Porsche/AMG/Lamborghini: Sportwagen IAA 2015 Mit dem Turbo geboostet

Porsche stellt den neuen Turbo-Elfer vor, AMG zeigt den C 63 und Lamborghini schiebt den offenen Huracán ins Rampenlicht. Wir haben den leistungsstarken Straßenrennern auf der IAA 2015 unter die Haube geschaut.

Zur IAA 2015 (17. bis 27. September) geben sich emotionale Sportler die Klinke in die Hand. So hat Porsche dem 911er ein Facelift spendiert, das sich sehen lassen kann. Eine optische Revolution gibt es freilich nicht, dafür aber einige interessante Neuerungen. So bestückte man den 911er mit einem neuen Stoßfänger samt LED-Tagfahrleuchten, sowie auffälligen Rücklichtern in futuristischer 3D-Optik. Weitaus tiefgreifender sind die Änderungen unter der Haube: Porsche mustert den Sauger aus. Ein Turbo-aufgeladener Dreiliter-Boxer im Heck generiert nun 420 PS und steigert das Drehmoment auf 500 Newtonmeter. Porsche verspricht dadurch ein besseres Fahrerlebnis. In 3,0 Sekunden drückt der 911er nun auf Tachostand 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit ist um vier km/h auf 308 km/h geklettert. Die Änderungen im Innenraum bleiben ähnlich dezent wie das Außendesign und verharren auf hohem Porsche-Niveau. Zusätzlich zur bekannten elektromagnetischen Lenkung gibt es den Carrera S jetzt auch mit Allradlenkung. Der Wagen wird preislich bei 108.505 Euro (zuvor 105.173) liegen – was moderat ist, angesichts der verbesserten Performance. Aber auch der neue 911 GT3 RS ist eine beeindruckende Erscheinung, sowohl optisch, als auch von den Daten her. 500 PS stark, 310 km/h Topspeed und in 10,9 Sekunden auf Tempo 200 geschleudert, ist das Kraftpaket mit dem markanten Spoiler ein klarer Fall für den Racetrack.

 

Mercedes möbelt seine C-Baureihe auf

Während Porsche an der Optimierung seines Fuhrparks werkelt, komplettiert Mercedes die C-Klasse um ein sportliches, wie elegantes Coupé. Im Vergleich zum Vorgänger hat sich dabei einiges getan. Ein um acht Zentimeter verlängerten Radstand und eine um vier Zentimeter gewachsene Spurweite sorgen für größeren Raumkomfort, die Karosserie ist leichter und steifer geworden. Für das Coupé stehen vier Benzinmotoren zur Verfügung, deren Leistungsbandbreite vom 1,6-Liter-Vierzylinder mit 115 kW/156 PS bis zum 2-Liter-Vierzylinder mit 180 kW/245 PS reichen. Die beiden Dieselmodelle leisten 125 kW/170 PS, bzw. 150 kW/204 PS. Wem der C-Sportler zu harmlos ist, der darf sich mit dem AMG C 63 Edition 1 auf ein extravagantes Coupé freuen, das als stärkster Mittelklasse-Zweitürer in den Ring tritt. Außen wie innen finden sich dabei die Farben Gelb und Grau, die eine Prallele zum ebenfalls auf der IAA vorgestellten C 63 DTM ziehen. Stärker konturierte Sitze sollen den Fahrer in schnell gefahrenen Kurven besser stützen. Unter der in grauem Mattlack gehaltenen Motorhaube schlägt ein 4,0 Liter großes Herz mit ordentlich Power. Den V8-Biturbo-Benziner gibt es wahlweise mit 350 kW/476 PS oder 375 kW/510 PS als C 63 S. Für diesen werden dann auch mal gut 100.000 Euro fällig. Die Markteinführung des Zweitürers erfolgt im März 2016.

Fotostrecke: Alle Highlights der IAA finden sie hier

Als etwas formvollendeteres, aber nicht weniger brachiales Auto, präsentiert sich der AMG GT S dem Publikum in leuchtendem Gelb. 310 km/h rennt der Flitzer bei Topspeed, schafft den Sprint auf 200 km/h in wahnsinnigen 8,2 Sekunden. Das optionale Dynamic-Plus-Paket verleiht dem Mercedes einen breiten und längeren Drehmomentbereich und tourt mit 650 Newtonmeter. Auf Hochform zaubert der donnernde V8 (510 PS) jedem Fahrer ein Grinsen aufs Gesicht. Eine ganz andere Gewichtsklasse wird von Lamborghini mit dem Huracán Spyder ins Feld geführt. Der Motor mit 5,2-Liter-V10 leistet 610 PS und knackt die 100-km/h-Marke dank Allrad und Siebengang-Doppelkupplungsgteriebe in 3,4 Sekunden. Bereits nach 10,2 Sekunden zittert die Tachonadel bei Tempo 200 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 324 km/h angegeben. Mit 1,5 Tonnen Trockengewicht bringt die offene Version des Huracán gerade einmal 120 Kilogramm mehr auf die Waage als das gleichnamige Coupé. Ebenfalls in die Reihe der Top-Sportler möchte Audi mit seinem R8 V10 Plus aufgenommen werden. Mit 610 PS leistet dieser ohne zusätzlichen Turbo ganze 60 Pferdestärken mehr als sein Vorgänger und setzt mit mattgrauer Lackierung ein optisches Statement: "Achtung, gefährlich." Die Messwerte sprechen dank quattro-Antrieb eine ähnliche Sprache. In 3,2 Sekunden hechtet das 1,5-Tonnen-Auto von 0 auf 100 km/h, 6,7 Sekunden später fällt die 200 – dagegen sieht selbst der Lambo alt aus. So soll die Höchstgeschwindigkeit bei 330 km/h liegen. Die deutliche Performance-Steigerung kostet im Vergleich zum 540 PS starken V10-Grundmodell dann auch fast 6000 Euro mehr. Für 165.000 Euro kann man sich dann aber sicher sein, einen der stärksten und modernsten Audi zu fahren, den die Ingolstädter aufbieten können.

Wo es um emotionale Sportler geht, haben natürlich auch die Italiener ein Wort mitzureden. Alfa Romeo möchte mit der neuen Giulia den Ruf der Marke aufpolieren und rückt die Sport-Limousine auf der IAA ins rechte Licht. Vielseitig zeigt sich dabei die Motorisierung. Alfistas und alle, die es noch werden wollen, können sich zwischen Vierzylinder-Benziner mit Leistungen von 105 bis 240 PS und Dieselmotoren mit 105 bis 200 PS entscheiden. Auch ein 3-Liter-Diesel von Maserati und Werten bis zu 350 PS ist angekündigt. In der 510 PS starken Top-Motorrisierung Qudrifoglio Verde kann die Giulia dann auch einem BMW M3 gefährlich werden. Wenn es in 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h geht, sorgen enganliegende Sparco-Rennschalen dafür, dass der Reiter nicht aus dem Sattel fliegt. Einen etwas anderen Ansatz wählt der C4 Spider. Das Oben-Ohne-Geschoss wird im Maserati-Werk Modena zusammengeschraubt. Hier erinnern geringes Gewicht, Effizienz und Performance an so klassische Sport-Ikonen wie den 33 Stradale von 1967. Aus dem Stand soll der Turbomotor der Spinne in 4,5 Sekunden auf Tempo 100 km/h sprinten. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt über 250 km/h, im Innenraum verstärken Sportlenkrad und Schalensitze das Rennwagen-Gefühl. Anspruchsvolle Kunden können dem 4C mit Sportpaket, Leichtmetallrädern und Pirelli-Sportreifen noch zusätzlich optimieren – für den entsprechenden Preis versteht sich. 72.000 Euro kostet das Cabrio in Serienausstattung.

 

Tags:
Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.