Peugeot 3008 und Renault Scénic im Vergleichstest Peugeot 3008 HDi FAP 150 und Renault Scénic dCi 130 FAP

21.09.2011
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Bei unseren westlichen Nachbarn haben praktische Familienautos Tradition. Welcher Kompaktvan aus Frankreich bietet mehr?

Praktische Familienautos haben sie ja immer schon gut gekonnt, die Franzosen: simpel und durchdacht wie beim R4, unerreicht elegant wie bei der Citroën DS Break oder einfach nur groß und fast unzerstörbar wie beim Peugeot 504. In diese Tradition passen Renault Scénic und neuerdings Peugeot 3008, beide raumfüllende Varianten erfolgreicher Kompaktwagen. Und da man nicht nur in Frankreich in dieser Klasse gern zum Selbstzünder greift, treten 3008 und Scénic mit Dieseltriebwerken mit 150 und 130 PS zu diesem Vergleich an. Eine letzte Bemerkung, bevor Punkte verteilt werden: Mit Preisen von 28.100 Euro (Peugeot) und 23.900 Euro (Renault) sind die französischen Kompakten selbstbewusst eingestuft. Vor wenigen Jahren noch waren das jeweils mehr als 150.000 französische Francs. Schauen wir mal, ob die beiden diese Summen wirklich wert sind.

 

Karosserie

Als Crossover, so sagt Peugeot, verbinde der 3008 die Vorteile von SUV, Van und Limousine. Nun gut. Im direkten Vergleich mit dem Klassenprimus Scénic fällt vor allem auf, dass der Newcomer aus Sochaux weniger Platz und weniger Variabilität bietet. Denn anders als der Renault hat der pummelige Peugeot keine Einzelsitze, sondern nur eine asymmetrisch teilbare Bank im Fond. Diese lässt sich zwar zu einer ebenen Ladefläche zusammenklappen, doch ausbauen oder einzeln wegklappen, das geht nicht. Peugeot-typisch ist auch die zweigeteilte Heckklappe, die ebenfalls nicht jeder mag.

Die ausgeprägteren Van-Talente hat also der Renault. Er lässt sich bei Bedarf in einen kleinen Lieferwagen verwandeln, das Aus- und wieder Einbauen der Sitze erfordert kein großes handwerkliches Geschick. Da der Scénic zudem mehr Bewegungsfreiheit auf allen Plätzen und die bessere Verarbeitungsqualität vorweisen kann, gewinnt er die Karosseriewertung deutlich vor dem Peugeot, dem hier seine Crossover-Attitüde nicht zum Vorteil gereicht. Was uns sonst noch aufgefallen ist: Die eigentümliche Ausstattungspolitik der französischen Hersteller treibt auch bei diesen beiden Familienautos seltsame Blüten. So ist etwa der 3008 mit dem 150-PS-Diesel nur ab der teuren Premium-Ausführung zu haben. Die jedoch beinhaltet neben allerlei Nützlichem auch das bestenfalls unnötige Glas-Panoramadach. Und im Fall des Scénic ist das DVD-Navi nur in Verbindung mit der teuren Luxe-Ausstattung bestellbar.

KarosserieMax. PunkteRenault Scénic dCi 130 FAPPeugeot 3008 HDi FAP 150
Raumangebot vorn1007570
Raumangebot hinten1007466
Übersichtlichkeit704443
Bedienung/ Funktion1008285
Kofferraumvolumen1005144
Variabilität1007048
Zuladung/ Anhängelast802936
Sicherheit1508486
Qualität/ Verarbeitung200176172
Kapitelbewertung1000685650

 

Fahrkomfort

Nein, wir beschweren uns nicht schon wieder darüber, dass auch diese beiden Kompakten keine Sänften im altfranzösischen Stil sind. Beide federn recht ordentlich, wobei sich der Scénic etwas verbindlicher zeigt. Doch beide rollen mit ihren jeweils serienmäßigen 17-Zöllern ziemlich kernig ab. Die maximale Zuladung verkraften die Rivalen ebenfalls recht ungerührt, sie neigen dann allerdings zu kräftigeren Karosseriebewegungen.

Ansonsten kann man sich an Bord dieser Vans auch auf längeren Touren wohlfühlen. Allenfalls gibt es Beschwerden von den Passagieren auf den hinteren Plätzen: im Renault wegen der knapp bemessenen Sitzmöbel, im Peugeot wegen der mangelnden Kopffreiheit und den kleinen Fensterflächen. Da die beiden Dieseltriebwerke zudem noch sehr leise zu Werke gehen, taugen 3008 und Scénic zu mehr als nur zum Kindergarten-Shuttle.

FahrkomfortMax. PunkteRenault Scénic dCi 130 FAPPeugeot 3008 HDi FAP 150
Sitzkomfort vorn150108108
Sitzkomfort hinten1007570
Ergonomie150130132
Innengeräusche503237
Geräuscheindruck1006565
Klimatisierung503534
Federung leer200135132
Federung beladen200128126
Kapitelbewertung1000708704

 

Motor und Getriebe

Die Ansprüche an die Antriebe von Familienvans halten sich in Grenzen: Sparsam sollen sie sein, angemessen kräftig und ansonsten nicht auffallen. Bei Vergleichstests liegt die Messlatte höher, dennoch schlagen sich die Selbstzünder bravourös. Mit Testverbräuchen von knapp über sieben Litern liegen die beiden Motoren im klassenüblichen Rahmen. Dass sich der Renault-Motor am Ende behauptet, liegt neben seinem niedrigeren Spritkonsum an den besseren Elastizitätswerten und der passenderen Getriebeabstufung.

Motor und GetriebeMax. PunkteRenault Scénic dCi 130 FAPPeugeot 3008 HDi FAP 150
Beschleunigung15099106
Elastizität1007876
Höchstgeschwindigkeit1504949
Getriebeabstufung1008481
Kraftentfaltung503835
Laufkultur1007171
Verbrauch325247243
Reichweite251616
Kapitelbewertung1000682677

 

Fahrdynamik

Auch besondere dynamische Qualitäten werden die wenigsten von ihren Vans fordern. Mit nicht abschaltbaren ESP-Systemen und wenig mitteilsamen Lenkungen ausgestattet, umrunden 3008 und Scénic brav Handling- und Slalomkurs – mit dem etwas besseren Ergebnis im Slalom für den Renault: Seinen Leistungsvorsprung kann der Peugeot nur auf der Handlingstrecke in schnellere Zeiten umsetzen.

Auf durchweg hohem Niveau ist die Fahrsicherheit, wobei der 3008 die etwas stärkere Neigung zu Lastwechselreaktionen zeigt. Beide lassen sich jedoch fast nur mutwillig aus der Ruhe bringen. Die zupackenderen Bremsen festigen den Kapitelsieg des Scénic.

FahrdynamikMax. PunkteRenault Scénic dCi 130 FAPPeugeot 3008 HDi FAP 150
Handling1505658
Slalom1006652
Lenkung1007371
Geradeauslauf503735
Bremsdosierung301717
Bremsweg kalt1507469
Bremsweg warm1508771
Traktion1003835
Fahrsicherheit150134131
Wendekreis20116
Kapitelbewertung1000593545

 

Umwelt und Kosten

Fast Gleichstand würde auch in der bei dieser Fahrzeugklasse 
nicht unwichtigen Kostenwertung herrschen – wenn der 3008 nicht über 4000 Euro teurer wäre als der Scénic. Beim Wertverlust hat der Renault-Käufer ebenfalls Vorteile. So gewinnt der preiswertere Scénic auch dieses letzte Kapitel.

Kosten/UmweltMax. PunkteRenault Scénic dCi 130 FAPPeugeot 3008 HDi FAP 150
Bewerteter Preis675226195
Wertverlust503228
Ausstattung252020
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502728
Werkstattkosten201313
Steuer1088
Versicherung403333
Kraftstoff554140
Emissionswerte258585
Kapitelbewertung1000485450

 

Fazit

Der Renault Scénic ist nicht umsonst ein  Bestseller in dieser Klasse. Er gefällt durchweg besser als der Peu-geot. Platzangebot, Variabilität, Bremsen und nicht zuletzt der Preis – fast alles spricht für den Renault. Der Peugeot 3008 ist kein schlechtes Auto, aber als Crossover kein besonders praktischer Van. In puncto Nutzwert bietet er kaum mehr als ein normaler Kombi. Größter Pluspunkt: sein kultivierter  Antrieb.

Gesamtbewertung

Max. PunkteRenault Scénic dCi 130 FAPPeugeot 3008 HDi FAP 150
Summe500031533026
Platzierung12

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