Opel Insignia, Ford Mondeo & VW Passat: Mittelklasse-Limousinen Die neue Mitte

03.12.2013
Inhalt
  1. 2016 WIRD DER INSIGNIA GEZEIGT
  2. DER MONDEO IST ÜBERFÄLLIG
  3. VW PASSAT: LEICHTER, GERÄUMIGER

In der Mitte liegt die Kraft. Drei starke Vertreter der beliebten Mittelklasse der Vernunft nehmen Anlauf. Ausblick auf Opel Insignia, Ford Mondeo und VW Passat

Haben Sie die neue Mercedes S-Klasse gesehen? Nicht zu fassen, was der Luxusliner alles kann. Oder der BMW 5er mit dem 381 PS starken Triturbodiesel. Sagenhafte 740 Newtonmeter. Man kommt aus dem Staunen nicht heraus. Vor allem dann nicht, wenn man einen Blick in die Preislisten der Luxus- und Oberklasse wirft, in denen deftige Basistarife aufgerufen werden. Keine Frage: Wer ein Gehalt für Normalsterbliche bezieht und keinen Dienstwagen hat, für den ist die Mittelklasse genau das Richtige. Wobei die Betonung weniger auf „Mittel“ denn auf „Klasse“ liegt, wenn man sich mal das Platzangebot, den Komfort und die Antriebstechnik der aktuellen Modelle ansieht.

 

2016 WIRD DER INSIGNIA GEZEIGT

Drei starke Konkurrenten werden erneuert, von denen der Opel Insignia den längsten Vorlauf hat. Das jüngst überarbeitete Flaggschiff aus Rüsselsheim – behutsames Facelift, neues Bediensystem, moderner 1,6-Liter-Turbobenziner mit 170 PS – muss bis Ende 2016 die Stellung halten. Kein Problem, denn nach wie vor ist das sportliche Design des 4,84 Meter langen Modells (Sports Tourer: 4,91 m) auf der Höhe der Zeit. Die Basis für den neuen Insignia bildet die grundlegend überarbeitete General Motors-Plattform „Global Epsilon“, die inzwischen dritte Evolutionsstufe der für mittelgroße GMFrontantriebsmodelle konzipierten Konzern-Basis. Die Entscheidung ist noch taufrisch. Das parallel geprüfte Andocken an eine Mittelklasse-Plattform von PSA (Peugeot 508-Nachfolger, neuer Citroën C5) ist vom Tisch. Die Franzosen liebäugeln inzwischen mit einem chinesischen Partner (Dongfeng), und auch die GM-Statthalter in China schlugen zuvor Alarm. Sie fürchteten, dass die Franzosen mit identischer Technik dem in Fernost erfolgreichen Insignia-Schwestermodell Buick Regal in die Quere kommen könnten. Vorbei. Die Anforderungen an das Detroiter Technik-Gerüst sind klar: Der neue Insignia, auf dessen Design die spektakuläre IAA-Studie Monza einen Hinweis gab, soll deutlich leichter werden – und der Sports Tourer größer: Das gegenüber dem Vectra Caravan um über 300 auf 1530 Liter reduzierte Ladevolumen wurde häufig bemängelt.

Gegenüber der Studie ist der Dachverlauf ab der B-Säule weniger coupéhaft, im Fond sollen bis zu drei Leute Platz finden. Für den Antrieb sorgen durchweg Direkteinspritzer. Der 1,6-Turbobenziner wird um eine 200-PS-Version ergänzt (Drehmoment: 300 Nm), und sogar der Einsatz des neuen, zunächst im Adam geplanten Dreizylinder-Alu-Motors 1.0 SIDI mit 115 PS und variabler Ventilsteuerung wird geprüft. Mindestens eine auf Autogas (LPG) ausgelegte Motorvariante soll es geben. Geplant sind zudem neue 1,6-Liter-Turbodiesel, die den bekannten 2.0 CDTI ablösen. Offen ist indes eine Antriebsversion mit Brennstoffzelle. Obgleich GM in der Hydrogen-Entwicklung ganz vorn mitspielt, steht die Versorgungs-Infrastruktur noch in den Sternen. In jedem Fall aber wird der Insignia endgültig zum „großen Opel“, der den Omega vergessen macht.

 

DER MONDEO IST ÜBERFÄLLIG

Händeringend erwartet wird die neue Ford Mondeo-Familie, die als Limousine, Schrägheck-Fünftürer und Kombi seit 2012 komplett produktionsreif ist, aber erst im November nächsten Jahres bei den deutschen Händlern stehen soll. Der Grund: Ihre Produktion wird aus dem aus Kostengründen geschlossenen belgischen Ford-Werk Genk ins spanische Valencia umgelagert. In den USA dagegen gibt es Mondeo-Limousinen (gleiche C/D-Architektur) als Ford Fusion schon längst zu kaufen.

Das Ganze ist umso ärgerlicher, weil der Neue ja mit schickem Design glänzt – markanter Kühlergrill-Schlund à la Aston Martin, schlanke Scheinwerfer, für die es auch adaptives LED-Licht gibt, und eine fast coupéhafte Seitenlinie. In der Länge legt der neue Ford Mondeo um neun Zentimeter auf 4,87 Meter zu, der Radstand bleibt bei ordentlichen 2,85 Metern. Und deutlich hat sich dabei die Beinfreiheit in der zweiten Sitzreihe verbessert.

Zu den Motoren: Benziner mit 125, 150, 182 und 240 PS sowie Diesel mit 140 und 163 PS sind geplant. Dazu kommt eine Hybridversion. Ein Highlight bei den Otto-Motoren ist der neue 1,5-Liter-EcoBoost-Benziner, der den Part der Leistungsstufen mit 150 und 182 PS übernimmt. Der Vierzylinder-Turbodirekteinspritzer mit Ladeluftkühler hat einen leichten Aluminium-Motorblock und variable Nockenwellenverstellung. Den Kombi Turnier soll es auch mit Allradantrieb geben. Hinzu kommen technische Finessen: eine Fülle von Assistenzsystemen, dazu eine clevere Sprachsteuerung für Navi, Telefon und Audio, ein Acht-Zoll-Touchscreen sowie ein integrierter WLAN-Hotspot.

Ebenfalls wird die Premiumvariante Vignale, die oberhalb der Titanium-Ausstattung rangiert und auf der Frankfurter IAA gezeigt wurde, zu uns kommen – Anfang 2015. Sie sieht besonders edel aus: Kühlergrill im feinen Gitterdesign, Tagfahrleuchten mit Edelstahlrahmen. Im Cockpit feines Leder, dazu sollen etliche Dienstleistungen inklusive sein – zum Beispiel ein kostenloser Abhol- und Bringservice für Inspektionen.

 

VW PASSAT: LEICHTER, GERÄUMIGER

Fast zeitgleich mit der neuen Mondeo-Riege startet bei den deutschen Händlern die neue VW Passat-Familie. Publikums-Premiere haben die Limousine und der Kombi Variant auf dem Pariser Autosalon im Oktober nächsten Jahres, ab November werden beide Modelle dann schon verkauft. Beide Autos nutzen erstmals den modularen Querbaukasten des VW-Konzerns (für quer eingebauten Motoren). Ergo machen sie die beliebte Familien- und Business-Limousine vollends zum Raumwunder – speziell in der zweiten Sitzreihe. Auch bei den Laderäumen gibt es noch einmal rund 50 Liter Zuwachs. Beide Modelle werden zudem 100 kg leichter und bieten noch mehr Platz und Laderaum.

Motorisch sind die neuen Zweiliter-TDI der Marke mit 150 und 184 PS (bisher 140/170 PS) im Einsatz, und erstmals kommt auch der neue Zweiliter-Biturbo des Hauses in den Passat, der derzeitige Leistungsstand liegt bei 230 PS.

Bei den Benzinern wiederum dürfte der 1,4-Liter-Vierzylinder mit 150 PS und spritsparender Zylinderabschaltung dabei sein. Voraussichtlich gibt es auch ein Okay für den Einsatz des neuen aufgeladenen Einliter-Dreizylinders, der dann mit quirligen 110 PS und immerhin 175 Nm Drehmoment direkt aus dem kommenden VW-Sportmini Up GT übernommen werden könnte. Ein Plug-in-Hybrid mit der Technik der geplanten Golf-Variante – 204 PS Systemleistung und laut VW bis zu 50 Kilometer Reichweite – ist indes schon fest geplant, ebenso ein Modell mit Erdgasantrieb.

Optisch verschärft sich die Linie des Passat, wie unser neuestes Bild zeigt, ziemlich massiv – da soll der Wolfsburger, der im norddeutschen VW-Werk Emden gebaut wird, dann auch mit einem 5er von BMW konkurrieren können. Speziell die extrem skulpturale, tiefe Seitenlinie sorgt hier für Stimmung im neuen Design.

Wolfgang Eschment / Stefan Miete

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