance für Porsche, zu den puristischen Wurzeln eines 356 Speedster zurückzukehren. Zu einem Zweisitzer, der als 356 A 1600 S nur 760 kg wog und mit läppischen 75 PS die Spitze von 180 km/h schaffte. Genau darüber wird in Zuffenhausen geredet – über einen smarten, offenen Einstiegs-Porsche zum Preis von unter 40000 Euro für jüngere Liebhaber der Marke, die dann ja später – parallel zur Managerkarriere – zu Boxster, 911, Cayenne oder Panamera aufsteigen könnten. Nebenbei würde Porsche so das sportwagentypische CO2-Dilemma entspannen.

Die VW-Konzernplattform wäre problemlos verfügbar, ebenso die passenden Motoren. Zum Beispiel der Zweiliter-TFSI, der im Audi TT Rodaster mit 272 Turbo-PS für Tempo 250 sorgt und laut Werk nur 8,0 Liter braucht, was im leichteren und kleineren, nicht einmal 1200 kg schweren Mittelmotor-Roadster locker zu unterbieten wäre – obwohl das TT-Dach mit 27 Kilo bereits das leichteste seiner Klasse ist und die Hauben aus Aluminium bestehen. Porsche könnte hier aber noch mehr abspecken – zum Beispiel mit einer Verdeckstruktur aus Magnesium, wie wir sie aus dem aktuellen Boxster kennen. Oder bei der Motorisierung gar zum nur 1,4 Liter großen Turbo-Kompressor-Vierzylinder greifen, der im VW Scirocco mit 160 PS powert und der auf den VW-Motorenprüfständen auch schon mit 200 PS gelaufen ist. Natürlich wäre auch ein rasend schnell schaltendes, sparsames Doppelkupplungsgetriebe verfügbar.

Frühestens 2013 könnte dieser Speedster starten

Sicher werden wir, falls der Porsche-Vorstand grünes Licht geben sollte, noch ein Weilchen warten müssen – frühestens 2013 könnte die Reinkarnation des 356 auf die Straße rollen, denn vorher sind die VW- und Audi-Kollegen dran. Bis dahin könnte Porsche noch kräftig an der Fahrwerksschraube drehen, denn dieses Auto sollte mindestens einen Zacken sportlicher reagieren als seine Konzernkollegen. Vielleicht gäbe es hier dann neben dem cleveren PASM-Fahrdynamiksystem, das auf Knopfdruck die Dämpferkennung wechselt, sogar Porsches bissige Keramik-Bremse. 
Wolfgang Eschment