Porsche Macan S im Test und Vorstellung von zehn Gegnern 10 Gegner des Macan

02.06.2014

Der kompakte Macan ist Porsches siebte Baureihe. Schon der günstigste Benziner leistet 340 PS und dürfte seinen Mitstreitern reichlich Respekt einjagen. Ein erster Test

Ein Geländewagen von Porsche? Als der Cayenne vor mehr als zehn Jahren erstmals über die Straßen rollte, glaubten viele noch an einen Witz. Heute hat man sich längst an den Anblick gewöhnt, und der Cayenne hat sich auch bei den Verkaufszahlen zum ultimativen Zugpferd entwickelt. Der acht Zentimeter flachere Macan soll es ihm nun gleichtun. Von außen wirkt er deutlich kompakter – obwohl er nur 16 Zentimeter kürzer und geringfügig leichter ist (1965 kg).

 

Porsche Macan S: Sanft und sehr beweglich

Über Platzmangel kann man sich zumindest auf den vorderen Sitzplätzen nicht beschweren. Von den Sportsitzen (1785 Euro) Porsche-typisch fest in die Zange genommen, passt der Macan wie ein Maßanzug auf langen Reisen wie schnellen Kurvenstraßen. In der zweiten Reihe könnte es auf Dauer etwas eng werden – wobei selbst Großgewachsene trotz der flach abfallenden Dachlinie noch aufrecht sitzen können.

Mit seinem fahrdynamischen Potenzial zeigt der Macan aber den meisten Konkurrenten die lange Nase. In nur fünf Sekunden sprintet der Allradler aus dem Stand auf Landstraßentempo. Dabei macht sich der aufgeladene Dreiliter- Sechszylinder nur bei höheren Drehzahlen durch passend heiseres Bellen bemerkbar. Bei niedrigen Touren und im Stand grummelt er lässig vor sich hin. Kraft liefert der Kurzhuber dabei aus jeder Drehzahl reichlich, wobei sich der Schub stets sanft entfaltet.

Passend entspannt zeigt sich auch der Federungskomfort. Die Luftfederung samt adaptiver Dämpfer (2629 Euro) spricht sehr milde an und lässt den Macan vor allem auf Autobahnen zur Sänfte werden. Dass der Schwabe aber auch anders kann, zeigt er auf dem Handlingparcours, den er mit erstaunlich wenig Seitenneigung und bester Traktion umkurvt. Zackig und sicher reagiert er auf Bewegungen am Lenkrad, bissig auf Bremsbefehle. Und wer in Kurven beherzt aufs Gas tritt, darf sich über ein sanft mitlenkendes Heck freuen. Weniger Freude kommt an der Tankstelle auf. Im Schnitt sind 13,3 Liter Super fällig – das können einige Konkurrenten besser.

TECHNIK
 

PORSCHE MACAN S
Motor V6-Zylinder, 4-Ventiler, Bi-Turbo, Direkteinspritzung
Hubraum 2997 cm3
Leistung 250 kW / 340 PS bei 5500-6500 /min
Max. Drehmoment 460 Nm bei 1450-5000 /min
Getriebe 7-Gang, Doppelkupplung
Antrieb Allrad, permanent
Fahrwerk v.: Fünflenkerachse, Stabilisator; h.: Mehrfachlenkerachse, Stabilisator, rundum: Luftfederung (opt.), adapt. Dämpfer (opt.); PSM (ESP)
Bremsen rundum: innenbelüftete Scheiben; ABS; Bremsassistent
Bereifung (opt.) v.: 265/45 R 20;
h.: 295/40 R 20;
Michelin Latitude Sport 3
Felgen v.: 9 x 20; h.: 10 x 20
L/B/H 4681/1923/1624 mm
Radstand 2807 mm
Leergewicht/Zuladung 1965 / 585 kg
Anhängerlast gebr./ungebr. 2400 / 750 kg
Kofferraumvolumen 500 - 1500 l
Abgasnorm Euro 6
Typklassen HP 21/VK 28/TK 27
Messwerte 0-100 km/h in 5,0 s; 0-200 in 19,3 s
Höchstgeschwindigkeit1 254 km/h
Bremsweg 100-0 km/h kalt/warm 35,4/34,8 m
Verbrauch 13,3 l S/100 km
EU-Verbrauch1 9,0 l S/100 km
CO2-Ausstoß1 212 g/km
Grundpreis 57.930 Euro
¹ Werksangaben

Mercedes GLA 45 AMG:

Mit gerade zwei Liter Hubraum ist der Motor unter der Haube des neu- en Mercedes GLA der kleinste im Konkurrenzumfeld. Dafür leistet das aufgeladene Wundertriebwerk von AMG ganze 360 PS und zieht den anderen Mitstreitern im Wettkampf die Ohren lang. Für den Standardsprint von null auf 100 km/h gibt Mercedes sensationelle 4,8 Sekunden an – erst bei Tempo 250 wird der kompakte SUV- Sportler elektronisch eingefangen. Zu den beeindruckenden Fahrleistungen servieren die Schwaben eine modisch gestylte Karosserie, beste Verarbeitung und ein nobles Ambiente. Klar, dass so viele Superlative ihren Preis haben. Mit 55.871 Euro ist der Mercedes GLA 45 AMG aber immer noch 2000 Euro günstiger als ein Porsche Macan S mit 340 PS. Der trägt den geräumigeren Innenraum und das komfortable Luftfederfahrwerk auf der Habenseite. Schon jetzt ist klar: Diese beiden nagelneuen Kraftpakete liefern sich ein Duell auf Augenhöhe. Wir freuen uns auf einen ersten ausführlichen Vergleichstest.

FAZIT: Der Mercedes GLA 45 AMG ist die wohl härteste Nuss, die der Macan zu knacken hat. Er ist schick, schnell und ebenso edel wie der Zuffenhausener.

Bewertung: 4 Sterne

Audi SQ5 TDI:

Obwohl er mit einem Dieselmotor bestückt ist, dürfte der Audi SQ5 doch die gleiche Klientel ansprechen wie der Macan S. Schließlich liefert der Q5 dem Porsche nicht nur die technische Basis, sondern gibt sich auch sonst modisch schick und sportlich. Unter der Haube trägt der Ingolstädter den doppelt aufgeladenen Dreiliter-V6-Diesel, der sich mit viel Leistung (313 PS) und einem gigantischen Drehmoment von 650 Newtonmetern in Szene setzt. Das reicht für Sprintwerte von gut fünf Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Weil der Verbrauch nicht nur in der EU-Norm (6,8 Liter) dieseltypisch niedrig bleibt, ist der Audi SQ5 eine ernstzunehmende Alternative für ökonomische Sportfahrer. Die müssen aber auch über ein gefülltes Portemonnaie verfügen, denn Audi verlangt mindestens 59.300 Euro. Dafür bekommt man neben dem verhältnismäßig unauffälligen Auftritt aber auch perfekte Verarbeitung, gute Raumausnutzung und schnörkelloses Design.

FAZIT: So viel souveräne Kraft wie im Audi SQ5 findet man bei Kompakt-SUV selten. Einen solch hohen Preis allerdings auch.

Bewertung: 4,5 Sterne

BMW X3 xDrive35i:

Der BMW X3 bleibt auch mit seinem gerade gezeigten Facelift eine stattliche Erscheinung. Doch trotz 4,65 Meter Außenlänge und 1,66 Meter Höhe zählt der Münchener immer noch zu den sportlichsten Kompakt-SUV auf dem Markt. Das gilt erst recht, wenn ein potenter Reihensechszylinder wie der im xDrive35i unter der Motorhaube arbeitet. Mit 306 PS und 400 Newtonmetern liefert der Benziner genug Kraft, um den knapp zwei Tonnen schweren X3 in weniger als sechs Sekunden aus dem Stand auf Landstraßentempo zu beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit von Audi SQ5 und Mercedes GLA 45 AMG (250 km/h) erreicht er nicht ganz, dafür glänzt die Achtstufen-Automatik von ZF aber mit hervorragendem Komfort und blitz- schnellen Schaltvorgängen. Bei der Preisgestaltung halten sich die Bayern im Gegensatz zur Konkurrenz noch zurück. Dennoch sind 54.200 Euro kein Pappenstiel. Wer allerdings ein geräumiges und schnelles Premium-SUV sucht, muss den X3 in die enge Wahl nehmen.

FAZIT: Der BMW X3 überzeugt mit sportlichen Fahreigenschaften und gutem Raumangebot. Der kräftigste Benziner garantiert zudem noch richtig viel Fahrspaß.

Bewertung: 4 Sterne

Range Rover Sport TDV6:

Sicher kann man von einem solch aufrechten, 4,85 Meter langen und 2,2 Tonnen schweren SUV keine fahrdynamischen Wunder erwarten. Doch der Range Rover Sport lässt sich schon in der Basisversion TDV6 erstaunlich agil bewegen. Zudem sichert einem die extravagante Form sowohl im Gelände als auch vor der Oper einen unschlagbar stilsicheren Auftritt. Bei den Fahrleistungen muss der Range Rover Sport TDV6 die Konkurrenz auf der Straße sicher ziehen lassen, im Gelände kommt er dank großer Federwege, viel Bodenfreiheit und ausgeklügeltem Terrain Response System aber weiter als jeder der anderen hier gezeigten Konkurrenten. Und was den Preis betrifft, so zeigt sich Land Rover erstaunlich fair. Für das Basismodell sind mindestens 59.600 Euro zu überweisen. Für das gebotene Luxus-Niveau und das gute Platzangebot mit der Option auf zwei extra Sitze im Kofferraum (1700 Euro) eine wirklich überlegenswerte Alternative zum neuen Macan.

FAZIT: Ein imposanter Auftritt, solide Fahrleistungen und die Überlegenheit im Gelände sprechen für den Range Rover.

Bewertung: 4,5 Sterne

Audi RS Q3:

Wenn es in Sachen Sportlichkeit ei-nen ernsthaften Konkurrenten zum Porsche Macan gibt, dann ist es ne-ben dem Mercedes GLA 45 AMG sicher der Audi RS Q3. Der kompakte Ingolstädter sprintet mit seinem aufgeladenen Fünfzylinder (310 PS) in gut fünf Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, wird erst bei 250 km/h elektronisch begrenzt und erreicht im EU-Verbrauch dennoch 8,8 Liter. Sicher müssen beim Platzangebot Abstriche gemacht werden. Doch die Fahrleistungen, der stilsichere Auftritt und das Handling sprechen für sich. Allerdings hat so viel Selbstbewusstsein seinen Preis. Für einen der Kleinsten im Konkurrenzumfeld müssen 54.600 Euro bezahlt werden – immerhin mit dem Siebengang- Doppelkupplungsgetriebe.

FAZIT: Der Q3 der quattro GmbH ist eine teure, aber kompromisslose SUV-Fahrmaschine – nicht mehr und nicht weniger.

Bewertung: 4 Sterne

Porsche Cayenne:

Starke Konkurrenz wartet auf den Macan auch im eigenen Haus. Preislich liegen zwischen Macen S und dem viel geräumigeren Cayenne gerade 1400 Euro. Dessen Basis-version trägt allerdings den 3,6 Liter großen V6 ohne Turbolader unter der Haube, der bei 6300 Umdrehungen immerhin 300 PS liefert. Beachtlich ist auch das Drehmoment von 400 Newtonmetern. Für sportliche Fahrleistungen reicht das allemal. Und für mehr Fahrspaß darf hier noch per Hand geschaltet werden. Dass der Cayenne insgesamt etwas mehr verbraucht, darf man ihm verzeihen.

FAZIT: Lange gereift und richtig gut präsentiert sich der Cayenne schon in der Basisversion – ein ernster Macan-Gegner.

Bewertung 4,5 Sterne

BMW X5 xDrive35i:

Nur 2000 Euro trennen den Porsche Macan vom deutlich größeren BMW X5 mit 306 PS starkem Reihensechszylinder. Der Bayer überzeugt nach seiner jüngsten Überarbeitung mit einer sehr umfangreichen Sicherheitsausstattung, perfekter Bedienbarkeit, sparsamen Antrieben und guter Raumausnutzung. Als X5 xDrive35i kommen noch imposante Fahrleistungen, ein erstaunlich agiles Handling und ein charismatischer sowie drehfreudiger Motor hinzu. Sportliche Fahrer mit mehr Raumbedarf finden so im Münchener eine spannende Alternative zum Macan S.

FAZIT: Der X5 garantiert ähnlich sportliche Fahrleistungen, hat aber deutlich mehr Platz als der Porsche Macan.

Bewertung: 4,5 Sterne

Mercedes ML 350 BlueTEC:

Der große Schwabe kostet selbst mit dem kraftvollen V6-Diesel und BlueTEC-Abgasaufbereitung gerade gut 2000 Euro mehr als ein Porsche Macen. Dafür bietet er aber mehr Platz, noch besseren Komfort und eine umfangreichere Sicherheitsausstattung. Trotz der stattlichen Abmessungen von 4,80 Meter Länge und 1,80 Me- ter Höhe ist der Mercedes ML 350 aber keineswegs behäbig. Selbst um enge Pylonen-Kurse schlängelt sich der Dickhäuter erstaunlich agil. Und beim Verbrauch fährt er nicht nur manch kompakteren Modell davon, auch wenn die Normwerte von 6,8 Liter im Alltag kaum erreicht werden können.

FAZIT: Der ML ist gleichermaßen für Vielfahrer, Familien oder SUV-Fans ein Traumwagen – vor allem mit Sechszylinder-Diesel.

Bewertung: 5 Sterne

Volvo XC60 T6 AWD:

Noch gibt es ihn – den Sechszylinder-Benziner bei Volvo. Im XC60 T6 AWD leistet er dank drei Liter Hubraum und Turbolader 304 PS, die sich mit Performance-Paket (1199 Euro) sogar auf 329 PS steigern lassen. Klar, dass sich damit auch die Fahrleistungen des noblen Schweden sehen lassen können, wenngleich der XC 60 für knapp 50.000 Euro nicht die Dynamik des Macan S bietet. Günstiger ist der aufgeladene Zweiliter-Vierzylinder mit 306 PS, den es nur mit Frontantrieb gibt. Diese Version verfügt über eine Achtstufen-Automatik (T6 AWD: sechs Stufen).

FAZIT: Mit großem Benziner bleibt der stattliche Schwede eine Randerscheinung. Doch auch die hat ihren Reiz.

Bewertung: 4 Sterne

VW Touareg 3.0 V6 TDI:

Der komplett neu entwickelte VW Touareg soll erst im Jahr 2016 kommen. Bis dahin hält das für Spätsommer angekündigte Facelift den großen Wolfsburger frisch. Technisch wird sich nach der leichten Überarbeitung nichts Wesentliches ändern. Das ist auch nicht nötig, denn schon die aktuelle Generation überzeugt mit top Verarbeitung, überragendem Platzangebot, super Komfort und beeindruckenden Fahrleistungen. Das gilt besonders für die beliebteste Motorisierung – den 3.0 V6 TDI. Der leistet nach dem Facelift bis zu 258 PS und wird rund 54.000 kosten. Als exzellenter Allrounder dürfte er für viele Kunden die besseren Argumente liefern als der 4000 Euro teurere Macan.

FAZIT: Die schwerste Wunderwaffe aus Wolfsburg hat etliche Vergleichstests gewonnen und dürfte auch nach dem Facelift viele Kunden im Segment finden.

Bewertung: 5 Sterne

Unser Fazit

Mit dem Macan stellt Porsche das derzeit wohl fahrdynamischste SUV vor. Billig ist ein solches Vergnügen freilich nicht.

Markus Schönfeld

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