Fahrbericht Porsche 911 GT3 2013: Bilder und technische Daten Schalten oder schalten lassen?

07.08.2013

Die dritte 911 GT3-Generation ist da – purer Porsche-Sportler oder weichgespültes Hightech-Fahrzeug? Die Antwort im ersten Fahrbericht

Das Thema ist ein Fall für die Philosophie: schalten oder schalten lassen? In den letzten 14 Jahren galt der Porsche 911 GT3 immer als Purist. Jetzt brechen die Schwaben mit ihrer Tradition und bieten den GT3 anno 2013 serienmäßig mit dem Doppelkupplungsgetriebe PDK und einer Hinterachslenkung an. „Die neue Technik wurde intern heftig diskutiert“, sagt Entwickler Uwe Braun, „doch letztendlich lagen die Vorteile auf der Hand.“

 

Der neue Porsche 911 GT3 im ersten Fahrbericht

Schaltzeiten von maximal 100 Millisekunden schafft kein Mensch, und dank mitlenkender Hinterachse liegt der GT3 sicherer und ist wendiger zugleich. Doch das sind nicht die einzigen Hightech-Helfer. Auf der Suche nach weiteren Zehntelsekunden und noch mehr Dynamik entwickelte Porsche ein vollvariables elektronisches Differenzial und ersetzte die hydraulische durch eine rein elektrische Lenkunterstützung (wie bei allen 911).

Geschadet hat es dem bis jetzt stärksten Elfer der 991-Baureihe nicht: Die Traktion ist top, das Gefühl am Volant superb. Dafür mitverantwortlich sind auch die prima haftenden Michelin Pilot Sport Cup 2-Reifen.

So kann man den Porsche 911 GT3 2013 bis in die Kurve hineinbremsen, und mit dem fest stehenden Heckspoiler erreicht das knapp 4,55 Meter lange Sportcoupé hohe Querkräfte. 120 Kilogramm Abtrieb generiert das Flügelwerk bei 315 km/h – trotzdem erreicht der GT3 einen cW-Wert von 0,33. Dabei hilft auch die simple, aus elastischem Kunststoff gefertigte Lippe unter der Frontschürze.

Im Heck tobt nach wie vor ein Sechszylinder- Boxer mit 3,8 Liter Hubraum und Trockensumpfschmierung – ein Novum im GT3 ist die Benzin-Direkteinspritzung. Unglaubliche 9000 Touren schafft das Zuffenhausener Hochleistungsaggregat maximal und wirkt dabei alles andere als gequält, sondern dreht scheinbar spielerisch leicht hoch und schreit dabei angriffslustig.

Trotz gesteigerter Dynamik ist der 475 PS starke Porsche dank serienmäßigem PASM und einer Anhebung der Karosseriefront (2975 Euro) durchaus alltagstauglich. Mit dem mindestens 137.303 Euro teuren GT3 umrundete Testfahrer Timo Kluck die Nürburgring Nordschleife in nur 7:25 Minuten. Diese Zeit dürfte dann auch die letzten Zweifler überzeugen.

Unser Fazit

Weniger Gewicht, mehr Technik: Der Porsche 911 GT3 ist so dynamisch wie nie zuvor und dürfte in Tests neue Bestmarken setzen.

Paul Englert

Tags:

Wirkaufendeinauto

So verkauft man Autos heute!

Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.