Peugeot RCZ HDi: Letztes VLN-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife Löwe in Fahrt

18.01.2012

Das letzte Nordschleifen-Rennen des Peugeot RCZ HDi erlebten wir hautnah aus der Cockpit-Perspektive. Reportage

Kennen Sie das: Auf der linken Autobahnspur fliegt von hinten irgendein PS-Protz heran und heftet sich mit Briefmarkenabstand an Ihre Stoßstange? Wenn ja, dann haben Sie eine ungefähre Ahnung davon, was es heißt, mit einem 200 PS starken Tourenwagen bei der VLN-Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring anzutreten. Wenn die wild gewordene GT3-Horde von Porsche, Mercedes, BMW und Audi mit Profis am Steuer im Kampf um Spitzenplätze durch die Grüne Hölle rast, werden die Rückspiegel zu deinen besten Freunden.

 

Quiddelbacher Höhe? geht bis Flugplatz alles voll!

„Lass ihn bitte heil“, mahnt Teamchef Cyrus Ayari. „In ein paar Wochen geht er ins Museum.“ Die Peugeot-Mannschaft ist skeptisch, denn ich soll später den RZC HDi mit der Startnummer 545 steuern – immerhin das Auto, mit dem die Routiniers Michael Bohrer, Stéphane Caillet und Jürgen Nett in der laufenden Saison sieben Klassensiege errangen und das bereits vor dem zehnten und letzten Lauf den Titel als bestes Dieselfahrzeug einheimste.

Im Training lasse ich es locker angehen, versuche, mich mit dem Auto vertraut zu machen und steigere mich von Runde zu Runde langsam. Dabei schiele ich ständig auf den Innenspiegel, um den mit Profis besetzten Top-Autos früh Platz zu machen. An den Peugeot RCZ HDi habe ich mich schnell gewöhnt, denn er ist sehr einfach zu fahren. Und mit 400 Newtonmeter Drehmoment hat er genug Qualm, um flott voranzukommen. „Bleib immer zwischen 3000 und 4000 Touren und schalte erst, wenn die erste rote LED aufleuchtet“, rät Michael Bohrer. Schnell hat der Diesel-Löwe mein Vertrauen gewonnen, und ich versuche, hier und da eine Schippe draufzulegen. Wo er an der Quiddelbacher Höhe anbremst, will ich von Jürgen Nett wissen. „Geht bis zum Flugplatz alles voll“, sagt der sympathische Eifler ganz locker. Ich schlucke. Nett fährt seit über 25 Jahren VLN und weiß genau, was er tut.

Im Training stellt Michael Bohrer den RCZ auf Platz 94 von165 Startern und kämpft sich in der ersten von vier Rennstunden kontinuierlich nach vorn. Nett und Caillet tun es ihm gleich und zeigen konstante Rundenzeiten von unter zehn Minuten. Um 15 Uhr schlägt meine Stunde, und mein Herz rast so schnell wie das eines Karnickels auf der Flucht. Stéphane Caillet hilft mir beim Angurten und stöpselt mein Funkgerät ein. „Radio check“, knarzt es. „Radio ok.“ Dann rolle ich aus der Boxengasse und lasse den Löwen fliegen. Schon nach kurzer Zeit sinkt mein Puls deutlich, dafür rinnt mir nun der Schweiß übers Gesicht. „Alles okay, Auto läuft prima“, melde ich auf der langen Döttinger Höhe, wo ich mich in den Windschatten der Cup-Clio und 3er-BMW klemme, um noch ein paar Sekunden gutzumachen.

Nach zwei Tagen und insgesamt 13 Runden im Peugeot RCZ HDi stellt sich während des Rennens bei mir das viel besagte Gefühl ein, wenn man eins mit dem Auto wird. Ich weiß, dass ich locker noch ein Quäntchen mehr wagen könnte. Die Kumho-Slicks haften prima, der RCZ liegt sehr neutral und macht mit seiner perfekten Balance ein ESP unnötig. Auch das ABS vermisse ich nicht, sondern taste mich unter Zwischengas mit der schön dosierbaren Bremse ganz behutsam an die Blockiergrenze der Reifen heran. Wie ein Uhrwerk läuft der Selbstzünder, der seine Abgase über einen Partikelfilter durch das Sidepipe bläst – dabei ist er kaum zu hören. Dann krächzt es wieder in meinen Ohrstöpseln: „Der Sieger ist bereits abgewunken, gleich hast du’s geschafft“, meldet Teamchef Timo Frings. Was, schon Schluss? Immerhin landete unser Team am Ende auf Rang 65.
Paul Englert

 

Technische Daten

ANTRIEB
4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbodiesel; Bohrung x Hub: 85,0 x 88,0 mm Verdichtung: 16,0 : 1 Hubraum: 1997 cm³, 147 kW/200 PS bei 4000 – 4500/ min, 400 Nm bei 2500 – 3000/min Getriebe: 6-Gang, manuell; Vorderradantrieb

FAHRWERK
v.: McPherson-Federbeine, Dämpfer, Stabi., h.: Verbundlenker, Federn, Dämpfer, Stabi. Bremsen: rundum innenbelüftete Scheiben Räder: rundum Kumho Ecsta Slicks 225/640 18 auf Felgen: 9 x 18 Lenkung: Zahnstange, Servo, elektro-mechanisch

ECKDATEN
L / B / H: 4287 / 1845 / 1362 mm; Radstand: 2596 mm; Leergewicht: 1150 kg  Beschleunigung: 0 – 100 km/h in ca. 7,5 s  Höchstgeschwindigkeit: ca. 230 km/h Verbrauch (Rennstrecke): ca. 17 Liter Diesel /100 km Tankvolumen: 60 Liter Grundpreis: unverkäuflich

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