Pirelli-Kalender: Die Geschichte Ewige Schönheit

12.04.2012

Der Pirelli-Kalender ist nicht käuflich, er wird verschenkt. Dennoch zählt er zu den mutmaßlich teuersten Kalendern. Was ist das Geheimnis des Kalenders, der scheinbar kein Verfallsdatum kennt?

Eine Antwort könnte sein: Die besten Fotografen ihrer Zeit, berühmte Models, schöne Ort und jede Menge Freiheiten. Freiheit darf hier nicht mit Freizügigkeit verwechselt werden, bloße Aktaufnahmen gibt es woanders. Der italienische Reifenkonzern Pirelli legt bei seiner Jahresgabe Wert auf einen „ästhetischen und kulturellen Zweck.“  Zwei Beispiele: Der Fotograf Harry Pecinotti lässt sich 1968 von Gedichten inspirieren und 1987 widmet Terence Donovan den Kalender  einer farbigen Venus. Herb Ritts erklärt seine Arbeit 1994 zu einer „Hommage to Women“ und buchte dafür die vier Topmodels Cindy Crawford, Helena Christensen, Kate Moss und Karen Alexander.

Den ersten Kalender gab die britische Tochtergesellschaft des Reifenherstellers, Pirelli UK Limited, 1964 heraus und verpflichtete dafür den Fotografen der Beatles, Robert Freeman. Anfang der Neunziger-Jahre zieht die künstlerische Leitung in das Pirelli-Hauptquartier in London um.

Zehn Jahre lang gab es gar keinen Pirelli-Kalender. Anlässlich der weltweiten Rezession und des Jom Kippur-Krieges wurde die Veröffentlichung 1974 eingestellt. Der nächste Kalender wurde 1984 herausgegeben.

Immer wieder sind Männer auf den Kalenderblättern zu sehen. Bruce Weber fotografiert 1998 Bono von U2, Kris Kristofferson, John Malkovich und andere männliche Stars. Dafür steht 1972 mit Sarah Moon die erste Frau hinter der Kameralinse, Joyce Tennyson und Annie Leibovitz folgen 1989 und 2000.

Reifen spielten übrigens nie eine Rolle im Pirelli-Kalender. Eine Ausnahme gab es 1984, als der Art Director Martyn Walsh an den Stränden der Bahamas eine Spur mit dem neuen P6 ziehen ließ. Mehr war von den Produkten des Hauses kaum zu sehen.

Ein großes Geheimnis um den Pirelli-Kalender („The Cal“) lüftete die Ebay-Versteigerung eines Kalenders im vergangenen Jahr. Das versteigerte Exemplar von 2003 war von Fotograf Bruce Weber und dem Pirelli-Chef Marco Tronchetti Provera signiert und brachte einen Erlös von 13.000 Euro – für den Bau einer Schule in Sierra Leone. aof

AUTO ZEITUNG

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