Opel Corsa E 2015: Fahrbericht des Bestseller-Nachfolgers So gut wie neu

05.06.2014

Leiser soll er sein, komfortabler und hochwertiger. Ende des Jahres kommt der neue Opel Corsa E. Was der runderneuerte Bestseller kann, klärt eine letzte Abnahmefahrt. Fahrbericht

„Opel Corsa – der kleine Freund“. Mit diesem Slogan trommelte Opel in den 90er-Jahren für sein damaliges Einstiegsmodell, den Corsa „B“. Das ist eine Weile her. Der Markenbenjamin heißt heute Adam, und beim Buchstabieren des Generationen-Alphabets sind wir bereits vor sieben Jahren beim großen „D“ angelangt. Modellwechsel bei Rolls-Royce fallen vergleichsweise hektisch aus, blickt man auf den ewigen Corsa. Doch trotz seines Alters führt der freundliche Kleine noch immer die Verkaufsstatistik der Rüsselsheimer an. Exakt 16.106 Exemplare wurden von Januar bis Ende April in Deutschland zugelassen. Wenn im Herbst der Corsa „D“ zum „E“ wird, dann darf man das wörtlich nehmen. Der Wechsel steht im Zeichen der Evolution.

 

Opel Corsa: runderneuerter Bestseller ab Ende 2014

Wesentliche Teile der Rohkarosserie bleiben erhalten. Auch die Lenkung und das Fahrwerk werden im Kern übernommen. Was aber nach bloßer Modellpflege klingt, entpuppt sich bei genauerer Analyse als Feinschliff vom Allerfeinsten. So viel vorweg: Die Techniker haben den Opel Corsa 2015 so gründlich in die Mangel genommen, dass der Alte im direkten Vergleich tatsächlich alt aussieht.

Was das getarnte Vorab-Exemplar nicht zeigt: Äußerlich unterscheiden sich die beide Generationen deutlich, nur die Türausschnitte und die Fenstergrafik geben einen Hinweis auf die Verwandtschaft. Die Front erinnert stark an die des Adam. Im Gegensatz zum Vorgänger und ähnlich wie bei Adam und Astra trägt nun auch der neue Corsa eine sogenannte Softnose – die Motorhaube endet eine Handbreit vor der Kühlermaske.

Das freundlich lächelnde Stupsnasen-Gesicht ist es auch, das für den maßvollen Längenzuwachs von elf Millimetern verantwortlich ist. Damit ist und bleibt der Corsa einer der Größten seiner Klasse. Schärfere Kanten auf den Flanken machen deutlich, dass zahlreiche Außenbleche neu gestaltet wurden. Die Rückleuchten ähneln denen des Astra, fallen aber kleiner aus.

Im komplett neu gestalteten, noch geheimen Innenraum erinnert nichts mehr an die nüchterne Plastiklandschaft des Corsa D mit dessen zu tief platziertem und nicht mit der Bordrechner-Anzeige kompatiblem Monitor des Navigationssystems. Der neue Armaturenträger baut höher,das Navi sitzt am rechten Fleck. Über den sieben Zoll großen Monitor des IntelliLink-Systems lassen sich Smartphone-Inhalte wiedergeben – ganz wie beim Adam.

Auch das Fahrwerk hat Opel gründlich überarbeitet. Die Karosserie wurde etwas tiefer gelegt, die Steifigkeit der Fahrschemel verbessert und die Dämpfer-Charakteristik modifiziert. „Wir haben zusätzlich ein neues Lenkgetriebe verbaut und die vordere Achsgeometrie geändert,“ sagt Thomas Wanke, Chefingenieur der kleinen Opel-Baureihen, und fügt an: „Sie erleben ein spürbar besseres Lenk- und Stabilitätsgefühl.“

Erstmals an Bord sind auch ein neues, auf Drehmomente von bis zu 220 Newtonmetern ausgelegtes Sechsgang-Schaltgetriebe und Opels neuer 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner 1.0 ECOTEC Direct Injection Turbo, der in Leistungsstufen von zunächst 90 und 115 PS angeboten werden soll. Die weltweit erste Fahrmöglichkeit eines Vorserienmodells beweist, dass das Maßnahmenpaket greift. Die 115-PS-Variante dreht leichtfüßig hoch und macht das Fehlen eines vierten Zylinders akustisch vergessen.

Einzig beim Ausquetschen der Gänge wird ein – allerdings gut gedämmtes – Knurren hörbar. Im Zusammenspiel mit dem exakt schaltbaren, erfreulich leicht bedienbaren Sechsgang-Getriebe lässt der Turbo-Corsa seinem Vorgänger (1,4-Liter-Vierzylinder-Sauger, 100 PS) keine Chance. Auch der Federungs-, Abroll- und Geräuschkomfort ist signifikant besser. Der neue Corsa liegt satter, schwingt weniger nach und vermittelt eine deutlich höhere Lenkpräzision. Die montierten Alu-Räder mit Reifen der Dimension 195/55 R 16 (Conti EcoContact) tun ein Übriges, um den zweitkleinsten Rüsselsheimer zielgenau bewe zu können. Im Notfall ist ein Bosch-ESP der neunten Generation zur Stelle.

Der Verkauf des neuen Corsa soll im August starten. Dann wird Opel auch die Preise verkünden, die bislang bei 11.890 Euro beginnen und kaum steigen sollen. Die ersten Exemplare rollen Ende des Jahres zu den Opel-Händlern – garantiert ohne schwarzweißen Tarnanzug.

Stefan Miete

Tags:
Diagnosegerät
 
Preis: EUR 9,99 Prime-Versand
Alkoholtester
 
Preis: EUR 16,99 Prime-Versand
SONAX AntiFrost KlarSicht
UVP: EUR 18,48
Preis: EUR 13,50 Prime-Versand
Sie sparen: 4,98 EUR (27%)
Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.