Fahrtest für Senioren: Keine Fahreignungsprüfung Kein Pflicht-Fahrtest für Senioren

von Lena Reuß 30.01.2017
Senioren-Fahrtest ab 75
Der Verkehrsgerichtstag beschließt auf verpflichtende Fahreignungsprüfungen für Senioren zu verzichten. Ältere Autofahrer sollen eigenverantwortlich handeln und freiwillig zum Fahrtauglichkeits-Check gehen. © Fotolia
Inhalt
  1. Keine verpflichtenden Fahrtests für Senioren ab 75
  2. Wie kann man die Fahrtauglichkeit überprüfen?
  3. Wie bleibt man im Alter möglichst lange fahrtüchtig?
  4. Wie macht man Senioren auf Fahruntauglichkeit aufmerksam?

Gesetzlich verpflichtende Fahrtests für Senioren sind noch nicht in Planung. Teilnehmer des 55. Verkehrsgerichtstags appellieren jedoch an ältere Autofahrer, ihre Fahrtauglichkeit regelmäßig zu überprüfen.

Vorerst wird es keine verpflichtenden Fahrtests für autofahrende Senioren geben. Zu diesem Schluss kommt der 55. Verkehrsgerichtstag in Goslar. Es war diskutiert worden, ob alle Autofahrer ab dem 75. Lebensjahr eine Fahreignungsprüfung ablegen müssen. Bereits im Vorfeld übte jedoch unter anderem der ADAC Kritik an diesem Vorschlag. Der Fahrtest sei lediglich eine Momentaufnahme von der Reaktionszeit der Senioren und je nach Tagesverfassung der Person äußerst fehleranfällig. Zudem sei die Fahrroutine der Senioren ein wichtiger zu berücksichtigender Punkt, da sich ältere Fahrer häufig durch einen "besonnenen Fahrstil" auszeichneten. Trotzdem lassen sich die Zahlen der Statistiken nicht beschönigen: Dem Gesamtverband der Versicherer (GDV) zufolge, gehen heutzutage drei von vier Unfällen, in denen Senioren über 75 verwickelt sind, auch auf ihr Konto. "Die Quote liegt damit höher als in der Hochrisikogruppe der jungen Fahrer", erklärt GDV-Unfallforscher Siegfried Brockmann. Ein Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins fügt dem hinzu, dass außerdem jeder zweite Geisterfahrer älter als 65 sei. "Senioren sind insofern auch ein Risiko für andere."

Künftig Blackboxes zur Ermittlung von Unfallursachen? (Video):

 
 

Keine verpflichtenden Fahrtests für Senioren ab 75

In anderen EU-Ländern wie Norwegen, Schweden oder den Niederlanden sind Fahrtests für Senioren schon jetzt Gang und Gäbe. Bereits ab einem Alter von 70 Jahren sind hier ärztliche Untersuchungen zur Überprüfung der Fahrtauglichkeit Pflicht. In Spanien müssen Autofahrer bereits ab 45 Jahren zum Gesundheitstest. Hierzulande erfolgt eine Fahreignungsprüfung derzeit nur in besonders begründeten Einzelfällen. Allerdings – und daran appelliert auch der Verkehrsgerichtstag – hat jeder Autofahrer die Möglichkeit seine Fahrtauglichkeit selbst zu überprüfen. So können regelmäßige Gesundheitschecks beim Arzt oder eine Übungsfahrt mit einem Fahrlehrer Defizite bei den eigenen Fähigkeiten aufdecken. So gaben im Jahr 2015 bereits 9500 deutsche Autofahrer über 75 Jahre freiwillig ihren Führerschein ab, weil sie sich nicht mehr fit für den Verkehr fühlten.

 

Wie kann man die Fahrtauglichkeit überprüfen?

Zum einen sind regelmäßige Gesundheitschecks wichtig. Verkehrsexperten empfehlen alle zwei Jahre Augen und Ohren überprüfen zu lassen. Auch der Hausarzt kann nach einer kurzen Untersuchung eine Einschätzung des Gesundheitszustands geben. Die Ergebnisse der Untersuchungen unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht, es drohen also keine Konsequenzen. Trotzdem sollte man mit dem Arzt abwägen, den Führerschein gegebenenfalls abzugeben oder nur noch tagsüber oder bestimmte bekannte Strecken zu fahren. Zum anderen können regelmäßige Coaching-Fahrten mit einem Fahrlehrer absolviert werden. Dieser kann eventuelle Defizite beim Autofahren aufzeigen und beim Beheben helfen. Ältere Autofahrer können auch freiwillig an der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung teilnehmen. Die Kosten dafür liegen zwischen 150 und 200 Euro. Die Ergebnisse fallen ebenfalls unter die ärztliche Schweigepflicht. Der ADAC bietet zum Preis von 50 bis 70 Euro ebenfalls einen Fahrtauglichkeitstest an.

Verkehrsrecht Härtere Strafen für Handy-Nutzung am Steuer
Handy am Steuer: Verschärfung (Update!)  

Härtere Strafen bei Handy am Steuer

 

Wie bleibt man im Alter möglichst lange fahrtüchtig?

Wichtig ist, dass auch im Alter die gesundheitlichen Voraussetzungen für das Autofahren gegeben sind. Neben regelmäßigen Besuchen beim Optiker, um die Sehschärfe zu überprüfen, sowie beim HNO-Arzt zur Kontrolle der Hörfähigkeit, sollten Autofahrer regelmäßig checken, ob sie sich für den Schulterblick noch komplett umdrehen können. Zudem sollten sie sich in regelmäßigen Abständen auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, oder psychische und neurologische Erkrankungen untersuchen lassen.

 

Wie macht man Senioren auf Fahruntauglichkeit aufmerksam?

Wer befürchtet, zum Beispiel die Eltern oder Großeltern könnten ihre Fahrtauglichkeit falsch einschätzen, kann zunächst auf einige bestimmte Anzeichen achten. Dabei können kleinere Unfälle, mehrere Beinahe-Unfälle oder eine Häufung von Strafzetteln schon ein Indikator für schlechteres Autofahren sein. Auch wenn sich die Personen wiederholt über die mangelnde Rücksicht anderer Verkehrsteilnehmer beschweren, kann das darauf hindeuten, dass im Verkehr Unsicherheiten bestehen. Am besten ist es hier einfühlsam vorzugehen und sich bei einer Mitfahrt selbst ein kurzes Bild von der Fahrtauglichkeit der Senioren zu machen. Anschließend sollte in einer ruhigen Atmosphäre das Gespräch gesucht werden und ein Fahrtest vorgeschlagen werden. In besonders schweren Fällen, in denen sich das Gegenüber sehr uneinsichtig zeigt, aber durch seine mangelnde Fahrtauglichkeit andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, können auch die Polizei oder das straßenverkehrsamt zu Rate gezogen werden.

Verkehrsrecht Das ändert sich für Autofahrer 2017
Das ändert sich für Autofahrer 2017 (Update!)  

Das muss man 2017 wissen!

Tags:
Philips Autostaubsauger
UVP: EUR 104,99
Preis: EUR 85,89 Prime-Versand
Sie sparen: 19,10 EUR (18%)
Auto Hundedecke
UVP: EUR 50,99
Preis: EUR 34,99 Prime-Versand
Sie sparen: 16,00 EUR (31%)
Autobatterie-Ladegerät
 
Preis: EUR 69,86 Prime-Versand
Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.