Peugeot 208 GTi 30th im Einzeltest Gut gebrüllt

09.03.2015

Anlässlich des 30. Geburtstags des 205 GTi legt Peugeot mit dem 208 GTi 30th ein dynamisches Sondermodell auf. Wie schlägt sich die Neuinterpretation im Alltag? Mehr dazu in unserem Test

Schon auf den ersten Blick wird klar, dass man es im Fall des 208 GTi 30th nicht mit einem normalen Kleinwagen zu tun hat. Neben der aufpreispflichtigen Kombination aus mattschwarzer Folierung im vorderen Drittel und schräg abgeteiltem rotem Fahrzeugheck (Sonderlackierung Coupé Franche) geben mattschwarze Elemente deutliche Hinweise darauf, dass man es mit der Jubiläumsversion des 208 GTi zu tun hat.

 

Peugeot 208 GTi 30th im Test

Ebenfalls in schwarz gehalten sind die 18-Zoll-Räder, durch die vorn rote Bremssättel mit „Peugeot Sport“-Aufdruck schimmern. Das Signet des hauseigenen Leistungszentrums findet man natürlich auch im sportlich eingerichteten Interieur. Ins Auge fallen hier vor allem die nicht ganz alltagstauglichen, weil schmutzempfindlichen Fußmatten und die zwei vorderen Schalensitze mit Kunstleder und Alcantara-Mix.

Diese Extras in Kombination mit der Plakette im Dachhimmel sind ausschließlich dem Jubiläums-Modell vorbehalten. Sportive Accessoires in Form einer 12-Uhr-Markierung im Lenkrad, Alu-Pedalerie und Alu-Schaltknauf kennt man schon aus dem normalen Peugeot 208 GTi.

Im Innenraum des kräftigen Löwen fühlt man sich dank guter Rundumsicht sofort in seinem Element – auch wenn die Instrumentierung wegen des kleinen Lenkrads nicht für jede Fahrerstatur gut ablesbar ist. Richtig in Fahrt kommt man aber erst, wenn der 1,6-Liter-Turbo startet:

Der Vierzylinder und der Doppelrohrauspufgeben sich akustisch sofort als Sportsfreunde zu erkennen. Die Leistung des GTi-Vierzylinders hob Peugeot in Anlehnung an die Modellbezeichnung augenzwinkernd von 200 auf 208 PS an. Damit hat jede Pferdestärke des gepimpten GTi nur rund 6,1 kg zu stemmen. Beim Urahn 205 GTi von 1984 waren es noch zwei Kilo mehr.


Kurvenreiche Landstraßen liegen dem Kraftsportler


Wie gut der e-THP-Motor am Gas hängt, wird auf den ersten Metern deutlich. Dabei bietet das sauber schaltbare sechsgang-Getriebe ausgezeichnete Unterstützung. Die Freude am Gangwechsel wird einzig durch den Schaltknauf getrübt, denn im Sommer wie im Winter wird die rechte Hand des Fahrers leidgeprüft.

Hitze und Kälte des Alu-Knaufs erfordern schnelle Schaltvorgänge. Zum Glück hat Peugeot eine knackige Abstufung gewählt. Weniger glücklich wird man auf längeren Etappen, weil das strafe Fahrwerk auf welligen Autobahnabschnitten Stöße unsanft weiterleitet. Auch die zu leichtgängige elektrisch unterstützte Lenkung gibt bei kurvenreichen Passagen zu wenig Rückmeldung.

Am wohlsten fühlt sich der Jubilar auf der Landstraße. Hier kann der um zehn Millimeter tiefergelegte Peugeot punkten, besonders wegen des selbstsperrenden Torsendiferenzials. Das sorgt beim Fronttriebler für eine hervorragende Traktion in Kurven. Dabei verbraucht der GTi im Durchschnitt 7,7 Liter Super auf 100 km – rund 30 Prozent mehr als die Werksangabe.

Auch auf dem Supermarktparkplatz ist der knackige Franzose ein Hingucker. Die Einkäufe finden im 285 Liter großen Koferraum ausreichend Platz. Ein- und Aussteigen verlangt jedoch aufgrund der großen Türen und der hohen Sitzflanken höchste Flexibilität.

Ähnliches wird auch von den Hinterbänklern gefordert, die ausladenden Schalensitze schränken das Platzangebot stark ein. Der Peugeot startet bei stolzen 27.590 Euro. Dafür bietet er viel Exklusivität und eine umfangreiche Serienausstattung. Mit an Bord sind unter anderem eine Zweizonen-Klimaautomatik, Kurvenlicht und ein 7-Zoll-Navigationssystem.

Unser Fazit

Der Jubiläums-GTi hält, was die Optik verspricht. Die Kombination aus drehfreudigem Turbo, strarkem Fahrwerk und Differenzialsperre richtet sich an sportlich ambitionierte Fahrer. Im Alltag leistet sich der straffe und dröhnende 208 leichte Schwächen.

Ingo Eiberg

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