Porsche Cayman GT4: Topmodell im Fahrbericht Vorsicht: Suchtgefahr!

09.04.2015

Der Porsche Cayman GT4 ist das neue Einstiegsmodell in die GT-Familie der Zuffenhausener. Fahrbericht des 385 PS starken Sportcoupés

"Na also, geht doch!", dürften sich viele Porsche-Fans gedacht haben, als bekannt wurde, dass es den Cayman erstmals als GT-Sportwagen geben wird – und zwar ausschließlich als Handschalter. Hatte das Klagen über die PDK-Pflicht der 911 GT3-Anhänger die Verantwortlichen bei Porsche vielleicht doch erweicht? Wie dem auch sei, wir freuen uns jedenfalls, selbst Hand anlegen zu dürfen und den Cayman GT4 somit noch ungefilterter zu genießen.

 

Porsche Cayman GT4: Cayman-Topmodell mit 385 PS

Bei der ersten Kontaktaufnahme im frühlingshaften Portugal zieht uns der GT4 bereits nach wenigen Metern in seinen Bann – und lässt uns auch danach nicht wieder los. Klasse sieht er aus mit den großen 20-Zöllern, der tief heruntergezogenen Frontschürze samt großer Lufteinlässe, der um 30 Millimeter tiefergelegten Karosserie und dem gewaltigen, einstellbaren Heckflügel – und  als einziger Cayman erzeugt der GT4 damit sowohl an der Vorder- als auch an der Hinterachse Abtrieb.

Unter dem schönen Blechkleid steckt jede Menge Technik aus dem Elfer: Der Motor stammt aus dem 911 Carrera S und leistet 385 PS bei 7400 Touren. Auch beim Fahrwerk hat Porsche im 911er-Teileregal gestöbert – und direkt auch in dem des 911 GT3: Die Vorderachse mit einstellbarem Sturz übernimmt der Cayman GT4 größtenteils aus dem fahrdynamischen Über-Elfer, ebenso die Bremsanlage mit 380-mm-Verbundbremsscheiben rundum.

Optional ist auch die Karbon-Keramik-Bremsanlage (PCCB) lieferbar. Modifikationen an der Hinterachse, dynamische Getriebelager sowie Kugelgelenklager an Vorder- und Hinterachse machen den Cayman fit für die Rennstrecke.

Los geht’s! Wir nehmen Platz auf den CFK-Vollschalensitzen aus dem 918 Spyder und greifen das mit Alcantara bezogene Lenkrad im Design des Supersportlers. Ein Dreh am Zündschlüssel, und der 3,8-Liter-Boxer erweckt heiser bellend zum Leben. Wir haben vorsorglich die Taste für den Klappenauspuff gedrückt, damit der Sauger unter geringerem Gegendruck ausatmen und noch besser klingen kann.

Die Kupplung will mit Nachdruck gedrückt werden, das gilt auch für den Schalthebel des knackigen Sechsgang-Getriebes. Wild sägend stürmt der GT4 los, der Kurzhuber dreht leichtfüßig hoch, hat jenseits der 4500 Touren richtig Punch (420 Nm zwischen 4750 und 6000 /min) und arbeitet sich dann völlig enthemmt bis zur Höchstdrehzahl von 7800 /min weiter.

 

Porsche Cayman GT4: Sportcoupé mit Suchtgefahr

Dieses Spektakel wiederholt sich Gang für Gang, beim Herunterschalten gibt der Cayman automatisch Zwischengas und lässt den Sauger herzzerreißend aufschreien. Die Kurven der portugiesischen Landstraßen nimmt der Cayman absolut neutral, unabhängig von Radius und Tempo. Untersteuern ist für ihn ein Fremdwort, zum Übersteuern ist er dank des immensen Grips der 295er-Hinterachsbereifung (Michelin Pilot Sport Cup 2) ebenfalls kaum zu bewegen.

Traktionsprobleme kennt der GT4 wegen der serienmäßigen Differenzialsperre nur vom Hörensagen – sofern die Reifen auf Temperatur sind und der Asphalt trocken ist. Trotz der beeindruckenden Agilität überrascht das adaptive Fahrwerk mit bemerkenswert viel Restkomfort: Die Federung spricht sensibel an, Bodenwellen quittiert das Set-up wegen des geringeren Federwegs aber mit teils heftigen Vertikalbewegungen. 85.776 Euro kostet der Cayman GT4 – und damit knapp 5000 Euro weniger als der Basis-911er. Mehr Fahrspaß für weniger Geld gibt es derzeit bei Porsche nicht.

Unser Fazit

Porsche hat mit dem puristischen Cayman GT4 hat einen echten Straßenrenner auf die Räder gestellt. Im Vergleich zum etwa ebenso teuren 911 Carrera ist der Cayman GT4 zweifellos der begeisterndere und spaßigere Porsche

Alexander Lidl

Tags:
Severin Elektrische Kühlbox
UVP: EUR 123,99
Preis: EUR 65,15 Prime-Versand
Sie sparen: 58,84 EUR (47%)
Nulaxy FM Transmitter
 
Preis: EUR 22,39 Prime-Versand
Alkoholtester
 
Preis: EUR 16,99 Prime-Versand
Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.