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Peugeot 308 und VW Golf

Bürger-Bewegung

Die Kompaktklasse dürfte das Trauma vieler Hersteller sein. Hier, in der Golf-Klasse, wird man nie einfach irgendein Auto machen können. Es wird immer heißen: Besser als der Golf? Sportlicher als der Golf? Variabler als der Golf?

Die Kompaktklasse dürfte das Trauma vieler Hersteller sein. Hier, in der Golf-Klasse, wird man nie einfach irgendein Auto machen können. Es wird immer heißen: Besser als der Golf? Sportlicher als der Golf? Variabler als der Golf?

Das Geheimnis des Golf ist aber, dass er das wohl humanste Auto aller Zeiten ist: Alle Abmessungen und Funktionen, alles Erleben ist auf den Menschen und dessen Bedürfnisse zugeschnitten. Der Golf ist nie langweilig, aber auch nie aufgeregt. Er ist nie protzig, aber auch nie billig. Nie ärgerlich, nie polarisierend, nie über- und nie untertrieben. Mehr Golf, äh Auto, braucht eben kein Mensch. Auch keinen Golf Plus und keinen Golf R32. Nicht zuletzt deshalb bleibt die Kompaktklasse so spannend. Bei jedem neuen Auto stellt man sich die Frage: Was haben sie sich diesmal einfallen lassen, um den Golf zu ersetzen oder ihm zu huldigen, ihn zu kopieren oder zu demontieren? Der letzte Peugeot 307 war beispielsweise so ein spannender Golf Extra: Mit viel Platz, beinahe mit Van-Proportionen sollte er sich präsentieren. Und jetzt wird diese gar nicht so schlappe Idee wieder aufgegeben – oder zumindest verwässert.

Der neue Peugeot 308 trägt trotz stattlicher Außen- und Innenabmessungen eine gefühlte Kompaktheit vor, sein Design ist betont sportlich. Und unter der Motorhaube werden die in Kooperation mit BMW produzierten Turbo-Vierzylinder gegen die modernisierte und downgesizete Motorenpalette des Golf in Stellung gebracht.

Karosserie

Knapp geht es in dieser Disziplin aus, das Duell des Klassikers gegen den französischen Herausforderer. Der Peugeot mag wesentlich bulliger wirken, de facto bietet er aber Platzverhältnisse auf dem Niveau des Golf. Seine große Stärke ist die bessere Übersicht: Schlanke C-Säulen hinten und ein vom Fahrer wegstrebender, niedriger Armaturenträger lassen einen nicht nur die Außenabmessungen besser erfassen, auch subjektiv wirkt der Peugeot – zumal in Verbindung mit dem optionalen Panoramadach für schlanke 410 Euro – luftiger und geräumiger.

Die Funktionalität des Golf ist Maßstab, allerdings lässt sich der 308 nicht wirklich abhängen. Alle Bedienelemente sind in Reichweite und logisch angeordnet, er hat solide Bügeltürgriffe, eine gute Sitzeinstellung und ausgezeichnet ablesbare Instrumente. Höchstens der Lichtschalter am Blinkerhebel widerspricht der Funktionalitätsregel eine Funktion, ein Hebel, und der Regensensor findet öfters nicht die passende Regenstärke zum Wischintervall.

Kofferraum öffnen, und die Schwäche des 308 ist allzu offensichtlich: Die Ladekante ist viel zu hoch, dazu die Öffnung klein. Das eigentliche Ladevolumen ist mit dem des Golf vergleichbar.

So viele Punkte der 308 durch seine bessere Sicherheitsausstattung gewinnt, so viele verliert er durch seine etwas schlechtere Verarbeitungs- und Materialqualität. Blechern zuklatschende Türen im Vergleich zu den dumpf ploppenden des Golf sprechen hier eine deutliche Sprache.

KarosserieMax. PunkteVW Golf 1.4 TSIPeugeot 308 150 THP
Raumangebot vorn1007070
Raumangebot hinten1005656
Übersichtlichkeit703743
Bedienung/ Funktion1009086
Kofferraumvolumen1003029
Variabilität1002524
Zuladung/ Anhängelast803328
Sicherheit1508293
Qualität/ Verarbeitung200182172
Kapitelbewertung1000605601
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Inhaltsübersicht

Autos im Test

VW Golf 1.4 TSI

PS/KW 140/103

0-100 km/h in 8.50s

Frontantrieb, 6 Gang manuell

Spitze 205 km/h

Preis 19.800,00 €

Peugeot 308 150 THP

PS/KW 150/110

0-100 km/h in 8.70s

Frontantrieb, 5 Gang manuell

Spitze 213 km/h

Preis 20.400,00 €