Fahrbericht Porsche Macan S Diesel: Sport & Offroad Funktions-Sportwagen

17.02.2014

Sports Utility Vehicle, oder: Funktions-Sportwagen. Wenn einer dieses Etikett verdient hat, dann ist es der neue Porsche Macan

Man muss SUV nicht leiden können. Aber den Porsche Macan kann man trotzdem richtig mögen. Warum? – Das kleine Sport-SUV auf gleicher technischer Basis wie der Audi Q5 ist drahtig und kompakt genug, um dem ökologisch getarnten Sozialneid-Shitstorm zu entgehen, der noch seinen großen Bruder Cayenne traf. Und da sich die stolzen Porsche-Ingenieure aus Leibeskräften bemüht haben, die erwähnte Audi-Plattform geradezu homöopathisch zu verdünnen, ist der Macan auch noch ein authentisch-sportlicher und eigenständiger Porsche geworden. Q5 mit angeklebtem Porsche-Logo? Von wegen!

 

Fahrbericht Porsche Macan S Diesel: Sport & Offroad

Im Prinzip stammt lediglich der Dreiliter-Sechszylinder-Diesel des Porsche Macan S Diesel aus dem Audi-Regal. Ansonsten hat man hier ein SUV gebaut, bei dem nur dann auf Konzernware zurückgegriffen wurde, wenn es dort Technologie gab, die man bei Porsche sonst in exakt derselben Funktion oder Spezifikation hätte anfertigen müssen.

Eben dieser Diesel, den wir zu einer ersten Testfahrt entführen konnten, wäre im Macan nicht unbedingt unsere erste Wahl. Dabei überzeugt der 258-PS-V6 beim Surfen über die verschnörkelten Landstraßen zwischen Zuffenhausen und Weissach durch satten Punch im unteren Drehzahlbereich. Mit energischem Hauruck geht es aus den engen Ecken heraus, das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe hat immer den richtigen Gang parat, und dann muskelt der Macan S Diesel zügig der nächsten Kehre entgegen.

Ein Druck auf die Sporttaste lässt die Drehmoment-Wumme regelrecht aufgekratzt wirken, der Diesel zeigt noch einmal ganz eifrig, was er kann – aber nach ein paar Kilometern beenden wir das gezwungene Spiel und wünschen uns einen der hart drehenden, ekstatisch zubeißenden Porsche-V6-Benzinmotoren, die den Macan erst wirklich zum Sportwagen machen. Wohlgemerkt: Der wuchtig zupackende, effizient arbeitende und fast drehfreudige Audi-Diesel ist super, ein ähnliches motorisches Erlebnis ist allerdings auch in einem Audi Q5, BMW X3 & Co. zu haben. In einem Macan fehlt uns das Besondere. Zu wenig Sound, zu wenig Biss, zu wenig Eleganz. Zu wenig Porsche.

Wie atemberaubend anders das gehen kann, zeigt uns der Macan durch sein begeisternd sportliches Chassis: Er lenkt auf Steuerimpulse so direkt ein, dass man kaum glauben kann, in einem SUV zu sitzen. Nahezu ohne jede Aufbaubewegung räubert er durch schnelle Wechselkurven, bleibt bei aller Handling-Gier aber stets perfekt kontrollierbar. Im Regelfall schiebt der Macan das Motordrehmoment betont sportlich an die Hinterachse, nur bei Bedarf wandert Drehmoment nach vorn oder es wird (von leichtem Bremseneingriff an der Kurveninnenseite unterstützt) per variablem Momenteneingriff an das jeweilige kurvenäußere Rad geleitet. Resultat dieses „Torque Vectorings“ ist ein kraftstrotzender Vorwärtsdrang, der Macan wird regelrecht um Kurven herumgedrückt. Die optionale Luftfederung verblüfft bei aller Sportlichkeit durch ausgezeichneten Abrollkomfort, ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit der Fahrzeugniveau-Anhebung im Gelände.

Vollkommen alltagstauglich geht es im Cockpit zu. Der Porsche Macan wirkt funktional – so- bald man die Schalterflut durchschaut hat – und gut gemacht. Der Kofferraum packt einiges weg. Lediglich im Fond müssen erwachsene Mitfahrer kompromissbereit sein und mit wenig Bein- sowie eingeschränkter Kopffreiheit klarkommen.

Unser Fazit

Der Macan ist ein begnadeter All- tags-Sportwagen mit Referenz-Handling und überraschend gutem Komfortange- bot. Ein großer Wurf. Der eigentlich rich- tig gute Diesel-V6 wirkt in diesem Paket aber etwas blass.

Johannes Riegsinger

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