Peugeot 308 gegen Citroën C4 und Renault Megane: Vergleich French Connection

30.09.2013

Wenn der neue Peugeot 308 auf den Markt kommt, lauert dort schon die französische Konkurrenz. Eine erste Begegnung mit Citroën C4 und Renault Mégane

Am 21. September ist es soweit, dann steht Peugeots neuer Kompakter bei den Händlern und soll es richten. Auch wenn die Typbezeichnung 308 vom Vorgänger übernommen wurde, verbirgt sich doch unter dem Blech eine komplette Neuentwicklung, welche die Löwenmarke aus den wirtschaftlichen Turbulenzen führen soll. Eine vollkommen neue modulare Plattform (EMP2) bildet die Basis für den 4,25 Meter langen Fünftürer. Gegenüber dem Vorgänger vermeldet Peugeot zugleich eine Gewichtseinsparung von 140 Kilogramm. Der Konzern-Kollege Citroën C4 misst gut sieben Zentimeter mehr, steht aber noch auf der alten Plattform 2 des PSA-Konzerns. Als dritter im Bunde wartet der Renault Mégane mit ähnlichen Abmessungen (4,29 Meter).

 

Vergleich: Peugeot 308 trifft Citroen C4 und Renault Megane

Solcherart konfektioniert wurden früher ausgewachsene Mittelklasseautos verkauft, was die Frage nach den Platzverhältnissen im Innenraum aufwirft. Das Raumgefühl vorne ist im Peugeot am besten. Die beiden Konkurrenten schneiden da aufgrund ihrer wuchtiger wirkenden Armaturenträger nicht ganz so gut ab. Im Fond fällt die seitliche Kopffreiheit im Citroën und Renault subjektiv ebenfalls etwas geringer aus. Ein Novum im Peugeot: Die oberhalb des kleinen Lenkrades angeordneten Instrumente mit gegenläufigen Zeigern für Tacho und Drehzahlmesser. Das sieht zwar schick aus, schränkt aber je nach Fahrergröße, Lenkrad- und Sitzposition die Ablesbarkeit etwas ein. Ansonsten erfolgt die Bedienung von Klimaanlage, Navigation und Telefon Menü – gesteuert über einen Touchscreen.

Renault vertraut im Umgang mit dem elektronischen Wegweiser auf einen Dreh-Drücksteller in der Mittelkonsole. Der Citroën liefert den markentypischen Schuss Extravaganz, einerseits mit kombiniertem Digital-Analog-Tachometer samt außenliegendem Zeiger, andererseits mit zahlreichen Bedientasten auf dem Lenkrad, welche ein intensives Studium der Betriebsanleitung erfordern. Da haben es die Renault-Piloten leichter, auch wenn sie sich mit einem zu tief angebrachten Schacht für die Schlüssel-Karte arrangieren müssen.

Sehr gut im Peugeot: Mit optionalen Assistenzsystemen wie zum Beispiel Abstandswarner, Notbrems- und Totwinkelassistent zeigt sich der Löwe auf der Höhe der Zeit. Davon findet sich im Citroën nur der optionale Totwinkelassistent. Doch hat der C4 dem 308 unverständlicherweise einen Spurhalteassistenten voraus. Der Renault kann gegen den Peugeot beim Thema Sicherheit nur mit Fernlicht- und Spurhalteassistent bestehen. Erfreulich gerät der Blick auf die verbauten Materialien und Spaltmaße. Hier haben sich alle drei Franzosen von der einst vorherrschenden „Laissez faire“-Haltung verabschiedet.

In früheren Zeiten war sänftengleicher Federungskomfort ein Kennzeichen vieler französischer Autos. In den letzten Jahren tendierte man westlich des Rheins jedoch mehr und mehr zu dynamisch straffen Fahrwerksabstimmungen, was dem Fahrkomfort nicht immer gut bekam. So auch beim Peugeot 308 der ersten Generation. Polterte dieser noch lautstark durch Schlaglöcher und stakste unbeholfen über Querfugen, wirkt der neue 308 wie ausgewechselt: Trotz montierter 18-Zoll-Räder bügelt er die meisten Fahrbahnunebenheiten ebenso dezent wie geschmeidig weg.

Man darf gespannt sein, ob sich dieser Eindruck in einem späteren Test auf der genormten Komfortstrecke bestätigt. Während der ersten Ausfahrt jedenfalls stach der 308 mit seinem Federungskomfort die französische Konkurrenz aus. Auf schlecht gepflegten Fahrbahnen holpert der Citroën C4 teilweise über Frostaufbrüche, während der Renault unter einer deutlich zu straffen Grundabstimmung leidet, was dazu führt, dass seine Karosserie und damit die Passagiere schon durch kleine Fahrbahnunebenheiten in Bewegung geraten.

Auch bei den Fahrgeräuschen übt sich der Löwe in Zurückhaltung: Wind- und Abrollgeräusche sind bei ihm am besten gedämmt. Der Motor bleibt akustisch stets im Hintergrund, was gerade auf Langstrecken zählt und den Komforteindruck nachhaltig beeinflusst.

Apropos Motor: Unter den Hauben der drei Kandidaten arbeiten Vierzylinder-Common-Rail-Diesel. Die 1,6-Liter-Aggregate von Peugeot 308 und Citroën C4 sind technisch identisch. Die eine Pferdestärke Leistungsunterschied (Peugeot 115 PS, Citroën 114 PS) darf als Merkmal beabsichtigter Differenzierung gewertet werden. Die Leistungskurve des 1,5-Liter-Renault-Motors findet ihren Zenit bei 110 PS. Der Peugeot-Diesel agiert nach Überwindung einer leichten Anfahrschwäche hinreichend druckvoll und dreht vibrationsarm bis an die 5000 /min-Marke. Einen ähnlichen Eindruck hinterlässt erwartungsgemäß der Citroën, doch sind seine Lebensäußerungen deutlich lauter als jene des Konzernkonkurrenten.

Gleiches gilt für den Renault-Antrieb, der beim Beschleunigen überdies eine Spur müder wirkt als die Motoren der Konkurrenz. Das belegen auch die Werksangaben. Danach benötigt er für den Standardsprint von null auf 100 km/h mit 12,1 Sekunden etwa eine Sekunde mehr als die Konkurrenz. Die Leistungscharakteristika der Motoren sowie Höchstgeschwindigkeiten von 190 km/h (Citroën und Renault) beziehungsweise 188 km/h (Peugeot) harmonieren jedoch gut mit den Ansprüchen des normalen Verkehrsalltags.

Die Franzosen sind durchweg mit Start-Stopp-Systemen ausgerüstet, was den Verbrauch laut EU-Norm auf vier Liter und weniger pro 100 Kilometer drücken soll. Der Renault Mégane setzt sich in der gefahrenen "dCi 110 Start+Stop eco2"-Version hier mit nur 3,5 Litern an die Spitze (Peugeot: 3,8; Citroën 4,0 Liter). Während der zugegebenermaßen verbrauchsintensiven Fotofahrten pendelten die Werte bei allen Dreien jedoch um die Sechs-Liter-Marke. Näheren Aufschluss über die Verbrauchswirklichkeit wird ein späterer Test geben. Wegen seines etwas hakelig zu bedienenden Sechsgang-Getriebes macht die Schaltarbeit im Renault Mégane etwas weniger Spaß als bei den beiden Konkurrenten, deren mit der gleichen Gangzahl arbeitenden Schaltboxen mehr Präzision aufweisen.

Obwohl mit sparsamen Dieseln motorisiert, bieten die drei Kompakten neben der Vernunft durchaus auch Fahrspaß. Ein gutes Beispiel dafür ist der Renault. Willig und spontan folgt er den Lenkbefehlen seines Fahrers und wirkt dadurch sehr lebhaft. Seine Bremse ist standfest, ihr Ansprechverhalten aber etwas giftig. Der Peugeot durcheilt Kurven gelassener, weil mit weniger Aufbaubewegungen. Auch erreicht er mit den montierten 18 Zoll-Rädern und Reifen im Format 225/40 ZR 18 W höhere Kurvengeschwindigkeiten als die Konkurrenz, bevor sein ESP eingreift. Seine Lenkung wirkt harmonischer abgestimmt als die des Citroën C4, die aus der Mittellage heraus ein recht gefühlloses Ansprechverhalten zeigt. Zusammen mit den stärkeren Karosseriebewegungen lässt er sich weniger präzise dirigieren als der Peugeot 308.

Der Mégane ist zwar im Grundpreis mit 21.250 Euro bis zu 1520 Euro günstiger als 308 und C4, verzichtet dafür aber ab Werk auf Leichtmetallräder und eine Berganfahrhilfe. Alle drei Franzosen verfügen serienmäßig über eine Klimaanlage, elektrische Fensterheber, ESP, Zentralverriegelung mit Fernbedienung und ein CD-Radio, womit das Nötigste für entspanntes Reisen an Bord sein dürfte.

Technische Daten
Peugeot 308 e-hDi 115 STOP & START
Motor 4-Zylinder, 2-Ventiler, Turbodiesel, Partikelfilter Hubraum 1560 cm3 Leistung 85 kW / 115 PS bei 4000 /min Max. Drehmoment 270 Nm bei 1750 /min Getriebe 6-Gang, manuell Antrieb Vorderrad L/B/H  4253/1804/1457 mm Radstand 2620 mm Leergewicht 1085 kg Kofferraum 420 – 1228 l Fahrleistungen1 0-100 km/h in 10,9 s Höchstgeschw.1 188 km/h EU-Verbrauch1 3,8 l D/100 km Co2-Ausstoß1 100 g/km Grundpreis 22.750 Euro
1 Werksangaben
Citroën C4 e-hDi 115 airdream
Motor 4-Zylinder, 2-Ventiler, Turbodiesel, Partikelfilter Hubraum 1560 cm3 Leistung 84 kW / 114 PS bei 3600 /min Max. Drehmoment 270 Nm bei 1750 /min Getriebe 6-Gang, manuell Antrieb Vorderrad L/B/H 4329/1789/1489 mm Radstand 2608 mm Leergewicht 1373 kg Kofferraum 410 – 1185 l Fahrleistungen1 0-100 km/h in 11,3 s Höchstgeschw.1 190 km/h EU-Verbrauch1 4,0 l D/100 km Co2-ausstoß1 105 g/km Grundpreis 22.730 Euro
1 Werksangaben
Renault Mégane ENERGY dCi 110
Motor 4-Zylinder, 2-Ventiler, Turbodiesel, Partikelfilter Hubraum 1461 cm3 Leistung 81 kW / 110 PS bei 4000 /min Max. Drehmoment 260 Nm bei 1750 /min Getriebe 6-Gang, manuell Antrieb Vorderrad L/B/H 4295/1808/1471 mm Radstand 2705 mm Leergewicht 1295 kg Kofferraum 405 – 1162 l Fahrleistungen1 0-100 km/h in 12,1 s Höchstgeschw.1 190 km/h EU-Verbrauch1 3,5 l D/100 km2 Co2-ausstoß1 90 g/km Grundpreis 21.250
1 Werksangaben,
2 als dCi 110 start+stop eco

Unser Fazit

Beim ersten Treffen mit der französischen Konkurrenz gibt der neue Peugeot 308 mit kultiviertem Antrieb, gutem Komfort und der optionalen Sicherheitsausstattung einen gelungenen Einstand. Demgegenüber übernimmt der Citroën C4 die Rolle der extravaganten Alternative aus dem gleichen Konzern. Der preiswerte Renault Mégane kehrt in diesem Vergleich besonders sein fahrdynamisches Talent heraus.

Elmar Siepen

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