Porsche Boxster E im Fahrbericht Porsche Boxster E

19.09.2011

Nach 110 Jahren hat Porsche wieder ein reines Elektroauto gebaut. Erste Ausfahrt im Forschungsfahrzeug Boxster E

Eckdaten
PS-kW122 PS (90 kW)
AntriebHinterrad, Konstant-Übersetzung
0-100 km/h9.8 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit120 km/h
Preisk.A.

Der Name Alle Porsche-Neuheiten ab 2011 steht für innovative Automobil-Technik. Auch schon anno 1900, als Ferdinand Porsche für den Wiener Ludwig Lohner den Elektrowagen Chaise mit zwei revolutionären Radnabenmotoren konstruierte. Dank 410 Kilo schwerer Bleibatterien erreichte das Gefährt damals ein Spitzentempo von 50 km/h und 50 km Reichweite. Jetzt hat die Porsche AG in Stuttgart wieder ein Auto mit reinem Elektroantrieb gebaut: Der Porsche Boxster E schafft mit einem 340 Kilo schweren Paket aus modernen Lithium- Eisen-Phospat-Batterien Tempo 120 und eine Reichweite von maximal 174 Kilometern. Damit ist der Elektro-Sportwagen zwar auf dem Stand der Technik, veranschaulicht aber auch, wie wenig sich doch in den letzten 100 Jahren bei der Batterieentwicklung getan hat.

MOTOR VOM ELEKTRO-GOLF
Die Porsche-Ingenieure sind sich der Schwäche der Speichertechnik durchaus bewusst, trotzdem sollte der Porsche Boxster E ein richtiger Porsche werden: Das ist selbst in der ersten Ausbaustufe mit nur einem Elektromotor und Heckantrieb spürbar. Zwar leistet das Triebwerk – es stammt aus dem Elektro-Golf von VW – nur bescheidene 90 kW, dank des Drehmoments von 270 Newtonmetern geht es aber doch angemessen zur Sache. Gut, 9,8 Sekunden von null auf Tempo 100 und eine abgeregelte Spitze von 120 km/h sind heute eher untypisch für ein Fahrzeug aus Zuffenhausen. Da aber das Fahrwerk des Boxster bis auf kleine Modifikationen unverändert blieb, ist die spürbare Fahrdynamik fast unverfälscht. Die Einbaulage des Batteriepakets aus 440 Einzelzellen anstelle des Mittelmotors sorgt für eine gute Gewichtsverteilung. Apropos Gewicht: Um die Zusatzlast durch Batterien und Elektronik von zusammen über 400 Kilogramm wenigstens teilweise auszugleichen, kommen neben leichten 19-Zoll-Rädern aus dem Boxster Spyder auch Karbon-Keramik-Bremsen (minus 20 kg) und Sportsitzschalen (minus zwölf kg) zum Einsatz.

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Das Interieur bietet die von Porsche gewohnte Verarbeitungsqualität. Der Drehzahlmesser wurde durch ein spezielles E-Power-Meter ersetzt, über die Schaltpaddel am Lenkrad lässt sich die Intensität der Rekuperation – der Energierückgewinnung im Schiebebetrieb – einstellen. Noch mehr Spaß wird der kommende Porsche Boxster E mit Allradantrieb und zwei Motoren (insgesamt 180 kW) bieten. Aber auch dieses Auto wird nur ein Forschungsfahrzeug sein, mit dem Porsche Erfahrungen auf dem Elektro- Sektor sammeln will. Serienversionen soll es erst mit den kommenden Modellgeneration von Boxster und 911 geben.
Klaus Uckrow

Technische Daten
Motor 
ZylinderSynchron-Elektro
Hubraumk.A.
Leistung
kW/PS
1/Min

90/122
k.A.
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
270
k.A.
Kraftübertragung 
GetriebeKonstant-Übersetzung
AntriebHinterrad
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbelüftete und gelochte Karbon-Keramik-Scheiben
h: innenbelüftete und gelochte Karbon-Keramik-Scheiben
Bereifungv: 235/35 ZR 19
h: 265/35 ZR 19
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1620
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)9.8
Höchstgeschwindigkeit (km/h)120
Verbrauch 
Testverbrauchk.A.
EU-Verbrauchk.A.
Reichweitemax. 174 Kilometer
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)k.A.

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