Insignia Sports Tourer/Mondeo Turnier/Mazda6: Test Komfortabler Testsieg für den Insignia Sports Tourer

von Caspar Winkelmann 28.09.2017
Inhalt
  1. Test: Insignia Sports Tourer gegen Mondeo Turnier & Mazda6
  2. Der Mazda 6 fällt beim Fahrkomfort zurück
  3. Motor/Getriebe: Mazda 6 ist schnell und sparsam
  4. Insignia spurstabil und mit besten Bremswerten
  5. Umwelt/Kosten: Opel Insignia mit fairer Bepreisung

Endlich wieder ein stattlicher Kombi aus Rüsselsheim: Der neue Opel Insignia Sports Tourer weckt Erinnerungen an alte Zeiten. Mit variablem Gepäckabteil, moderner Sicherheitstechnik und kräftigem Zweiliter-Diesel will Rüsselsheim die Konkurrenz ausstechen. Test gegen den Ford Mondeo Turnier und den Mazda6.

Opel klopft wieder am Tor zur Oberklasse – und zwar mit der zweiten Generation des Mittelklassemodells Insignia. Das neue Flaggschiff aus Rüsselsheim ist eine imposante Erscheinung und weckt unweigerlich Erinnerungen an den von 1986 bis 2003 gebauten Omega. Mit großzügigem Raumangebot sowie moderner Sicherheits- und Multimedia-Ausstattung hat der Insignia vor allem in der Kombiversion Sports Tourer das Potenzial, in neue Dimensionen vorzustoßen. Zunächst gilt es aber, die erste Reifeprüfung gegen zwei etablierte Konkurrenten aus der Mittelklasse zu bestehen: Ford Mondeo Turnier und Mazda 6 Kombi treten in unserem Test gegen den großen Opel an.

Der Opel Insignia Sports Tourer im Video:

 
 

Test: Insignia Sports Tourer gegen Mondeo Turnier & Mazda6

4,99 Meter misst der Opel Insignia in der Länge – ganze zwölf Zentimeter mehr als der nicht gerade zierliche Ford. Den Mazda 6 überragt das Topmodell aus Rüsselsheim sogar um 19 Zentimeter. Die stattlichen Außenabmessungen mögen zwar das Rangieren und die Parkplatzsuche erschweren, bescheren den Opel-Passagieren jedoch die besten Platzverhältnisse: Vorn offeriert der Newcomer im Test die beste Kopffreiheit, den großzügigsten Fußraum und auch am meisten seitliche Bewegungsfreiheit.
Der Mondeo ist zwar ebenfalls recht luftig geschnitten, seine wuchtige Mittelkonsole schränkt jedoch vor allem den Beinraum ein. Mit seinem fast schon verschwenderischen Knieraum besitzt auch der Fond des Insignia Oberklasseformat und selbst Großgewachsenen bleibt – anders als bei der Fließheckversion Grand Sports – noch ordentlich Luft über dem Scheitel. Der enger geschnittene Mazda kann weder hier noch beim Raumangebot für Fahrer und Beifahrer mithalten. Ein wichtiges Kriterium beim Kombi-Kauf ist das Laderaumvolumen. 560 bis 1665 Liter Gepäck schluckt der Insignia. Sein bei umgelegter Rückbank bis zu zwei Meter langes und topfebenes Frachtabteil empfiehlt sich besonders für den Transport von langen Gegenständen. Praktische Details: Eine dreiteilige Rücksitzbank steht für 95 Euro in der Preisliste, serienmäßig klappen die Fondsitzlehnen per Fernentriegelung um. In die ebenfalls großen Laderäume von Ford (525 bis 1630 Liter) und Mazda (522 bis 1648 Liter) passen ein bis zwei Reisetaschen weniger. 614 Kilogramm beträgt jeweils die Zuladung von Mondeo und Insignia – mehr als ausreichend für Familienurlaube oder Baumarktbesuche. Mazda-Fahrer müssen sich da etwas einschränken (515 Kilogramm). Dafür überzeugt der japanische Kombi, den es mit dem stärkeren der beiden Dieseln nur in der gehobenen "Sports Line"-Version gibt, im Test mit der umfangreichsten Sicherheitsausstattung. Serienmäßig sind unter anderem LED-Scheinwerfer, Head-up-Display, Spurassistent sowie Verkehrszeichenerkennung an Bord. Der Opel bietet ebenfalls moderne Sicherheitsfeatures, vieles ist jedoch aufpreispflichtig. Beim Ford etwa ist ein Gepäckraumtrennnetz nicht serienmäßig. Head-up-Display oder Umgebungskameras sind auch gegen Mehrpreis nicht erhältlich. Etwas enttäuschend ist auch die Verarbeitungsqualität des Kölners: Die Verkleidung der Dachholme und des Dachhimmels war bei unserem Testwagen an einigen Stellen nachlässig eingepasst. Anders als die getestete Limousine (AZ 16/17) präsentierte sich der Insignia als Sports Tourer sehr solide verarbeitet. Beim Mazda 6 gefielen die rundum sauberen Passungen im Interieur.

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Der Mazda 6 fällt beim Fahrkomfort zurück

Die Integration von Fahrer und Beifahrer gelingt dem Opel dank angenehm niedriger Sitzposition in diesem Testtrio am besten. Gerade einmal 38 Zentimeter über dem Asphalt nimmt man in Reihe eins auf gut konturierten "Aktion Gesunder Rücken"-Sitzen Platz. Samt ausziehbarer Oberschenkelauflage sowie einstellbaren Seitenwangen (Sitzkomfort-Paket: 690 Euro) bleiben sie zwar den höheren Ausstattungslinien vorbehalten, rechtfertigen den Mehrpreis aber mit hervorragendem Seitenhalt und prima Langstreckentauglichkeit. Zwar gefallen die sehr hoch montierten Sportsitze des Mondeo Turnier auch mit straffer Polsterung, bei schnell durchfahrenen Kurven ist die seitliche Abstützung jedoch weniger nachdrücklich und die recht kurze Sitzfläche lässt sich nicht erweitern. Erste Wahl für Fondpassagiere ist die gut konturierte Opel-Rückbank mit ausreichender Schulterabstützung und gut nutzbarer Sitzfläche. Im Mazda fällt die Polsterung der Bank zu weich aus, und auch in punkto Konturierung haben die beiden deutschen Kombis im Test die Nase vorn. Ausreichend große Ablagen für Smartphone, Wasserflasche und Co finden sich in allen drei Kandidaten. Die Feder-Dämpfer-Abstimmung des Mazda ist sportlich-straff, weshalb die Karosserie auch bei kleineren Anregungen stets in Bewegung ist. Grobe Unebenheiten werden jedoch recht souverän und ohne übermäßiges Nachschwingen verarbeitet. Insgesamt ruhiger ist der Aufbau des Mondeo, der mit optionalen Adaptiv-Dämpfern sensibel anfedert. Das leichte Schaukeln auf welliger Bahn ist keinesfalls unangenehm, allerdings dringen hochstehende Querfugen vereinzelt zu den Insassen durch. Das "FlexRidePremium-Fahrwerk" (980 Euro) des Opel Insignia wirkt auf Kanten und eingelassenen Kanaldeckeln recht holprig, Bodenwellen werden im Normal- und im komfortbetonten Tour-Modus mit starken Ausfederbewegungen quittiert. Während Opel und Mazda auf rauem Asphalt recht laut abrollen und ab Tempo 150 deutliche Windgeräuschen in den Innenraum dringen, geht es an Bord des Ford insgesamt leiser zu.

 

Motor/Getriebe: Mazda 6 ist schnell und sparsam

"Platz da, ich fahr' Mazda" – mit seinem durchzugstarken und für einen Diesel untypisch drehfreudigen 2,2-Liter-Biturbo-Triebwerk löst der japanische Kombi dieses Stammtischversprechen ein: Nach gerade einmal 7,8 Sekunden ist Landstraßentempo erreicht, und auch die Elastizitätsmessungen entscheidet der Mazda für sich. Dass er mit einem Testverbrauch von 6,1 Litern auch noch sparsamer ist als Opel (6,6 Liter) und Ford (6,5 Liter) und außerdem über ein passendabgestuftes Schaltgetriebe mit kurzen Wegen verfügt, beschert ihm einen ungefährdeten Kapitelsieg. Alles andere als träge ist auch der 170 PS starke und teils etwas brummige Dieselmotor des Insignia. In unter neun Sekunden ist Tempo 100 erreicht. Maximal rennt der Rüsselsheimer 223 km/h. Verhaltener geht es dagegen im Mondeo zu, den Ford mit 150 PS zu Verfügung stellte. Beim Sprint auf Tempo 100 und auf der Autobahn kann der 1716 Kilogramm schwere Kölner der Konkurrenz in unserem Vergleichstest nicht ganz folgen.

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Insignia spurstabil und mit besten Bremswerten

Weitaus geringer fällt der Rückstand des Ford Mondeo auf dem Handlingkurs aus: Auch dank guter Rückmeldung der Lenkung und bester Traktion bleibt er dem Mazda dort dicht auf den Fersen. Dessen ausgeprägte Lastwechselreaktionen und das im Grenzbereich zwischen Über- und Untersteuern pendelnde Fahrverhalten sind dem spurstabilen und narrensicher zu fahrenden Opel gänzlich fremd. Sein ESP regelt sehr feinfühlig, und im hoch angesiedelten Grenzbereich neigt er einzig zum Untersteuern. Sehr gut fallen auch die Bremswerte aus: Mit warmer Anlage steht der Insignia nach nur 33,7 Metern, kalt ist es ein halber Meter mehr. Auch die Verzögerungsleistungen der Konkurrenten liegen auf ähnlich gutem Niveau (Ford Mondeo: kalt 34,1, warm 34,5 Meter, Mazda 6: kalt 34,1, warm 34,9 Meter).

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Umwelt/Kosten: Opel Insignia mit fairer Bepreisung

Faire 36.625 Euro kostet der Opel in testrelevanter Konfiguration. Der beste Wiederverkaufswert und die lückenlose Multimedia-Ausstattung sprechen ebenfalls für den Insignia. Aber: serienmäßig nur ein Jahr Mobilitätsgarantie. Die umfangreichsten Garantieleistungen bietet der Mazda für 37.490 Euro, während die magere Multimedia-Ausstattung und der bewertete Preis von 38.300 Euro den Ford wichtige Zähler kosten. Gering fallen die Unterschiede bei den Unterhaltskosten aus.

Technische DatenFord Mondeo Turnier 2.0 TDCi
Motor4/4, Turbodiesel
Hubraum1997 ccm
Leistung150 PS
Maximales Drehmoment350 Nm
Getriebe6-Gang, manuell
AntriebVorderrad
0-100 km/h10,1 s
Höchstgeschwindigkeit210 km/h
Leergewicht1597 kg
L/B/H in mm4867/1852/1501
Kofferraum525-1630 l
Testverbrauch6,5 l D/100 km
Grundpreis31.600 Euro
Testwagenpreis38.300 Euro
Platzierung3
Technische DatenMazda6 Kombi SKYACTIV-D 175
Motor4/4, Bi-Turbodiesel
Hubraum2191 ccm
Leistung175 PS
Maximales Drehmoment420 Nm
Getriebe6-Gang, manuell
AntriebVorderrad
0-100 km/h7,8 s
Höchstgeschwindigkeit221 km/h
Leergewicht1495 kg
L/B/H in mm4805/1840/1480
Kofferraum522-1648 l
Testverbrauch6,1 l D/100 km
Grundpreis37.490 Euro
Testwagenpreis37.490 Euro
Platzierung2
Technische DatenOpel Insignia Sports Tourer 2.0 Diesel
Motor4/4, Turbodiesel
Hubraum1956 ccm
Leistung170 PS
Maximales Drehmoment400 Nm
Getriebe6-Gang, manuell
AntriebVorderrad
0-100 km/h8,9 s
Höchstgeschwindigkeit223 km/h
Leergewicht1558 kg
L/B/H in mm4986/1863/1500
Kofferraum560-1665 l
Testverbrauch6,6 l D/100 km
Grundpreis30.615 Euro
Testwagenpreis36.625 Euro
Platzierung1

von Caspar Winkelmann von Caspar Winkelmann
Unser Fazit

Prüfung bestanden! Mit einem komfortablen Vorsprung sichert sich der Opel Insignia Sports Tourer 2.0 Diesel den Testsieg: Er bietet den Passagieren die großzügigsten Platzverhältnisse, einen exzellenten Sitzkomfort und fährt sich ebenso dynamisch wie sicher. Zudem ist er fair eingepreist und gut ausgestattet. Beim Federungskomfort gibt es jedoch noch Raum für Verbesserung. Mit seiner umfangreichen Sicherheitsausstattung und dem lebendigen wie sparsamen Dieselmotor landet der etwas eng geschnittene Mazda 6 Kombi SKYACTIV-D  175 auf dem zweiten Rang. Dahinter sortiert sich der vergleichsweise teure Ford Mondeo Turnier 2.0 TDCi ein. Ein Verlierertyp ist er aber trotz des im Vergleich ziemlichen trägen Motors aber nicht: Beim Federungskomfort legt er die Messlatte hoch und hält auch bei der Fahrdynamik mit.

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