Opel Calibra (1990 - 1997): Kaufberatung und technische Daten Zweites Leben

09.05.2014

Von 1990 bis 1997 dauerte die Karriere des Opel Calibra. Er wird nun als Youngtimer populär. In unserer Kaufberatung gibt's Tipps und technische Daten

Der Opel Calibra ist der beste Beweis dafür, dass die Zeit der schönen Autos nicht vorbei ist“, steht im ersten Prospekt des Opel-Coupés zum Debüt 1989. Und dieser kecke Spruch der Werbetexter bekommt heute eine neue Gültigkeit.

Denn so langsam, nach vielen Jahren leichten Dämmerschlafs und anlässlich des 25-jährigen Jubiläums, erwacht das Interesse der Oldie-Gemeinschaft für das damals und heute noch attraktive Coupé. Sicher, der sauberen, glatten Form fehlen etwas die Ecken und Kanten, die einen Charaktertyp ausmachen.

Die damals von Opel in Form gebrachte „sportliche Eleganz“ und die weltmeisterliche Aerodynamik war vielen Calibra-Eignern etwas zu elegant und verlockte sie dazu, den „Cali“ etwas tiefer zu legen, breiter zu machen und mit Spoilerwerk zu versehen. Das hat zur Folge, dass viele der noch existierenden Calibra getunt, teilweise vertunt sind.

Und einige Clubs und Opel-Interessengemeinschaften kümmern sich zwar um den Calibra und kennen dessen Stärken und Schwächen, doch geht es ihnen oft mehr um Tuning- und Umbau-Tipps sowie die zur Schau-Stellung der teils wilden Gefährte.

 

NOCH GIBT ES EIN VIELFÄLTIGES CALIBRA-ANGEBOT

Wessen Interesse am schönen Opel nun geweckt ist, der findet auf dem Markt noch ein umfangreiches Angebot. Denn im Grunde ist der Caibra mit seiner Bauzeit bis 1997 derzeit eher noch ein Gebrauchtwagen als ein Youngtimer. Aber das dürfte sich schnell ändern. Wir wollen deshalb mit dieser Kaufberatung Tipps für den individuell richtigen Calibra geben.

Die populärste Variante der insgesamt rund 240.000 produzierten Calibra ist das Basismodell mit dem modernen 115-PS-Zweiventiler, das dementsprechend oft angeboten wird. Der Motor mit seiner guten Durchzugskraft sorgt für Fahrleistungen, die mit einem Höchsttempo von 205 km/h für einen Oldie exzellent sind. Und er gilt unter Calibra-Insidern als das Aggregat mit der geringsten Anfälligkeit und der höchsten Laufleistung.

Als Schwachstellen gelten ein instabiler Leerlauf und schlechter Warmstart, was sich aber durch Reinigen bestimmter Bauteile beheben lässt. Beobachten sollte man auch, ob der Ventildeckel dicht ist.

Ein echter Tipp ist der von 1994 an installierte 2,0-Liter-Zweiventil-Motor mit 136 PS. Er beschleunigt fast so gut wie der stärkere Vierventiler. Der war vom Serienstart an sehr populär und entsprechend begehrt. Der Calibra 2.0i 16V mit dem damals hochmodernen 150-PS-Vierventiler ist so gut motorisiert, dass der Sport-Opel beachtliche 224 km/h schnell ist und in 8,7 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt.

Die aufwändige Technik des 16V-Motors, der von Fritz Indra entwickelt wurde, sorgt zudem für einen niedrigen Verbrauch. In einem Vergleichstest der AUTO ZEITUNG schluckte der Calibra 16V nur 9,6 l/100 km.

Seine Konkurrenten Nissan 200 SX (13,0 l) und VW Corrado G60 (12,2 l) genehmigten sich deutlich mehr. Der kräftig und sonor klingende, drehfreudige Vierventiler gilt von der Technik her als einer der besten Saugmotoren. Als Schwachstelle kristallisierten sich im Lauf der Jahre allerdings Defekte am Zylinderkopf heraus. Wie bei den anderen 2,0-Liter-Motoren kann auch schon mal das Relais der Benzinpumpe ausfallen.

 

ZAHNRIEMEN-WECHSEL NICHT VERGESSEN

Ein Tipp für alle Motoren: Der Zahnriemen sollte bei bekannter Laufleistung bei etwa 65.000 km getauscht werden. Ist der letzte Wechsel nicht dokumentiert, besser einen Tausch vornehmen. Das Gleiche gilt für den 204 PS starken 2,0-Liter-Turbo. Beim Turbo ist zu beachten, dass der Lader im kalten Zustand sorgsam behandelt werden muss.

Wer sich als Calibra-Käufer etwas gönnen will, greift zum 2.5 V6. Mit dem kernigen  170-PS-Sechszylinder, der leistungsmäßig eher nach oben streut, erwirbt man ein exklusives Coupé mit sportlichen Fahrleistungen und günstigem Verbrauch.

Generell gilt: Die Calibra galten seinerzeit als gut verarbeitet. Insider empfehlen den Calibra aus der Produktion bei Valmet in Finnland (erkennbar an einer 9 hinter der Jahreszahl in der Fahrgestellnummer). Er soll besser rostgeschützt sein. Alle Calibra zeichnen sich durch den guten Geradeauslauf und ein neutrales Fahrverhalten aus. 

Die damals schöne Form dürfte ohnehin auch in Zukunft Freude bereiten. Das vom Vectra stammende Interieur sollte bei guter Pflege keine aufwändigen Arbeiten benötigen. Und Ersatzteile für das in vielen Bauteilen mit Vectra und Astra baugleiche Coupé gibt es derzeit noch in ausreichender Stückzahl. Das Wichtigste jedoch: Noch sind Calibra recht günstig haben. 

OPEL CALIBRA (Bj.: 1990-1997): technische Daten und Fakten
Antrieb
R4-Zylinder, vorn quer eingebaut; 4-Ventiler; zwei obenliegende Nockenwellen, Zahnriemenantrieb; Gemischbildung: Bosch Motronic; Bohrung x Hub: 86 x86 mm; Hubraum: 1998 cm3; Verdichtung: 10,5:1; Leistung: 110 kW/150 PS bei 6000/min; maximales Drehmoment: 196 Nm bei 4800/min; Fünfgang-Getriebe; Mittelschaltung; Vorderradantrieb (Allrad wahlweise)
Aufbau und Fahrwerk
Selbsttragende Stahlblechkarosserie mit zwei Türen und Heckklappe; Radaufhängung vorn: McPherson-Federbeine, Querlenker; hinten: Schräglenker, Schraubenfedern, Stoßdämpfer; v./h. Querstabilisator; Zahnstangenlenkung mit
Servo; Bremsen: v./h. innenbel. Scheiben/Scheiben; Reifen: 205/55 R 15; Alu-Räder: 6 x 15
Eckdaten
L/B/H: 4492/1688/1320 mm; Radstand: 2600 mm; Spurweite v./h.: 1426/1446 mm; Leer-/Gesamtgew. 1280/1615 kg; Tankinhalt: 61 l; Bauzeit: 1990 bis ’94 (alle Calibra bis ’97); Stückz.: 61.042 (gesamt: 238.164) ; Preis (1991): 39.800 Mark
Fahrleistungen1
Beschleunigung: 0 auf 100 km/h in 8,7 s; Höchstgeschwindigkeit: 224 km/h; Verbrauch: 9,6 l S/100 km
1 AZ Ausgabe 15/90

Marktlage
Modell Zustand 2 Zustand 3 Zustand 4
2.0i 16V 4300 Euro 2400 Euro 800 Euro
2.0 Turbo (4x4) 6200 Euro 3800 Euro 1400 Euro
2.5 V6 4200 Euro 2200 Euro 700 Euro
Wertentwicklung: leicht steigend
Definition der Zustandsnoten

Unser Fazit

Mit dem Calibra gelang Opel 1989 ein großer Wurf. Bis jetzt präsentiert das Coupé die von den Designern gewollte sportliche Eleganz. Und dank der Verknüpfung der attraktiven Karosserie mit damals moderner Technik ist der Calibra heute ein echter Tipp für Youngtimer-Fans. Denn er hat kaum versteckte Macken, ist von fachkundigen Monteuren gut zu reparieren und dürfte bei den Ersatzteilen keine Probleme bereiten. Die genügsamste Version ist der 115 PS-Calibra. Unser Tipp: Der 150 PS starke Vierventiler hat ebenfalls wenig Tücken, ist zudem sehr leistungsstark und verbraucht wenig.

Werner Müller

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