Porsche 911 Carrera S Cabrio Neueröffnung

25.10.2008

Parallel zum Coupé wird auch das Cabrio erneuert. Mit neuem Getriebe, Direkteinspritzung und mehr Leistung

Eckdaten
PS-kW385 PS (283 kW)
AntriebHinterrad, 7 Gang Automatik
0-100 km/h4.4 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit300 km/h
Preis105.928,00€

Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Ein Sprichwort, von dessen Wahrheitsgehalt in der Automobilgeschichte zahlreiche dahingeschiedene Marken und Modelle künden. Die Ziffernkombination 911 scheint dagegen unsterblich. Der Porsche ist einfach Kult. Aber auch Unsterblichkeit will gepflegt werden. Für das Modelljahr 2009 haben die Zuffenhausener deshalb ihren Klassiker abermals verfeinert. Einer leichten Karosserie-Kosmetik (größere Lufteinlässe vorn, LED-Tagfahrlicht, serienmäßiges Bi-Xenonlicht, neue LED-Rückleuchten und in die Heckschürze integrierte Auspuffrohre) stehen größere Eingriffe in die Technik gegenüber: Porsche installierte einen komplett neuen Boxermotor samt Benzin-Direkteinspritzung, der bei nahezu gleichem Hubraum (minus 25 Kubikzentimeter) nun 385 statt 355 PS leistet, aber weniger verbrauchen soll. Die Kraftübertragung erfolgt über ein optionales Doppelkupplungsgetriebe (3510,50 Euro), das die Tiptronic ersetzt. Diese Technik hat Porsche in den 80ern als Pionier im Rennsport für den 962 Gruppe C entwickelt, aber erst jetzt in die Serienfertigung übernommen. Nach wie vor wird per Zündschlüssel links vom Lenkrad gestartet.

Für das Vollwerterlebnis muss natürlich das Verdeck runter, was per Knopfdruck nach 15 Sekunden elektrisch erledigt ist. Mit den ersten kurzen Gasstößen fräst sich der gegenüber dem Vorgänger nun deutlich hochfrequentere Porsche-Sound in die Gehörgänge, verursacht ein starkes Nackenhaar-Aufstellmoment und lässt erahnen, dass nach dieser Vorführung die Verführung wartet. Während des Stop-and-Go-Verkehrs auf dem Weg ins Kurvenparadies lernt man die Automatikfunktion des Doppelkupplungsgetriebes zu schätzen. Sanfte, punktgenaue Gangwechsel lassen das wadentrainierende Kupplungspedal von einst schnell vergessen. Wo die Bahn frei ist, stellt das Carrera S Cabrio auf Durchzug und sorgt mit schaltpausenfreien Gangwechseln, seiner Drehzahlgier und dem bissigen Ansprechverhalten dafür, dass die Besatzung gar nicht weiß wohin mit ihren Glückshormonen.

So verführt der neue Elfer dazu, Längs- und Querbeschleunigung sowie Verzögerung nicht als notwendigen Tribut an topographische Gegebenheiten zu betrachten, sondern vorsätzlich, weil lustfördernd, zu produzieren. Dank messerscharfer Lenkung pfeilt der 911 mit hoher Zielgenauigkeit durch den Fahrtwind, beißt sich vor Kurven förmlich in den Asphalt, um nach dem Scheitelpunkt bei durchgetretenem Gaspedal nach wie vor das typische Elfer-Feeling zu vermitteln: Er stützt sich beim Herausbeschleunigen fühlbar auf das kurvenäußere Hinterrad und reitet die nächste Attacke auf die Fahrtwiderstände. Das alles passiert in einem Tempo, als wäre ihm der Leibhaftige dicht auf den Fersen. Währenddessen bleibt der Fahrer dank der hohen Sicherheitsreserven und der gut konturierten Sitze Herr der Lage, sofern ihn nicht der Teufel in Versuchung führt und ihn die fahrphysikalischen Grenzen vergessen lässt.

Diese auszuloten, bietet der Porsche verschiedene Möglichkeiten: Der per Tastendruck wählbare SPORT-Modus schaltet das Porsche Active Suspension Management (PASM) auf eine härtere Dämpferkennung um und bewirkt ein späteres Eingreifen des PSM (ESP) und ein spontaneres FAZIT Ansprechen auf Gaspedalbefehle. Die SPORT PLUS-Funktion aktiviert ein noch schärferes Schaltprogramm speziell für die Rennstrecke und meidet die drehzahlsenkende siebte Schaltstufe. Von beiden Einstellungen bleiben im Alltag nur ein mäßiger Federungskomfort und ein schlechter Geradeauslauf übrig. Das lässt sich vermeiden, indem bei beiden Modi die Taste mit dem Stoßdämpfersymbol gedrückt wird, um das PASM in den Normalmodus zurückzuholen, Schalt- und Ansprechverhalten aber auf der sportlichen Seite zu halten.

Was die Fahrleistungen angeht, ist auch der neue Elfer über alle Zweifel erhaben: 300 km/h Spitze erübrigen jeden Kommentar, ebenso der Warmbremswert von sensationellen 32,4 Metern für den Stopp aus 100 km/h. Filmreif ist aber die Beschleunigung per Launch Control: Sport Plus-Taste gedrückt, Fuß auf der Bremse, Vollgas, Bremse loslassen, wenn Launch Control aktiv im Tachodisplay erscheint. Was folgt, ist ein die Nackenmuskel strapazierender Katapultstart – der 911 knackt die 100-km/h-Marke in nur 4,4 Sekunden. Trotzdem bleibt der Testverbrauch für diese Leistungsklasse mit 13,3 Liter Super Plus pro 100 km günstig. Landstraßentouren lassen gar Werte um neun Liter zu. Damit ist der zeitlose Elfer voll auf der Höhe der Zeit.

Fazit

Zweifelsohne ist dieser 911 das beste Carrera Cabrio, das es je gab. Der neue Motor gefällt durch Kraft und zeitgemäßen Verbrauch, das Doppelkupplungsgetriebe stellt eine sinnvolle Ergänzung dar. Es unterstützt die Fahrdynamik und liefert durch seinen Automatikmodus ein Komfortextra.
Das extrem hohe fahrdynamische Niveau dürfte dem Mythos 911 neue Nahrung geben und seine Begehrlichkeit erhalten. Der happige Preis sorgt allerdings dafür, dass der Elfer für viele Porsche-Fans das bleibt, was er immer schon war: ein Traumwagen.

Technische Daten
Motor 
ZylinderB6, 4-Ventiler
Hubraum3800
Leistung
kW/PS
1/Min

283/385
6500 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
420
4400 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe7 Gang Automatik
AntriebHinterrad
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbelüftete Scheiben
h: innenbelüftete Scheiben
Bereifungv: 235/35 ZR 19
h: 295/30 ZR 19
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1545
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)4.4
Höchstgeschwindigkeit (km/h)300
Verbrauch 
Testverbrauch13.3l/100km (Super Plus)
EU-Verbrauch10.3l/100km (Super Plus)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)k.A.

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