Opel Omega 3000 24V: Der Vierventil-Sechszylinder-Motor Schnell-Verkehr

31.01.2015

Im Omega 3000 sorgte der Vierventil-Reihensechszylinder mit variablem Saugrohrsystem als einer der besten Opel-Motoren für außergewöhnliche Fahrleistungen

Was bei Opel im Juli 1989 noch salopp als „Doppeltes Flottchen“ angekündigt wurde, bewegt Motoren-Kenner und Opel-Freaks noch heute heftig. Denn neben den Omega 3000 mit dem werksinternen Motorkürzel C30NE stellte Opel zur IAA 1989 den Omega 3000 24V, Motorkürzel C30SE. Obwohl Bohrung x Hub (95 x 69,8 mm) aus Produktionsgründen identisch blieben, war der C30SE eine komplette Neukonstruktion.

Parallel zum bewährten CiH-Motor (Camshaft in Head, hochliegende Nockenwelle) wurde der 3,0-Liter mit vier Ventilen pro Zylinder und zwei obenliegenden Nockenwellen (DOHC) im Alu-Zylinderkopf auf Kiel gelegt. Opel hatte die moderne Motortechnik auch schon beim feinen 2,0-Liter-16V-Triebwerk im Calibra und Kadett GSi angewendet.

 

DER TRICK MIT DEM SAUGROHR

Das Kernstück des Sechszylinder-Motors mit dem komplett neuen Zylinderkopf hieß Dual Ram System. Der bauartbedingten Drehmomentschwäche von Vierventilern bei niedrigen Drehzahlen begegneten die Opel-Techniker mit einem zweistufig geschalteten Saugrohrsystem.

Eine von der Motronic, dem elektronischen Motormanagement, gesteuerte schaltbare Klappe im Sammelrohr teilt das Ansaugsystem in zwei Bereiche von je drei Kanälen mit unterschiedlichen Aufladungseffekten.

Bis etwa 4000/min arbeitet der Motor quasi als doppelter Dreizylinder mit zwei Resonanzrohrsystemen – oberhalb dieser Drehzahl wirkt er als ein echter Sechszylinder mit Schwingrohraufladung. Das Ergebnis dieser Saugrohr-Steuerung: ein höheres Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen und ein reduzierter Verbrauch.

Im Omega 3000 24V leistete das sportliche Triebwerk 204 PS bei 6000/min. Das maximale Drehmoment von 270 Nm stand bei 3600/min bereit, aber schon bei etwa 1000 Touren waren 200 Nm abrufbar.

Die Technik, aber auch die Fahrleistungen lassen ehemalige Omega 3000 24V-Piloten ins Schwärmen geraten. Immerhin beschleunigte der 24V in 7,9 Sekunden auf 100 km/h. Und bei der Höchstgeschwindigkeit stieß der 1,5 Tonnen schwere Omega mit seinen 246 km/h schon in Porsche-Bereiche vor. Omega-Eigner wissen – bei aller Schwärmerei – aber auch von verschleißfreudigen Nockenwellen, vernehmlichenSteuerketten und Problemen mit den Unterdruckleitungen am Dual Ram System bei hohen Laufleistungen zu berichten.

15.383 Mal rollte der Omega 3000 24V vom Band. Doch damit nicht genug. Der flotte Opel machte zudem noch als 500 Mal gebautes Evolutionsmodell für den Motorsport mit speziell modifiziertem Sechszylinder Karriere. Er leistete dort 230 PS. Als Irmscher-Version C40SE brachte es der Vierventiler auf 4,0 Liter Hubraum und 272 PS.

Und als 3,6-Liter-Doppelturbo trieb der 24V-Motor mit 377 PS den legendären Lotus Omega auf 283 km/h Höchstgeschwindigkeit. Selbst heute noch haben die schnellen Omega ihren Reiz. Übrigens: Den 24V-Motor gab es auch im Omega Caravan. Höchsttempo: 230 km/h – Understatement pur.

Werner Müller

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