Peugeot 208 e-HDi 110 FAP 2012: Abnahmefahrt und Preis Kleine Größe

18.01.2012

Drei Monate vor Marktstart in Deutschland haben wir den neuen Peugeot 208 bereits ausprobiert. Außen ist der Franzose geschrumpft, innen aber gewachsen. Abnahmefahrt und Preis

Eigentlich geht der Trend in Richtung größer, schwerer und teurer. Der neue Peugeot 208 aber ist sieben Zentimeter kürzer, einen Zentimeter niedriger, bis zu 173 kg leichter als sein Vorgänger 207 und soll auch nicht teurer werden. Trotzdem ist der kleine Löwe, der im April 2012 in Deutschland zu den Händlern rollt, kein enges Billigauto, sondern ein schick gezeichneter Kleinwagen, dessen Designsprache ein wenig an die der Schwestermarke Citroën erinnert.

Der riesige Kühlluftschlund ist passé, und die Scheinwerfer in Schlitzaugenform sind Lampen mit LED-Augenbrauen gewichen. Besonders markant tritt der Dreitürer auf, der zeitgleich mit dem Fünftürer an den Start gehen wird. Die Seitensicke verleiht ihm viel Charakter, und chromfarbene Leisten hinter den Fondfenstern sollen an den sportlichen Urahn 205 GTI erinnern. Cockpit und Interieur des Peugeot 208 hat Peugeot komplett neu gestaltet – beides wirkt deutlich peppiger als bisher.

Und auch die Materialqualität sowie die Verarbeitung konnten auf unserer Ausfahrt überzeugen. Kein Klappern, kein Knistern – so soll es sein. Die Bedienung gelingt nun intuitiver, die Ergonomie ist besser als beim Vorgänger. Vor allem das große Fach vor dem Schalthebel ist praktisch, und Platz für Einliter-Flaschen in den vorderen Türen gibt es ebenfalls. Die Klimaregler sind jedoch nicht optimal erreichbar, da die darüberliegende Konsole mit integrierten Luftausströmern ein paar Zentimeter in den Raum hineinragt.

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Dafür hat man Tachometer und Drehzahlmesser nun deutlich besser im Blick als noch im 207. Die Instrumenteneinheit steht nicht mehr direkt hinter dem Lenkrad, sondern ein paar Zentimeter darüber. Vorteil: Der auf die Straße konzentrierte Blick muss nicht weit schweifen, um etwa die Geschwindigkeit abzulesen. Das oval geformte und sehr kleine Volant findet man in diesem Format eigentlich nur in Supersportwagen à la Ferrari. Das Lenkrad liegt gut in den Händen und lässt dem Fahrer mehr Bewegungsfreiheit, allerdings werden sich weniger sportlich versierte Piloten erst einmal an das kompakte Steuer gewöhnen müssen.

MEHR KNIEFREIHEIT HINTEN
Die optionalen Sportsitze des Testwagens (Preise stehen noch nicht fest) sind angenehm gepolstert und bieten guten Seitenhalt im Beckenbereich. Nur die zu hohe Sitzposition des Beifahrersitzes stört etwas – da nützt auch die manuelle Sitzhöheneinstellung nichts. Kleinwagentypisch schmal geschnitten sind die Fond-Türausschnitte, doch man braucht sich nicht klein zu machen, um die Rückbank zu entern. Den Kopf einziehen müssen Erwachsene nur, wenn das optionale Panorama-Glasdach verbaut ist.

Der Innenhöhe fehlen dann entscheidende Zentimeter, die das Platzangebot für Personen ab 1,80 Metern einschränken. Zwei Erwachsene und ein Kind sitzen im Fond nicht nur auf kurzen Strecken ausreichend bequem. Besonders stolz ist Peugeot auf die im Vergleich zum Vorgänger 207 um fünf Zentimeter gestiegene Kniefreiheit für die äußeren beiden Fondpassagiere. In den Genuss kommen allerdings nur Personen unter 1,75 Meter Körpergröße.

Wer lange Beine hat, trifft mit den Knien nicht die extra dafür vorgesehene Aussparung an der Rückseite der vorderen Sitze, die im Zuge der Maßnahmen zur Gewichtsreduzierung um mehrere Kilo erleichtert wurden. Auch am Vorderwagen des Peugeot 208 legten die Ingenieure übrigens Hand an und sparten dort weitere Pfunde. Bei vergleichbaren Motoren sind es im Schnitt 110 Kilogramm, die der 208 zum 207 verloren hat. Der von uns ausgiebig gefahrene 208 e-HDi FAP 110 dürfte also nur noch rund 1.230 Kilo auf die Waage bringen.

MIT NEUEN DREIZYLINDERN
Wenn der kleine Löwe im April auch bei den deutschen Händlern steht, gibt es zunächst die altbekannten Motoren: die Benziner 95 VTi und 120 VTi mit 1,4 und 1,6 Liter Hubraum sowie der 1,6-Liter-HDi mit 90 und 110 Pferdestärken und Partikelfilter. Ab September folgt dann eine regelrechte Motorenoffensive. Als Top-Variante wird (wie im 308) der 156 THP-Turbobenziner eingesetzt, interessanter jedoch dürfte die neue Generation von Dreizylindern sein, die der PSA-Konzern komplett allein entwickelt hat und die im 208 erstmals zum Einsatz kommen.

Die Sauger-Variante mit drei Brennräumen wird es mit 68 und 82 PS geben, und der 1,2- Liter-Turbo soll 120 PS leisten, sodass die VTi-Vierzylinder überflüssig werden. Alle Dreizylinder, die nicht über Direkteinspritzung und Start-Stopp-Systeme verfügen, haben eine Ausgleichswelle, um den typischen Vibrationen entgegenzuwirken. Auf unserer ersten Ausfahrt fuhren wir den bekannten Vierzylinder- Selbstzünder mit 112 PS und sehr unauffällig arbeitender Start-Stopp-Automatik. Mit maximal 285 Newtonmeter Drehmoment hat der Zweiventiler ordentlich Durchzug und passt zum sportlichen Charakter des Peugeot 208, der rundum auf 205er-Bridgestone-Reifen im 17-Zoll-Format rollt und nur an der Hinterachse hin und wieder etwas poltrig wirkt.

Bei der Fahrt über Serpentinen-Straßen überzeugte der kleine Franzose mit sicherer sowie ruhiger Straßenlage und kündigte seinen Grenzbereich durch leichtes Untersteuern an. Die elektro-mechanische Lenkung arbeitet direkt und leichtgängig, was Wendemanöver und Einparken erleichtert. Bei Landstraßentempo auf kurvigem Terrain dürfte die Lenkung jedoch etwas mehr Rückmeldung liefern. Der 120 PS starke Vierzylinder-Sauger überraschte mit guter Geräuschdämmung. Bei hohen Drehzahlen klang der VTi im 207 noch ziemlich angestrengt und laut – im 208 arbeitet der Benziner dagegen deutlich leiser.

Genau wie der günstige 206+ bleiben auch der 207 CC (Klappdach-Cabriolet) und die Kombi-Variante SW des 207 nach dem Start des 208 vorerst im Programm. Fest steht aber schon jetzt, dass der SW durch eine Crossover-Variante unterhalb des 3008 ersetzt wird, die wahrscheinlich den Namen 2008 tragen wird. Für die Neuauflage des Cabrios hingegen gibt es noch kein grünes Licht.

Sollte der CC jedoch wieder gebaut werden, könnte dieser erstmals nach dem 205 wieder eine Stoffmütze tragen, so munkelt man. Unser erstes Fazit: Mit dem Peugeot 208 ist Peugeot ein knackiger Kleinwagen gelungen, der nicht nur optisch gefällt, sondern auch bei Bedienung und Ergonomie dazugewonnen hat und mit guter Qualität überzeugt. Wir sind gespannt auf die erste Ausfahrt mit den Dreizylindern und den ersten Vergleich mit den Bestsellern Ford Fiesta und VW Polo.
Paul Englert

Update: Inzwischen hat Peugeot auch den Einstiegspreis des Kleinwagens bekanntgegeben: Der 208 mit 68 PS starkem Dreizylinder-Motor startet demnach zu Preisen ab 11.600 Euro.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Die technischen Daten des Peugeot 208 e-HDi 110 FAP

TECHNIK
 

Peugeot 208 e-HDi 110 FAP
Motor 4-Zylinder, 2-Ventiler, Turbodiesel,
Partikelfilter
Nockenwellenantrieb Zahnriemen
Hubraum 1560 cm3
Leistung 82 kW / 112 PS bei 3600 /min
Max. Drehmoment 285 Nm bei 1750 /min
Getriebe 6-Gang, manuell
Antrieb Vorderrad
Fahrwerk vorn: McPherson-Federbeine,
Querlenker, Stabilisator;
hinten: Mehrfachlenkerachse, Federn,
Dämpfer, Stabilisator; ESP
Bremsen vorn: innenbelüfetet Scheiben;
hinten: Scheiben; ABS, Bremsassistent
Bereifung rundum: 205/45 R 17
Felgen rundum: 7 x 17
L/B/H 3960/k. A./1463 mm
Radstand 2540 mm
Leergewicht/Zuladung ca. 1.230 kg / k. A.
Anhängelast gebr./ungebremst 1150 kg / 600 kg
Kofferraumvolumen  285 l
Abgasnorm Euro 5
Typklassen k. A.
EU-Verbrauch ca. 4,0 l D/ 100 km
Grundpreis 11.600 Euro

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