Opel Zafira und der Diesel-Skandal (Update) DUH gewinnt gegen Opel

Nachdem die Deutsche Umwelthilfe (DUH) schwere Vorwürfe gegen den Autobauer Opel und sein Modell Zafira erhoben hatte, wurde ein Verfügungsverfahren gegen die Rüsselsheimer eingeleitet. Mit Erfolg: Opel hat eine Unterlassungserklärung unterschrieben.

Ab sofort darf Opel seinen Diesel-Zafira nicht mehr als "so sauber wie einen Benziner" oder mit dem "niedrigsten Stickstoffoxidausstoß" bewerben. Das entschied das Landesgericht Darmstadt, nachdem die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ein Verfahren wegen täuschender Aussagen zum Zafira gegen Opel eingeleitet hatte. Die DUH bekam Recht und der Rüsselsheimer Autobauer zeigte sich kooperativ und gab eine Unterlassungserklärung ab. Streitpunkt der Parteien war eine Werbung zum Modell Opel Zafira 1.6 CDTi, deren Aussagen vor Gericht teilweise als irreführend eingestuft wurden.

DUH gewinnt vor Gericht gegen Opel

Bereits vor einiger Zeit rückte der Opel Zafira Diesel in den Fokus des Diesel-Skandals bzw. Abgas-Skandals. Zuletzt hatte die DUH neue Manipulationsvorwürfe gegen den Autohersteller Opel erhoben und warf den Rüsselsheimern vor, dass auch der Opel Zafira 1.6 CDTi in sehr vielen Situationen auf eine bestmögliche Abgasreinigung verzichte. Bei genaueren Untersuchungen habe die DUH bislang unbekannte Abschalteinrichtungen bei der Abgasreinigung entdeckt, berichtete der Verein vor einigen Wochen gemeinsam mit dem ARD-Magazin "Monitor" und dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Eine Software sollte demnach die Reinigung der Abgase bei hohen Drehzahlen oder einem Tempo oberhalb von 145 Stundenkilometern abschalten.

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Opel Zafira im Fokus der Diesel-Skandal-Untersuchungen

Die Abschaltung sollte dem Bericht zufolge auch innerhalb des so genannten Thermofensters geschehen, das bei den Untersuchungen des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) festgestellt worden war. Der Vorwurf der DUH geht über diese bekannte Kritik hinaus und warf dem Opel Zafira vor, durch diverse Ausschluss-Kriterien faktisch nur in Ausnahmesituationen – die den Betrieb auf dem Prüfstand beinhalten – die optimale Abgasreinigung zu nutzen. Die General Motors-Tochter Opel hatte gegenüber den Behörden eingeräumt, dass die Abgasreinigung nur bei bestimmten Außentemperaturen im vollen Umfang arbeitet. Wie andere Hersteller auch hatte sich Opel dabei auf den von der EU akzeptierten Bauteilschutz berufen. Frühere Vorwürfe der DUH wegen angeblich erhöhter Abgaswerte hatte das Unternehmen stets zurückgewiesen. Bisher hatte einzig der Rivale VW im September gezielte Manipulationen bei Dieselfahrzeugen eingeräumt und damit den Abgas-Skandal ausgelöst. Auch bei anderen Herstellern waren seither auffällige Abgaswerte festgestellt worden, sie betonten aber stets, das geschehe innerhalb der geltenden Regeln.

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