Porsche Macan: Exklusive Erprobungsfahrt Porsches Neuer Coup

23.10.2013

Es war einmal ein Sportwagenhersteller, der baute nur 911er. Nach den Modellen Cayman, Boxster, Panamera, 918 und Cayenne kommt mit dem Macan nun das zweite SUV der Extraklasse, das an den Erfolg des Porsche Cayenne anschließen soll

"Der lenkt schon sauber ein, oder?“ Porsches Entwicklungschef Wolfgang Hatz kann ein zufriedenes Lächeln bei unserer Kurvenhatz nicht verbergen. Der Macan, Porsches zweites SUV, der „kleine“ Cayenne sozusagen, nimmt die Kurven wie sie kommen. Gelassen, stoisch. Das soll ein SUV sein? Kein Wanken, keine Verrenkungen um die Hochachse, auch in schnell gefahrenen Wechselkurven liegt der Macan wie das sprichwörtliche Brett. War bislang der Cayenne das Maß der Dinge unter den SUV, wirkt der leichtere und kleinere Macan noch wendiger und agiler. Erst bei hohen Querbeschleunigungen, bei denen viele Wettbewerber wegen ihres fahrdynamischen Handicaps schon Bekanntschaft mit dem Grün gemacht hätten, geht der Macan sanft ins Untersteuern. „Da arbeiten wir noch dran, das treiben wir bis zum Serienstart noch aus“, gibt sich Wolfgang Hatz auf der Erprobungsfahrt sicher.

 

PORSCHE MACAN: SUV MIT GENÜGEND PFERDESTÄRKE

Natürlich hat der Macan auch die nötigen Pferde unter der Haube versammelt. Wir fuhren den V6 Turbo, der bei einem Hubraum von 3,6 Litern 400 PS und ein Drehmoment von 520 Nm entwickelt. Der neue Motor basiert auf dem V6, der üblicherweise im Panamera S seinen Dienst verrichtet. Für den Macan wurde er durch einen größeren Hub der Kurbelwelle auf 3,6 Liter erweitert. Neben dem Turbo gibt es zum Start zwei weitere Triebwerke – den bereits erwähnten V6 im Macan S mit 340 PS und einen Turbodiesel S mit drei Liter Hubraum und 258 PS. Der Diesel stammt übrigens von Audi. Spontan spricht der Turbo auf kleinste Gaspedalbewegungen an, er arbeitet vibrationsfrei und laufruhig. Unter Last klingt er sportlich kernig. Doch Perfektionist Hatz möchte „am Sound noch etwas tunen“.

Kein Tuning ist bei der Leistung notwendig. In etwa 4,8 Sekunden soll das SUV – unter Mithilfe der Launch Control – aus dem Stand 100 km/h erreicht haben. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei über 260 km/h liegen. „Dank Start-Stopp-System und Segelfunktion wollen wir einstellige Verbrauchswerte erreichen“, formuliert Hatz das ehrgeizige Ziel. Unser Testwagen, der mit der optionalen Luftfederung ausgestattet war, gefällt mit einer sportlich-straffen Dämpferabstimmung, die erstaunliche Reserven bietet – auf der Rüttelstrecke überrascht der Macan mit gutem Abrollkomfort. Und selbst bei diesem Vorserienauto ist weder ein Fahrwerkspoltern noch ein Knarzen der Karosserie zu hören. Typisch Porsche ist auch die „Sitzphilosophie“. Die bequemen vorderen Fauteuils weisen in der Höhe einen extrem großen Einstellbereich auf. Wer möchte, kann den Sitz so weit nach unten fahren, dass fast schon Sportwagenfeeling aufkommt.

AUTO ZEITUNG konnte als erstes Magazin exklusiv einen Blickauf das Interieur werfen. Zentral angeordnet sind drei Rundinstrumente, die Mittelkonsole erinnert stark an die von Cayenne beziehungsweise Panamera. Ebenso die Armaturentafel, die im Design allerdings etwas eckiger ausgeführt ist. Auf Wunsch sorgt eine hochwertige Burmester-Anlage für guten Musikklang. Auffälligste Neuerung ist das Multifunktionslenkrad, das an das des 918 Spyder angelehnt ist. „Das hat mir von Anfang angefallen, das wollte ich unbedingt im Macan haben“, lacht Hatz. Das Dreispeichenlenkrad beinhaltet die Menüsteuerung sowie die Telefonbedienung und ist außerdem mit Schaltpaddels ausgestattet, über die das hervorragend angepasste Siebengang-PDK von ZF zu bedienen ist. Die Übergänge sitzen, das Doppelkupplungsgetriebe schaltet schnell und ruckfrei. Es unterstützt die sportliche Fahrweise ebenso wie die elektro-mechanische Lenkung, die exakt und präzise arbeitet. Für den Grip sind Michelin Latitude Sport 3-Reifen (vorn 265/40 R 21, hinten 295/35 R 21) verantwortlich. Fast schon überflüssig zu erwähnen, dass die großen innenbelüfteten Scheibenbremsen hervorragend zu dosieren sind und brachial verzögern.

 

COUPEHAFTE  KAROSSERIE

Der etwas über 4,70 Meter lange Porsche Macan (Breite: 1,93 m; Höhe: 1,62 m) steht zwar auf der modifizierten Plattform des Audi Q5, äußere Ähnlichkeiten sind ansonsten aber nicht festzustellen. Der Einstieg in die Macan-Welt soll bei rund 60.000 Euro beginnen, der von uns gefahrene Turbo wird das Konto um etwa 80.000 Euro erleichtern. Doch schon der Cayenne hat bewiesen, wie erfolgreich ein Porsche-SUV sein kann. Der derzeit mit Abstand meistverkaufte Porsche wurde im vergangenen Jahr gut 75.000 Mal an den Mann gebracht. Wolfgang Hatz ist auch beim Macan voller Selbstvertrauen: „Wir haben ein richtig gutes Auto auf die Räder gestellt. Ich mache mir keine Sorgen, der Macan wird ein Erfolg.“

Volker Koerdt

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