Opel macht Gewinn – GM dementiert Verkauf Aufatmen in Rüsselsheim

04.08.2011
Inhalt
  1. Opel verdient Geld: 72 Millionen Euro Gewinn
  2. Schwere Opfer für die Opelaner
  3. GM-Chef Akerson: Opel steht nicht zum Verkauf

Es sind schmerzhafte Einschnitte, die die Opelaner verkraften mussten: Tausende Kollegen sind weg, ein ganzes Werk ist geschlossen. Jetzt verdienen die Rüsselsheimer nach massiven Verlusten wieder Geld

Detroit/Rüsselsheim, 4. August 2011Opel hat die Kurve gekriegt: Zum ersten Mal seit Jahren haben die Rüsselsheimer wieder einen Gewinn eingefahren. Nach all den nervenaufreibenden Spekulationen darüber, dass sich der Mutterkonzern General Motors von seiner Tochter trennen könnte, ist das Balsam für die Seelen der geschundenen Opelaner.

 

Opel verdient Geld: 72 Millionen Euro Gewinn

Das Europageschäft von General Motors warf im zweiten Quartal operativ 102 Millionen Dollar oder umgerechnet 72 Millionen Euro ab – und das inklusive aller Aufwendungen für den Umbau von Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall, wie ein Firmensprecher am Donnerstag in Rüsselsheim erläuterte. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Verlust von 160 Millionen Dollar angefallen. „Wir liegen ganz klar im Aufwärtstrend“, erklärten Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke und der Aufsichtsratsvorsitzende Nick Reilly in einem gemeinsamen Brief an die Belegschaft.

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Es ist jedoch unklar, ob Opel auch im Rest des Jahres profitabel bleiben wird. Das zweite Halbjahr ist meist das schwächere in der Branche. Zudem machen die Kosten für die Restrukturierung, höhere Preise für Stahl sowie Währungsschwankungen Opel zu schaffen. Satte Gewinne wird es erst im Jahr 2012 geben, hatte das Management stets betont.

 

Schwere Opfer für die Opelaner

Die Opelaner mussten allerhand Opfer bringen, um aus ihrer Misere herauszukommen: 8000 Kollegen sind gegangen, mit Antwerpen machte Opel ein komplettes Werk dicht. Zur Jahresmitte arbeiteten bei GM in Europa noch 41.000 Menschen – und die müssen etwa in Rüsselsheim Sonderschichten schieben, weil die Nachfrage nach dem neuen Astra und dem Minivan Meriva so hoch ist.

 

GM-Chef Akerson: Opel steht nicht zum Verkauf

In der Konzernzentrale in Detroit werden die Fortschritte in Europa wohlwollend zur Kenntnis genommen. Erst jüngst erklärte GM-Chef Dan Akerson klipp und klar: „Opel steht nicht zum Verkauf.“ Sein Geld verdient General Motors derzeit vor allem in der Heimat. Die Autos aus Detroit verkaufen sich blendend. Schwere Pick-up-Trucks und Geländewagen genauso wie neue kompakte Modelle. Der Umsatz im zweiten Quartal stieg um 19 Prozent auf 39,4 Milliarden Dollar, der Gewinn verdoppelte sich sogar beinahe auf unterm Strich 2,5 Milliarden Dollar.

„Die Investitionen von GM ins Spritsparen, ins Design und in die Qualität zahlen sich auf der ganzen Welt aus“, frohlockte Akerson. Vorbörslich stieg die Aktie leicht. GM dürfte nach der Zahl der verkauften Wagen in diesem Jahr wieder zur Nummer eins der Autobranche aufsteigen. 4,7 Millionen Autos rollten im gesamten ersten Halbjahr vom Band, davon entfielen 670.000 auf die europäischen Fabriken. Der japanische Rivale Toyota hatte GM einst vom Thron gestoßen, leidet jetzt aber unter den Folgen des schweren Erdbebens vom März. Über Monate ruhten weite Teile der Produktion, während GM seine Kapazitäten kontinuierlich aufstockte.
dpa

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