Hybrid oder Diesel? 3008 HYbrid4 vs. 508 SW Peugeot 3008 HYbrid4 | Peugeot 508 SW GT HDi 205

19.03.2012

Im Crossover 3008 präsentiert Peugeot den weltweit ersten Dieselhybrid. Unser Vergleich zeigt, ob er mit seinem Konzept gegen den ähnlich starken Diesel im 508 SW bestehen kann

Die letzte große Innovation aus dem Hause Peugeot liegt bereits einige Zeit zurück. Im Jahr 2000 präsentierten die Franzosen in der Oberklasse-Limousine 607 den ersten Dieselmotor, dessen Abgase serienmäßig von einem Partikelfilter gereinigt wurden. Zwölf Jahre später bringt die Löwen-Marke den ersten Diesel-Hybrid auf den Markt und verspricht sportliche Fahrleistungen bei gleichzeitig beispielhaft niedrigem Verbrauch. Die Herstellerangaben klingen viel versprechend: Bei einer Systemleistung von stolzen 200 PS und einem maximalen Drehmoment von 450 Newtonmetern soll sich die französische Mischung aus SUV und Van mit lediglich 3,8 Liter Diesel je 100 km begnügen, was einem CO2-Ausstoß von nur 99 Gramm pro Kilometer entspricht. Allerdings wird dieser Wert nur von der auf 16-Zoll-Rädern stehenden „99-Gramm-Variante“ erzielt. Unser Testwagen (36.150 Euro) rollte auf 17-Zöllern, die den Normverbrauch um 0,2 Liter auf 4,0 l/100 km erhöhen.

Zum Vergleich tritt der brandneue Peugeot 3008 Hybrid gegen ein Modell aus dem eigenen Stall an, das reichhaltig ausgestattete Topmodell der 508-Baureihe, den SW GT 205 HDi FAP für 39.750 Euro. Dessen 2,2-Liter-Turbodiesel leistet 204 PS und hat ein maximales Drehmoment von ebenfalls 450 Newtonmetern. Laut Peugeot soll der Selbstzünder 5,9 Liter je 100 km verbrauchen, also knapp zwei Liter mehr.

BEI RUHIGEM GASFUSS HARMONIEREN DIE ZWEI ANTRIEBE IM HYBRID GUT
Doch bevor wir uns der Verbrauchsfrage widmen, wollen wir erst einmal sehen, wie sich der Neuling fährt. Harmonieren die beiden Antriebe miteinander? Schließlich steckt hier jede Menge Knowhow dahinter, das sich der Pionier auf dem Hybrid-Gebiet Toyota jahrelang mühsam erarbeitet hat. Kurz gesagt: Solange man den Crossover verbrauchsorientiert, sprich gemütlich bewegt, kann der Antriebskomfort durchaus überzeugen. Das Zusammenspiel des 163-PS-Diesels, der die Vorderräder antreibt, mit dem auf die Hinterräder wirkenden Synchronmotor (37 PS) erfolgt so geschmeidig, dass der Fahrer vom Ab- und Zuschalten der beiden Motoren, sofern er nicht akribisch darauf achtet, kaum etwas mitbekommt. Im auf maximale Effizienz getrimmten Auto-Modus sorgt eine ausgeklügelte Steuerelektronik dafür, dass der 3008 möglichst oft rein elektrisch fährt, sofern es der Ladezustand der 1,1 kWh fassenden Nickel-Metallhydrid-Batterie zulässt. Lautloses Anfahren bis etwa 20 km/h ist meist möglich, ansonsten beschränkt sich das Stromern auf das gemütliche Dahingleiten im Stadtverkehr. Es sei denn, man stellt den Fahrschalter auf ZEV (Zero Emission Vehicle), dann sorgt allein der 37 PS leistende E-Motor für Vortrieb – bei voller Batterie bis zu 70 km/h schnell und rund vier Kilometer weit. Bemerkenswert dabei ist, dass der Crossover den Elektrobetrieb konsequent beibehält und erst bei nahezu voll durchgetretenem Gaspedal den Diesel zur Verstärkung ruft.

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Die beschriebene Harmonie im Antriebsstrang endet jedoch in dem Moment, wenn der Fahrer eine sportlichere Fahrweise anschlägt oder gar der Sport-Modus angewählt wurde. Dann kommen Hektik und Unruhe ins Geschehen: Das automatisierte Sechsgang-Getriebe hält die Gänge unnötig lange, gefolgt von unschönen Zugkraftunterbrechungen, die mit einem spürbaren Ruck einhergehen. Bei ruhigerer Gangart gelingt es dem E-Antrieb, die Schaltpausen durch gezielte Unterstützung weitgehend zu kaschieren und den Insassen das unfreiwillige Kopfnicken zu ersparen. Als viertes Fahrprogramm kann der Fahrer die Stellung 4WD wählen, bei der stets beide Achsen angetrieben werden und der Dieselhybrid einen Allradantrieb realisiert, der ohne mechanische Verbindung zwischen Front und Heck auskommt. Bis zu 40 Prozent des Drehmoments gelangen dann an die Hinterräder.

Kommen wir nun zum Peugeot 508 SW und prüfen, wie er sich mit seinem Diesel in Kombination mit der serienmäßigen Sechsstufen-Automatik im Vergleich schlägt. Sein Antrieb hinterlässt in puncto Komfort den besseren Eindruck, wofür in erster Linie die Wandler-Automatik von Aisin verantwortlich ist. Sie lässt den kultivierten und bereits bei niedrigen Touren druckvoll antretenden Turbodiesel stets im passenden Drehzahlbereich arbeiten und schaltet zudem sanft sowie punktgenau. Auch was die Fahrleistungen angeht, kann der 508 SW den kleineren Peugeot 3008 HYbrid4 distanzieren. Und zwar deutlicher, als es die Messwerte widerspiegeln. Der Grund: Im Hybrid unterstützt der Synchronmotor an der Hinterachse den 163-PS-Diesel nur bis maximal 120 km/h, weshalb ihm der 204 PS starke Kombi danach auf und davon fährt. Die Höchstgeschwindigkeit macht die Leistungsunterschiede sichtbar. Während der 3008 bis Tempo 191 rennt, stürmt der 508 SW bis 232 km/h weiter. Ein Grundproblem aller Hybride wird auch hier wieder deutlich: Ein Teil der zusätzlichen Kraft des E-Antriebs wird durch dessen Zusatzgewicht (rund 100 kg), das sich auch auf den Verbrauch negativ auswirkt, wieder aufgezehrt.

GEHT ES ALLEIN UM DEN VERBRAUCH, HAT DER HYBRID DIE LÖWENNASE VORN
Doch wer mit einem Hybridfahrzeug liebäugelt, den interessieren meist weniger die Sprinter-, als vielmehr die Sparqualitäten des Autos. Und da kann sich der Hightech-Antrieb des Peugeot 3008 HYbrid4: Premiere in Paris im Vergleich zum konventionellen 508-Diesel durchsetzen – wenn auch weniger deutlich als gedacht. Auf der AUTO ZEITUNG-Normrunde genehmigte sich der Dieselhybrid nur rund einen Liter weniger als der Mittelklasse-Kombi. Dennoch liegt der Verbrauch mit 6,7 l/100 km überraschend hoch, denn der E-Antrieb spielt im Stadtverkehr oftmals den Alleinunterhalter. Bei der zweiten Tour, der Stadtverbrauchsrunde, kann der Neuling genau diesen Vorteil dann aber ausspielen. Mit einem gemessenen Verbrauch von 5,6 l/100 km flossen zweieinhalb Liter weniger durch die Einspritzdüsen des 3008-Motors. Hier macht sich auch das fehlende Start-Stopp-System im 508 bemerkbar, weshalb der Motor während der zahlreichen Haltephasen munter weiterläuft. Auf der Minimalverbrauchsrunde kommen sich die beiden Löwen wieder etwas näher. Mit glatten fünf zu 5,6 Liter Verbrauch je 100 Kilometer entscheidet der 3008 Hybrid aber auch diese Disziplin für sich. Doch selbst wenn wir das Gaspedal nur streicheln und so ökonomisch wie möglich unterwegs sind, gelingt es uns nicht, den Normverbrauchswert von 4,0 l/100 km zu erreichen. Die mehr als 6000 Euro Aufpreis gegenüber einem 165 PS starken 3008 samt Automatikgetriebe lohnen sich also nur für Überzeugungstäter, die mit einem Hybridfahrzeug ein Zeichen setzen wollen.

Fazit

Der technische Aufwand, den Peugeot beim neuen 3008 HYbrid4 betreibt, ist enorm, doch die gemessene Verbrauchsersparnis fällt unterm Strich eher unbefriedigend aus. Einen deutlichen Vorteil gegenüber dem Dieselkombi 508 SW kann der Hybrid nur im Stadtverkehr herausfahren. Das Zusammenspiel der beiden Antriebe klappt recht geschmeidig, das bei flotter Gangart hektisch agierende automatisierte Schaltgetriebe ist im Vergleich zur Wandlerautomatik im 508 aber nur die zweitbeste Lösung.

Technische Daten
Motor 
Zylinder4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbodiesel
Hubraum1997
Leistung
kW/PS
1/Min

120/163
3850 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
300
1750 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe6 Gang Automatik
AntriebVorderrad
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbelüftete Scheiben
h: Scheiben
Bereifungv: 225/50 R 17
h: 225/50 R 17
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1773
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)9.2
Höchstgeschwindigkeit (km/h)191
Verbrauch 
Testverbrauch6.7l/100km (Diesel)
EU-Verbrauch4l/100km (Diesel)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)104

Tags:
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