Opel Insignia und VW Passat Neue Mittel-Stürmer

11.09.2008

Ausruhen auf der Reservebank? Urlaub auf der Sonneninsel? Niemals: Passat und Vectra müssen jede Woche aufs Feld. Die beiden sind Stammspieler in Wolfsburg und Rüsselsheim, ohne sie geht es nicht

» Hier geht es zur Bildergalerie

Wenn ihre Verkaufszahlen schwächeln, bekommen VW und Opel gleich eine Erkältung, weil die Gewinne wackeln. Doch der Passat ist in Rekordform: Im letzten Jahr hat VW weltweit mehr als 439700 Exemplare verkauft. Nebenbei ist die Wolfsburger Limousine in Deutschland immer noch der König der Business-Liga - gut jeder zweite verkaufte Passat ist ein Dienstwagen. Besonderer Beliebtheit erfreut sich bei uns die Kombi-Version Variant, die einen Verkaufsanteil von immerhin 80 Prozent hält. Meistverkauftes Passat-Modell ist übrigens der dieselnde Variant Comfortline TDI mit 140 PS.

Doch langsam läuft sich schon der » Nachfolger warm. Der startet 2011 und soll natürlich alles besser können - vor allem, ganz wie in alten Zeiten, mehr Bewegungsraum und mehr Ladevolumen bieten. Zurück zu den Wurzeln lautet die Devise bei den Konstrukteuren um VW-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg. Die dazu notwendige Entscheidung ist, wie AUTO ZEITUNG erfuhr, im Vorstand bereits gefallen: Es bleibt beim platzsparenden Quermotor-Prinzip. Dazu gibt es fast zehn Zentimeter mehr Radstand. Und das Team um Designchef Walter de Silva soll mit einem cleveren Karosserie-Styling im Innenraum zusätzlich Platz schaffen. Mehr Bewegungsfreiheit vorn, größere, komfortablere Vordersitze, mehr Kniefreiheit auf der Rückbank, ein leicht vergrößerter Laderaum - das sind die Vorgaben. Diskutiert wird auch ein separat klappbares Heckfenster für den Variant.

Und rein äußerlich? Die unattraktiv lange Bugnase verschwindet, also weniger Karosserieüberhang vorn. Der Grill wird dezenter, der Chromzierrat reduziert - mehr die klassische VW-Optik. Und die Seitenlinie ist nicht mehr so platt wie die norddeutsche Heide; sie erhält eine lange, elegant-dynamische Sicke.
Technisch wird der neue Baukasten des Wolfsburger Konzerns genutzt. Es bleibt bei der bekannten Mehrlenker-Hinterachse, die noch einmal verfeinert wird. Im Cockpit sollen noch edlere Materialien Verwendung finden, dazu eine Touchscreen-Bedienung.

Auch für die Triebwerke gibt es erste Ansagen. Einstiegsmotorisierung bei den Benzinern soll der große und 122 PS starke »TSI-Vierzylinder mit Direkteinspritzung und Turboaufladung werden. Darüber rangieren ein 1,4-Liter mit 150 PS, ein 1,8-Liter mit 160 PS, ein 2,0-Liter mit 200 oder 230 PS sowie ein mehr als 300 PS starkes Allrad-Topmodell. Durchweg moderne Common-Rail-Technik ist für die Diesel vorgesehen: Die Basis bildet ein neuer 1,6-Liter mit 105 PS, darüber rangieren die aus dem neuen Audi A4 bekannten »Zweiliter mit 140 und 170 PS, und das Sahnehäubchen ist ein doppelt aufgeladener Zweiliter mit 230 PS. Erstmals kommt das neue Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (bis 250 Nm Drehmoment) zum Einsatz. Es spart gegenüber der gängigen Wandlerautomatik 0,4 Liter Kraftstoff, weil es auf trockene, elektrohydraulisch betätigte Kupplungen setzt, die keine Ölpumpe benötigen.

Apropos Sparen: Eine Start-Stopp-Automatik (Premiere im neuen Golf ab Oktober 2008) ist selbstverständlich. Die Techniker haben hier aus Sicherheitsgründen extra einen verstärkten Anlasser entwickelt. Auch eine besonders sparsame Hybrid-Version des Passat ist geplant - voraussichtlich mit dem 150 PS starken TSI und einem 27-PS-Elektromotor.
Der Start der Passat-Baureihe läuft nach bewährtem Muster: Mitte 2011 kommt die Limousine, und ein halbes Jahr später steht dann der Variant bei den deutschen Händlern.

Opel Insignia: ganz neue Eleganz
Ein ähnliches Produktionsprozedere - Start der Limousine im Sommer 2008, das Kombi-Modell Caravan folgt Anfang 2009 - findet auch beim neuen » Opel Insignia statt.
Wie bitte, Insignia? Ja, Opel vollzieht mit der Neuauflage seines Mittelklasseautos einen Namenswechsel: Nach zwei Modellgenerationen wird aus Vectra nun Insignia. Der neue Name soll für einen Aufbruch stehen. Die Opel-Entwickler sind sehr stolz auf den Neuling, der sowohl beim Design - außen und innen - wie auch bei der Technik Überraschendes bieten soll.

Die coupéartige Limousine - sie wird als viertürige Stufenheck- und fünftürige Schrägheckversion aufgelegt - wirkt breit und gestreckt. Ihre Linie endet in einem Kofferraumdeckel, der an den 6er-BMW erinnert. Auffällig: die mandelförmigen, schrägen Rückleuchten. Markant ist auch die seitliche Sicke in den vorderen Türen - sie wirkt wie ein Schnitt ins Blech. Der Kofferraum hat übrigens 500 Liter Ladevolumen.

Der Insignia Caravan basiert im Gegensatz zum aktuellen Vectra-Modell, dessen Lastesel-Konzept mit 1850 Liter Ladevolumen nicht so erfolgreich war, auf der normal langen Plattform. Somit sind die Außenmaße mit etwa 4,75 Meter Länge, 1,86 Meter Breite und 1,44 Meter Höhe für die drei Insignia-Varianten etwa gleich. Der Caravan soll zudem, wie der erste Vectra-Kombi von 1996, etwas sportlicher werden. Vorbild sind hier die Avant-Modelle von Audi.

Wie sein Vorgänger verfügt der Neue über quer eingebaute Frontmotoren und Vorderradantrieb sowie eine modifizierte Einzelradaufhängung. Entwickelt wird zudem eine Allradvariante mit elektronisch gesteuerter Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse, die in ähnlicher Form auch im Saab 9-3 installiert wird.
Die beim Insignia gegen Aufpreis erhältliche elektronische Fahrwerkssteuerung soll sich künftig automatisch an die Fahrbahnoberfläche und den individuellen Fahrstil anpassen.

Als Antrieb sind drei » Vierzylinder-Benziner mit 1,6, 1,8 und 2,0 Liter Hubraum geplant - entweder mit Turbolader, doppelter Nockenwellenverstellung (intern DVCP genannt) oder Benzindirekteinspritzung. Als Leistung sind 115 bis 220 PS sowie modifizierte Vierzylinder-Diesel mit 2,0 Liter Hubraum (130 bis 160 PS) im Angebot, ebenso E85-Biosprit-Modelle. Die V6-Turbotriebwerke erhalten auch das DVCP-System und sollen bis zu 300 PS leisten. Ab 2010 sollen die V6-Aggregate auf Benzindirekteinspritzung umgestellt werden. Das 3,0-Liter-Topmodell Insignia OPC leistet damit saftige 370 PS: eine neue Dimension in der Opel-Mittelklasse. Passat, ich komme!

Tags:
Severin Elektrische Kühlbox
UVP: EUR 123,99
Preis: EUR 62,90 Prime-Versand
Sie sparen: 61,09 EUR (49%)
Nulaxy FM Transmitter
 
Preis: EUR 23,89 Prime-Versand
Alkoholtester
 
Preis: EUR 16,99 Prime-Versand
Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.