Opel Kadett A Coupé Kadett auf kleiner Fahrt

Kadett auf kleiner Fahrt

Kleine Seh-Fahrt: Zum zehn millionsten Astra gönnen wir einem Kadett A Coupé Heimaturlaub im Opel-Werk Bochum

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Wie ein Brett liegt ein Kadett A heute nicht mehr auf der Straße, auch wenn die Werbung das Anfang der Sechziger Jahre so erzählt. Das Coupé Baujahr 1963 springt, hüpft und schlingert, sobald die Autobahn etwas uneben wird und der Zeiger im Bandtacho den roten Bereich jenseits der 100 km/h erreicht. Stolze 136 Spitze läuft der Zweitürer mit der 48 PS starken Einliter-Maschine. Zum Vergleich: Ein Käfer hatte zu dieser Zeit maximal 40 PS. Dazu war der Wolfsburger noch schwerer. Das Kadett Coupé ist ein Fliegengewicht von 685 Kilo - ein heutiger Astra bringt etwa das Doppelte auf die Waage.

Kein Wunder also, dass der Kadett fröhlich antritt. Angesichts des einfachen Fahrwerks mit einer hinteren Starrachse an Blattfedern und den vier Trommelbremsen gibt es den Gedanken an mehr Leitung nicht. Schließlich können weder Kopfstützen noch Gurt helfen, den Ernstfall abzufedern. Doch Schwamm drüber, die Leute auf der Autobahn bremsen, winken, recken den Daumen. Mit seiner herrlichen Rundumsicht und dem schlichten Innenraum fühlt sich der Fahrer sowieso, als würde er einen Gartenpavillon spazieren fahren. Die Sonne scheint, die Fenster sind heruntergekurbelt, die Ausstellfenster fächeln zusätzlich Frischluft. Der Tag ist noch jung, man könnte sich durchaus vorstellen, heute nicht nach Bochum, sondern mindestens bis nach Bozen zu fahren.

Man würde sicher etwas müder aussteigen als aus einem modernen Auto, doch Spaß hätte man mit Opel, dem Zuverlässigen. Man könnte noch ein oder zwei Leute mitnehmen, selbst für einen längeren Urlaub wäre der Kofferraum groß genug. Denn die praktische Form des Kadett erlaubt nicht nur eine tolle Übersicht. Im Gegensatz zu seinem damaligen Konkurrenten Käfer hat der Kadett einen brauchbaren Kofferraum. Gut, vielleicht ist es auch der Seefahrername, der zusätzliches Fernweh aufkommen lässt.

 

Doch der eigentliche Zweck unserer 80-Kilometer-Tour nach Bochum hat nichts mit Fernweh zu tun, es ist mehr ein Verwandtenbesuch. Und anders als im wahren Leben, wo bevorzugt die Enkel zu den Stätten ihrer Vorfahren reisen, macht sich heute der Opa auf den Weg. Genauer zum Opel-Werk in Bochum, wo heute der zehn millionste Enkel vom Band gefahren wird.

Seit 1991 baut Opel den Astra in Bochum, der erste war ein roter Caravan, so hießen bei Opel schon in den Sechziger-Jahren die Kombis. Auch der 10 millionste Astra wird ein Kombi sein, diesmal als Diesel und in Silbermetallic. Damit ist der Nachfolger in seiner dritten Generation auf dem Weg, seinen Vorgänger zu überholen: Vom Kadett wurden in fünf Generationen rund elf Millionen Stück gebaut.

Springen, hüpfen und schlingern, das tut ein Astra Baujahr 2008 natürlich nicht mehr. Und die stärkste Version muss auch nicht mit einem Einliter-Motor auskommen - 240 PS im OPC sorgen für Volldampf unter der Haube. Doch der Astra hat eben nicht den lustigen Bandtacho und Köpfe drehen sich nicht um für den modernen Opel. Vielleicht in 30 Jahren, wenn nur noch wenige unterwegs sind, werden wieder Erinnerungen ausgelöst und Daumen gereckt.
aof

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