Peugeot 308 vs. Mazda 3 und Ford Focus: Kompakte mit Benzinern im Vergleich Doch keine Sparwunder

25.07.2014
Inhalt
  1. Vergleich: Peugeot 308 gegen Mazda 3 und Ford Focus
  2. FAHRKOMFORT
  3. MOTOR/GETRIEBE
  4. FAHRDYNAMIK
  5. UMWELT/KOSTEN
  6. FAZIT
  7. Technische Daten & Gesamtbewertung als PDF zum nachlesen

Praktisch und schick, trotzdem genügsam – das sind die wesentlichen Versprechen der Kompakten Ford Focus 1.0 EcoBoost, Mazda 3 SKYACTIV-G 120 und Peugeot 308 130 e-THP. Doch welcher der Kandidaten bietet das beste Gesamtpaket? Eines vorweg: Der Vergleichstest zeigt, dass keiner der drei supersparsam ist

Mit dem im September 2013 präsentierten 308 hat Peugeot einen attraktiven Herausforderer für die arrivierten Kompakten auf die Räder gestellt. Nun ergänzt ein neuer, 130 PS starker Dreizylinder-Turbo, der im Mittel nur 4,6 Liter Kraftstoff konsumieren soll, das Motorenangebot. Damit verspricht der smarte Franzose Dynamik ohne  Reue.

Im Vergleichstest trifft er auf die Sparfüchse von Ford und Mazda. Der Focus tritt mit seinem vielgelobten EcoBoost-Turbo-Dreizylinder mit 125 PS an, während der Mazda auf einen relativ großen, hoch verdichteten Vierzylinder-Sauger mit 120 PS setzt.

 

Vergleich: Peugeot 308 gegen Mazda 3 und Ford Focus

Trotz völlig unterschiedlicher Karosserieformen liefern sich die drei Wettstreiter in Sachen Raumangebot ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen. Gerade vorn, wo selbst Großgewachsene genügend Platz zur freien Entfaltung vorfinden, gibt es praktisch kaum Unterschiede zwischen den Kontrahenten. Und auch hinten lassen sich zumindest zwei erwachsene Personen artgerecht unterbringen. Lediglich veritable Sitzriesen können aufgrund der abfallenden Dachlinien im Ford und Mazda mit dem Dachhimmel auf Tuchfühlung gehen. Im Peugeot schränkt das optionale Glas-Panoramadach (450 Euro, erhältlich ab Ausstattung Active) die Kopffreiheit etwas ein. Dafür bietet der 308 am meisten Platz.

Ein weiterer Pluspunkt für den Gallier, der sich dadurch als ausgewachsener Reisewagen empfiehlt: Mit 420 Litern Stauvolumen verfügt er über den größten Kofferraum. Ford und Mazda haben mit 363 beziehungsweise 364 Litern klar das Nachsehen. Schade nur, dass der 308 nur 461 Kilogramm zuladen darf. Bei der Konkurrenz dürfen etliche Kilo mehr an Gepäck mitgenommen werden. Bei umgelegter Rückbank hat übrigens der Mazda die sportive Nase leicht vorn. Dann stellt der Japaner maximal 1263 Liter zur Verfügung. Beim Peugeot sind es 1228 und beim Ford lediglich 1148 Liter.

In puncto Bedienung geht jeder Hersteller seinen eigenen Weg. Die verschiedenen Konzepte erfordern  etwas  Eingewöhnung. Ford setzt derzeit noch auf eine kaum überschaubare Zahl an Knöpfen, die sich unterhalb des sehr kleinen Bildschirms konzentriert. Der Madza 3 weist einen zentralen Monitor mit einem dazugehörigen Dreh-/Drück-Steller auf. Die Menüstruktur wirkt weitgehend übersichtlich gegliedert. Lediglich das Navigationssystem fällt durch seine nicht ganz einfache Handhabung etwas aus dem Rahmen.

Der Peugeot 308 beherrscht hingegen die Kunst des Weglassens wie kaum ein Zweiter. Sämtliche Einstellungen – vom Navi-System bis zur Klimatisierung – erfolgen über ein großes Touchscreen-Display; die Anzahl der Tasten im Cockpit reduziert sich dadurch auf ein Minimum. Allerdings will auch hier die Menülogik etwas eingeübt werden, bis die Bedienung reibungslos klappt. Erfreulich: Alle drei Kompakten befinden sich, was die Sicherheitsausstattung angeht, voll auf der Höhe der Zeit. Sinnvolle Assistenzsysteme wie Totwinkel-Warner, Abstandsregler oder Notbremsassistenten  sind  teilweise serienmäßig oder zumindest gegen Aufpreis zu haben.

Ford Focus 1.0 EcoBoost Mazda 3 SKYACTIV-G 120
Peugeot 308 130 e-THP
125 PS 120 PS 130 PS
0-100 km/h in 10,9 s 0-100 km/h in 9,5 s 0-100 km/h in 10,3 s
Vorderradantrieb Vorderradantrieb Vorderradantrieb
Spitze 193 km/h Spitze 195 km/h Spitze 207 km/h
Grundpreis: 20.520 Euro
Grundpreis: 20.490 Euro Grundpreis: 19.550 Euro

 

FAHRKOMFORT

Der Ford verfügt über die sensibelste Federung

Der Fahrwerksabstimmung des Ford Focus gelingt der schwierige Spagat aus sportlicher Straffheit und komfortabler Schluckfreudigkeit sehr gut. Die Federung reagiert auf kleinere Schäden in der Asphaltdecke sehr sensibel. Auch grobere Querfugen oder tiefere Schlaglöcher bringen den Kölner kaum aus der Fassung. Gleichzeitig verfügt er über die bequemsten Sitze. Das zur 2350 Euro teuren Titanium-Ausstattung gehörende Sportgestühl gefällt mit seinem guten Seitenhalt und einer Polsterung, die ein ermüdungsfreies Reisen begünstigt. In der Summe ergibt dies den Sieg im Kapitel Fahrkomfort.

Dahinter folgt der Mazda 3, dessen Federung nicht ganz so sensibel auf kleinere Schäden in der Fahrbahn reagiert wie die des Ford. Gröbere  Stöße, beispielsweise hervorgerufen durch abgesenkte Gullydeckel, hält der auf 16-Zoll-Rädern rollende Japaner hingegen lange von seinen Passagieren fern. Weniger gut: Die Vordersitze des Mazda 3 sind recht weich gepolstert und stützen den Körper durch die fehlende Seitenführung nicht so gut wie die Sitze der Konkurrenz.

Die wenigsten Punkte im Bereich Fahrkomfort sammelt ausgerechnet der Testkandidat aus Frankreich – dem Land, das einst für seine sänftengleichen Fahrzeuge berühmt war. Dieser Umstand dürfte jedoch vorwiegend auf das Konto der Räder gehen. Mit seinen 18-Zöllern, die Bestandteil der von uns gefahrenen höchsten Ausstattungslinie Allure sind, absorbiert der Peugeot 308 Bodenunebenheiten nicht so nonchalant wie die Konkurrenz und leitet mehr Stöße in die Karosserie weiter.

Auf kleinere Unebenheiten wie Kopfsteinpfaster reagiert der Gallier mit stärkeren Karosseriebewegungen. Dafür bietet er angenehmer gepolsterte Sitze als der Mazda und eine bequemere, weil ausgeformtere Rückbank als der Ford. Und auch das Geräuschniveau ist insgesamt recht niedrig.

 

MOTOR/GETRIEBE

Der Mazda ist auch ohne Downsizing sparsam

Ein frei saugender Vierzylinder mit 120 PS aus zwei Litern Hubraum: Was aus heutiger Sicht fast schon vorsintflutlich anmutet, ist im Falle des Mazda alles andere als veraltet. Im Gegenteil, das moderne SKYACTIV-Triebwerk wartet mit besten Effizienzwerten auf. Mit einem ermittelten Durchschnittsverbrauch von 6,9 Litern auf 100 Kilometer ist der mit 14,0:1 extrem hoch verdichtete Direkteinspritzer noch das sparsamste Aggregat im Feld. Dies erkauft sich der Japaner ein Stück weit mit einer sehr langen Getriebeübersetzung. Bei 130 km/h dreht sich die Kurbelwelle im größten Gang 2500 Mal pro Minute um die eigene Achse. Der Drehzahlmesser des Ford zeigt bei Autobahn-Richtgeschwindigkeit 2800/min, der Peugeot 3500/min an.

Dennoch beschleunigt der Mazda am flottesten. Als einziger knackt er die 100-km/h-Marke aus dem Stand in weniger als zehn Sekunden. Bei der Elastizität sieht die Sache allerdings anders aus. In dieser Disziplin hat der Sauger trotz 210 Newtonmetern Drehmoment keine Chance gegen die aufgeladenen Motoren der Konkurrenz, was eine weitere Begleiterscheinung der langen Getriebeübersetzung ist. Beim Überholen auf der Autobahn muss nicht selten mindestens ein Gang zurückgeschaltet werden – dank der hervorragenden Schaltung stellt das freilich kein allzu großes Ärgernis dar.  Kurze Wege, präzise Rastungen – so macht die Handarbeit Spaß.

Das Verbrauchsduell der Dreizylinder innerhalb dieses Tests entscheidet unterdessen der Ford Focus 1.0 EcoBoost für sich. Er genehmigt sich auf 100 Kilometer 0,3 Liter weniger Sprit als der neue Peugeot-Motor. Zu den weiteren Ford-Tugenden zählen seine kultivierte Arbeitsweise, der gute Antritt aus dem Drehzahlkeller und die knackige Schaltung. Mit Mehrverbräuchen von über 30 Prozent im Vergleich zur Normangabe ist aber keiner der Dreizylinder ein Sparwunder.

Der Peugeot beschleunigt etwas besser  (10,6  zu  10,9  Sekunden) und fährt dem 193 km/h schnellen Ford mit seiner Höchstgeschwindigkeit von 207 km/h davon. Mit maximal 230 Newtonmetern hat der ungemein drehfreudige 1,2-Liter-Dreizylinder überdies das höchste maximale Drehmoment zu bieten. Dementsprechend flott erledigt der 308 Zwischenspurts auf der Autobahn ohne Gangwechsel. Die akustische Zurückhaltung unterstreicht den positiven  Eindruck, den das kleine Löwenherz hinterlässt.

 

FAHRDYNAMIK

Der Peugeot 308 bremst sich an die Spitze

Weder der Ford, noch der Mazda und der Peugeot fühlen sich allein größtmöglicher Effizienz verpflichtet. Vielmehr wollen sie ihrem Besitzer auch eine gehörige Portion Fahrspaß offerieren. Am besten erfüllt diesen Anspruch der Focus, der dank seiner verbindlichen Fahrwerksabstimmung, der präzisen wie gefühlvollen Lenkung und der höchsten Kurvengeschwindigkeiten auf dem Handlingkurs die beste Vorstellung ablieferte. Mit einer Rundenzeit von 1:52,1 Minuten offenbart der Kölner die größten Reserven beim dynamischen Kurvenfahren.

Ganz knapp dahinter, mit einem Abstand von zwei Zehntelsekunden, überquerte der Peugeot 308 die Zeitnahme. Dass sich der Franzose dennoch den Kapitelsieg in der Wertung Fahrdynamik sichert, liegt an seiner sehr guten Bremsperformance. Mit kalten Stoppern benötigte der kompakte Löwe exakt 35 Meter, um aus 100 km/h zum Stillstand zu kommen. Im warmen Betriebszustand verzögerte die Bremsanlage noch etwas vehementer (34,7 Meter).

Der äußerlich sportlich auftretende Mazda 3 konnte hingegen auf dem Rundkurs nicht ganz überzeugen. Zwar machte er durch das leichtfüßige Handling und das – bei deaktiviertem ESP – recht lockere Heck durchaus Spaß, an die Zeiten der anderen beiden Kandidaten konnte er jedoch nicht anknüpfen. Auf den Ford fehlten dem Japaner rund zwei Sekunden, was nicht zuletzt an der mäßigen Traktion lag.

Dafür war seine Bremsleistung im Vergleich zu vorangegangenen Tests besser. Dies dürfte auf das Konto der jetzt von Mazda verwendeten Michelin-Pneus gehen. In AUTO ZEITUNG 21/13 trat der Mazda 3 SKYACTIV-G 120 noch mit einem asiatischen Fabrikat an. Durch den Reifenmarkenwechsel verkürzte sich der Bremsweg um runde zwei Meter.

 

UMWELT/KOSTEN

Der Mazda 3 ist, ganz Japaner, gut ausgestattet

Der Mazda 3 ist als SKYACTIV-G 120 erst ab der mittleren Ausstattungslinie Center-Line erhältlich. Im Grundpreis von 20.490 Euro sind darum bereits Klimaautomatik, Leichtmetallräder und sogar der City-Notbremsassistent enthalten. Den Peugeot 130 e-THP gibt es bereits in der niedrigsten Ausstattung. Für 19.550 Euro bekommt der Kunde zumindest eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung und eine manuelle Klimaanlage.

Die meisten anderen Extras wie Alu-Räder, Anfahrassistent oder auch Außenspiegelkappen in Wagenfarbe sind erst in höheren Ausstattungslinien enthalten oder wollen extra bezahlt werden. Auch der Ford Focus 1.0 EcoBoost kommt in der Serie etwas karg daher.

So fehlen ihm – wie dem Peugeot – die Leichtmetallräder, und Nebelscheinwerfer gibt es ebenfalls nicht. Da er in der getesteten Ausstattungsversion zudem das teuerste Auto in diesem Vergleich ist, fährt er im Kostenkapitel die wenigsten Zähler ein.

 

FAZIT

Dieser Vergleichstest zeigt einmal mehr, wie eng es in der Kompaktklasse derzeit zugeht. Bei maximal 5000 erreichbaren  Punkten liegen in der Endabrechnung gerade mal 35 Zähler zwischen dem Erst- und Drittplatzierten.

Den Gesamtsieg sichert sich mit knappem Vorsprung der Mazda 3 SKYACTIV-G 120. Sein günstiger Preis und der effiziente Motor sprechen für ihn. Auf Platz zwei findet sich der Peugeot 308 130 e-THP ein. Der Franzose glänzt mit sehr guten Bremsen, seinem drehfreudigen Motor und einem guten Raumangebot.

Der bewährte Ford Focus 1.0 EcoBoost wird ehrenwerter Dritter. Der  gebotene  Fahrkomfort und  eine Vielzahl an Assistenzsystemen sind seine Stärken. Die wenigen Schwächen, zum Beispiel das sperrige Bedienkonzept, sollen im Zuge der kommenden Modellauffrischung ausgemerzt werden.

Eine weitere Erkenntnis dieses Vergleichstests: Die optimistischen Verbrauchsangaben der Hersteller erreichte keiner der Kandidaten.

 

Technische Daten & Gesamtbewertung als PDF zum nachlesen

Marcel Kühler

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