Porsche 911 2.5 S/T: Restauration Wiedergeburt eines Porsche 911

Mit viel Geschick wurde ein Porsche 911 2.5 S/T von 1972 wieder aufgebaut, die aufwändige Profi-Restauration macht aus einem kümmerlichen Haufen Schrott einen begehrenswerten Klassiker.

Die Zeit geht weder an Menschen noch an Autos spurlos vorüber. Und auch wer 1972 noch als durchtrainierter Sportler glänzen konnte, kann über 40 Jahre später ziemlich heruntergekommen aussehen. So erging es auch einem Porsche 911 2.5 S/T, der beim 24 Stunden-Rennen von Le Mans 1972 einen umjubelten Klassensieg und den 13. Gesamtrang feiern konnte, aber im Anschluss schnell in Vergessenheit geriet und mit den Jahren in einen immer desolateren Zustand verfiel. Erst vor wenigen Jahren wurde der Rennwagen, von dem Porsche einst ganze 24 Exemplare für den Motorsport-Einsatz aufbaute, von einem amerikanischen Sammler entdeckt. In den letzten zwei Jahren war Porsche Classic beinahe ohne Unterbrechnung damit beschäftigt, den völlig heruntergekommenen Porsche 911 2.5 S/T wieder auf Vordermann zu bringen – und konnte dabei praktisch keinen Winkel unberührt lassen. Insbesondere die stellenweise vom Rost zerfressene und zudem von einem unsachgemäß reparierten Unfallschaden sowie einem missglückten Umbau auf die Technik des späteren G-Modells schwer gezeichnete Karosserie verlangte nach vielen Stunden Zuwendung.

Porsche 911 2.5 S/T von 1972 nach Profi-Restauration wie neu

Zusätzlich beschädigt wurde der seltene Porsche 911 2.5 S/T im Bereich des Dachs, was offenbar auf eine vorübergehende Nutzung als provisorischer Kinderspielplatz zurückzuführen ist. Und während Liebhabern bei einer solchen Beschreibung das Herz blutet, nahmen die Experten von Porsche Classic die Herausforderung an und widmeten sich mit viel Liebe und noch mehr Stunden fachmännischer Handarbeit der Wiederbelebung des einst so stolzen Rennwagens. Seinerzeit wurde der Porsche 911 2.5 S auf Basis des 911 2.4 S Coupé für den Kundensport aufgebaut und zum Preis von 49.680 D-Mark verkauft, die extrascharfe Version 2.5 S/T steigerte den Kaufpreis um weitere 19.000 D-Mark. 44 Jahre später strahlt das Schmuckstück nun wieder wie ein Neuwagen, auch die originale Lackierung in Hellgelb (Code 117) wurde wieder aufgetragen und erinnert an die glorreiche Historie des Le Mans-Siegers. Dass es auch noch schneller als mit dem heute nur noch ausgewiesenen Experten bekannten 911 2.5 S/T geht, zeigten in den folgenden Jahren Legenden wie der Porsche 911 RSR. Beide Fahrzeuge eint nicht nur die schnelle Basis aus Zuffenhausen, sondern auch der Glaube an den Motorsport als Triebfeder des technischen Fortschritts, von dem möglichst kurze Zeit später auch die Serienfahrzeuge profitieren sollen.

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