Opel Mokka X/Skoda Yeti/Nissan Qashqai/Honda HR-V: Test Sticht der Mokka mit X-Faktor?

16.12.2016

Nach fünf Jahren gönnt Opel seinem erfolgreichen Kompakt-SUV ein umfangreiches Facelift und nennt es Mokka X. Im ersten Vergleichstest stellt sich heraus, ob die Retuschen genügen, um sich im boomenden Segment weiter zu behaupten.

Mit über 600.000 verkauften Exemplaren seit seinem Marktstart Ende 2012 gehört der Opel Mokka zu den wichtigsten Fahrzeugen im Portfolio der Rüsselsheimer. Fürs neue Modelljahr erhielt der kompakte Bestseller ein umfassendes Facelift, das ihm – neben einer neuen, deutlich gestrafften Front – einen entrümpelten Innenraum samt intuitiverer Bedienung und neuerdings ein zusätzliches X im Namen bescherte. Doch reichen diese Maßnahmen, um die vielfältige Konkurrenz im hart umkämpften Segment der City-Kraxler auszustechen? Honda HR-V, Nissan Qashqai und Skoda Yeti treten gegen den Neuling an, um diese Frage zu beantworten. Während sich die äußerlichen Retuschen mit Ausnahme des markanteren Gesichts in Grenzen halten, hat Opel das Cockpit im Zuge der Modellpflege gründlich renoviert. Die neue Architektur erinnert mit ihrer aufgeräumten Oberfläche optisch an die des aktuellen Astra. Das neue Kombiinstrument wartet mit schlichten, gut ablesbaren, analogen Rundinstrumenten auf. Mittig platziert gibt es einen zeitgemäßen, knackig scharfen Bildschirm, auf dem sich weiterführende Informationen anzeigen lassen. Auch wenn die kinderleichte Bedienbarkeit des Skoda Yeti nicht ganz erreicht wird, stellt der zentrale Touchscreen mit seinen logisch aufgebauten Menüs einen großen Vorteil dar – gerade auch im Vergleich zum eher umständlich zu bedienenden Honda. Am reinen Platzangebot hat sich derweil im Mokka nichts verändert. Das bedeutet, dass vorn nach wie vor auch Großgewachsene artgerecht sitzen können. Hinten lassen sich zumindest zwei Personen recht kommod unterbringen, sofern sie nicht zu den ausgewiesenen Sitzriesen gehören. Ansonsten kann es nämlich eng mit der Kopffreiheit werden.

Der Opel Mokka X im Video:

 

Der Opel Mokka X im Vergleichstest

Der Nissan Qashqai – von den äußeren Abmessungen her das größte Auto im Test – und auch der Skoda Yeti haben aber grundsätzlich mehr Platz für ihre Passagiere anzubieten. Der Japaner profitiert von seinem vergleichsweise langen Radstand und offeriert auch hinten viel Beinfreiheit. Im geradlinigen Tschechen freuen sich die Fahrgäste hingegen vorn wie hinten über jede Menge Kopffreiheit. Die sehr großen Fensterflächen begünstigen überdies einen luftigen Raumeindruck. Außerdem ist der Yeti immer noch der unangefochtene Verwandlungskünstler im Segment. Als einziger verfügt er über (kinderleicht) demontierbare Einzelsitze im Fond, die das maximale Volumen im Frachtraum auf satte 1760 Liter anwachsen lassen – und das auch noch serienmäßig. Für moderate 80 Euro kann man den Beifahrersitz zusätzlich mit einer umlegbaren Lehne ausrüsten, die den einfachen Transport langer Gegenstände erlaubt. Eine Spezialität des Honda HR-V sind indes die sogenannten Magic Seats im Fond. Ihre Sitzflächen lassen sich – ähnlich wie ein Kinosessel – mit einem Handgriff aufstellen, sodass auch hohe Gegenstände wie beispielsweise Zimmerpflanzen problemlos transportiert werden können. Außerdem stellt der Kofferraum mit guten 448 Litern das größte Standard-Volumen zur Verfügung. Dafür muss der sympathische Japaner beim Platzangebot in der Fahrgastzelle Federn lassen. So bietet er vorn wie hinten den geringsten Kopfraum in diesem Testumfeld. In Sachen Assistenzsysteme hat derweil der Nissan Qashqai die Nase weit vorn. Als einziger innerhalb des hier versammelten Quartetts kann er beispielsweise mit Rundum-Kameras bestückt werden. Ansonsten offeriert der Japaner bereits viele andere Systeme serienmäßig, wie etwa Einparkhilfen, Abstandswarner oder Notbremsassistent. Letzteren bietet auch der Honda HR-V ab Werk. Ein Spurhalteassistent und ein Abstandswarner sind dafür an eine höhere Ausstattungslinie gekoppelt. Zu den Sicherheits-Highlights im wörtlichen Sinne gehören beim Opel Mokka X die mit 1250 Euro fair eingepreisten LED-Scheinwerfer, die auch ein adaptives Kurvenlicht, einen Fernlichtassistenten und ein statisches Abbiegelicht umfassen. Dazu sind für den neuen Rüsselsheimer noch ein Abstandswarner, ein Spurhalteassistent und ein Verkehrszeichenscanner verfügbar. Der Skoda Yeti kann in puncto Sicherheitsausstattung sein Alter nicht verbergen. Zwar finden sich in der Preisliste Fond-Seitenairbags oder ein Müdigkeitswarner, allerdings gibt es für den Tschechen weder eine Verkehrszeichenerkennung noch Spurhalter oder Spurwechselassistenten.

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Fahrkomfort der vier Kompakt-SUV

Um es vorwegzunehmen: Eine veritable Sänfte ist keiner der vier kompakten SUV. Gleichwohl gibt es in der jeweiligen Güte des Federungskomforts einige Unterschiede. Den rundum harmonischsten Eindruck – sowohl leer als auch beladen – hinterlassen der Nissan Qashqai und der Skoda Yeti. Beide sind zwar grundsätzlich eher straff abgestimmt, doch überspielen sie feine wie grobe Fahrbahnschäden ähnlich kompetent. Der Opel Mokka X wirkt auf extrem schlechten Untergründen gerade an der Hinterachse eher etwas hölzern, nimmt Querfugen dafür aber recht gelassen. Nach Anregungen kommt seine Karosserie zudem umgehend wieder zur Ruhe. Bei hohen Geschwindigkeiten eher unruhig ist es an Bord des Honda HR-V. Der kernig gefederte Japaner ist auch auf vermeintlich topfebenen Autobahnen stets leicht in Bewegung. Und auf Schlaglöchern sowie Querfugen wirkt der Asiate ebenfalls nicht ganz so souverän wie seine Kontrahenten. Den besten Sitzkomfort in Reihe eins bringen der Opel Mokka X und der Skoda Yeti mit. Während jedoch beim Tschechen bereits die Standard-Sitze ein ermüdungs- freies Reisen begünstigen, sind es im Fall unseres Opel-Testwagens die optionalen Ergonomiesitze, die auf langen Strecken für Wohlbefinden sorgen. Die Vordersitze des Nissan sind zwar etwas weich, bieten aber ausreichend Seitenabstützung, während es den Honda-Sitzen an Beinauflage und Seitenhalt fehlt.

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So steht es um Motor/Getriebe

Obwohl nicht der nominell Stärkste im Feld, liefert der Opel Mokka X mit seinem 136-PSDiesel die flottesten Beschleunigungswerte. Den Sprint auf 100 km/h erledigt er in nur 9,1 Sekunden. Der Skoda Yeti hat unter der Haube das stärkste Diesel-Herz. Dennoch kommt er an dem Opel nicht vorbei, denn seine 150 PS müssen am meisten Gewicht schleppen. Der Honda HR-V ist beispielsweise 170 Kilogramm leichter, sodass auch er mit seinem 120 PS starken Selbstzünder den Anschluss an die Wettbewerber nicht verliert. Ein Absolutes Highlight des Japaners: die knackige Schaltung, die mit ihren kurzen Wegen und präzisen Rastungen so manchem Sportwagen gut zu Gesicht stehen würde. Zumindest auf Landstraßen und Autobahnen kommt hingegen der Qashqai-Pilot weitgehend ohne Schaltmanöver aus. Kein anderer Wettstreiter erledigt Zwischenspurts in den hohen Gängen so schnell wie der ungemein drehfreudige Nissan. Eine bemerkenswerte Einigkeit herrscht derweil bei den Verbräuchen: Fast dem gesamten Testfeld genügen durchschnittlich 5,4 Liter für eine 100-Kilometer-Tour. Lediglich der Skoda schlägt ein wenig über die Stränge und konsumiert einen halben Liter Kraftstoff mehr.

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Wer wird Fahrdynamik-Sieger im Test?

Mit seiner direkten Lenkung und seinem spontanen Einlenkverhalten macht der Mokka X auf kurvenreichen Straßen eine gute Figur. In schnellen Kurven legt er eine ausgeprägte Neutralität an den Tag, bevor er beginnt, bei höherem Kurventempo sanft über die Vorderräder zu schieben. Allerdings verliert der Opel durch seine langen Bremswege Punkte. Kalt wie warm benötigt er stets mehr als 36 Meter, um aus 100 km/h wieder zum Stehen zu kommen. Deutlich eher steht der Qashqai. 34,8 Meter Bremsweg sind in diesem Segment ein mehr als nur respektabler Wert. Aber auch sonst gibt sich der Japaner fahrdynamisch keine Blöße. Über seine stramme Lenkung lässt sich der neutral liegende Qashqai präzise durch alle Arten von Kurven dirigieren. Ein wenig mehr Gefühl für die Fahrbahn dürfte sie jedoch gern vermitteln. Ein durchaus fahraktives SUV ist der HR-V, der trotz kräftiger Seitenneigung behände durch Kurven flitzt. Sein gut abgestimmtes, sanft regelndes ESP, im Honda-Jargon VSA (Vehicle Stability Assist) genannt, sowie die spontan ansprechende Bremse sorgen für ein hohes Maß an Fahrsicherheit. Ein von früheren Testwagen unbekanntes Phänomen tritt beim Yeti auf dem Handlingkurs auf: Das nicht deaktivierbare ESP schreitet bereits bei leichtem Untersteuern rigoros ein und reduziert dadurch die Kurvengeschwindigkeiten deutlich vor dem Erreichen des eigentlichen Limits. Dennoch erreicht der flinke Tscheche ähnliche Rundenzeiten wie der schnellste Testaspirant, der Opel Mokka X.

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Test-Kapitel Umwelt/Kosten

Letzterer sichert sich auch den Sieg im Kostenkapitel. Der Mokka X ist im bewerteten Preis das günstigste Angebot und punktet zusätzlich mit seiner umfangreichen Multimedia-Ausstattung. In Sachen Garantien sind die anderen Hersteller aber großzügiger. Vom reinen Grundpreis her ist der Honda am günstigsten. Dass er im bewerteten Preis der kostspieligste Teilnehmer ist, liegt an den 17-Zoll-Rädern unseres Testwagens. Sie sind einzig und allein mit der Topausstattung Executive zu haben, die satte 6150 Euro Aufpreis kostet. Außerdem werfen die hohen Typklasseneinstufungen den wertstabilen Japaner zurück. Das Schlusslicht im Kapitel markiert der Nissan Qashqai, der auf den zweithöchsten bewerteten Preis kommt und die üppigsten Werkstattkosten mitbringt.

Technische Daten Honda HR-V 1.6 i-DTEC Nissan Qashqai 1.6 dCi
Motor 4-Zylinder, Turbodiesel 4-Zylinder, Turbodiesel
Nockenwellenantrieb Kette Kette
Hubraum 1597 ccm 1598 ccm
Leistung 120 PS 130 PS
Max. Drehmoment 300 Nm 320 Nm
Getriebe 6-Gang, manuell 6-Gang, manuell
Antrieb Vorderrad Vorderrad
Leergewicht 1320 kg 1365 kg
0-100 km/h 9,8 s 9,5 s
Höchstgeschwindigkeit 192 km/h 190 km/h
Testverbrauch 5,4 l D/100 km 5,4 l D/100 km
Grundpreis 22.990 Euro 27.890 Euro
Platzierung 4 2
Technische Daten Opel Mokka X 1.6 CDTI Sokda Yeti 2.0 TDi SCR
Motor 4-Zylinder, Turbodiesel 4-Zylinder, Turbodiesel
Nockenwellenantrieb Kette Zahnriemen
Hubraum 1598 ccm 1968 ccm
Leistung 136 PS 150 PS
Max. Drehmoment 320 Nm 340 Nm
Getriebe 6-Gang, manuell 6-Gang, manuell
Antrieb Vorderrad Vorderrad
Leergewicht 1374 kg 1411 kg
0-100 km/h 9,1 s 9,2 s
Höchstgeschwindigkeit 190 km/h 199 km/h
Testverbrauch 5,4 l D/100 km 5,9 l D/100 km
Grundpreis 25.390 Euro 27.890 Euro
Platzierung 3 1

Unser Fazit

Der neue Opel Mokka X ist ein rundum sympathisches City-SUV, das mit agilem Handling und volksnahen Preisen punktet. Das geringe Kofferraumvolumen, erst recht aber die langen Bremswege kosten ihn wertvolle Zähler, sodass der Novize lediglich die Bronzemedaille ergattern kann. Einmal mehr führt am ausgereiften Skoda Yeti kein Weg vorbei. Das immer noch konkurrenzlos pfiffige Innenraumkonzept sowie die ausgewogenen Fahreigenschaften sind seine größten Trümpfe. Platz zwei holt sich der komfortable Nissan Qashqai. Mit der besten Bremsperformance und viel Platz im Innenraum sammelt er wichtige Punkte. Trotz großen Kofferraums und flotten Handlings bleibt für den Honda HR-V nur der vierte Platz übrig. Immer wieder ein Quell der Freude ist seine sportwagentaugliche, weil sehr knackige Schaltung.

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